Zur Halbzeit eine harte Nuss zu knacken

03.01.2026
Isabel Baumbach

Am Samstag, den 3. Januar 2026 endet in der ALSCO-HBF die erste Hälfte der Saison 2025/26. Der Thüringer HC war am Jahresende durch die Pleite der HB Ludwigsburg spielfrei und trifft nun im letzten Spiel der ersten Halbserie auswärts, um 18:00 Uhrauf den Tabellenzweiten, die HSG Bensheim/Auerbach. Dort ist eine harte Nuss zu knacken, gewinnt der Favorit zu Hause, wird der Rückstand des Thüringer HC zu den drei Spitzenreitern wieder größer. Sollte der THC unerwartet dort punkten, rückt man näher an die Spitzengruppe heran.

Rückblick: Es war ein hartes Stück Arbeit, um beide Punkte aus Zwickau zu entführen. Am Ende hat man knapp, jedoch verdient gewonnen. Der Gegner hat ein selbstbewusstes Spiel gezeigt, mit einer gut besetzten Mannschaft, ohne Ausfälle, in der Silje Brons Petersen, Charlotte Kähr, Laura Penzes, Kaho Nakayama oder Laura Szabo noch herausragten. Umso erstaunlicher, dass nur drei Tage später die Sächsinnen bei der Sport-Union in Neckarsulm mit 22:35 regelrecht demontiert worden sind. In dieser Liga ist alles möglich. Der THC ist noch immer arg von Verletzungsausfällen gebeutelt. Sehnsüchtig erwartet man Johanna Reichert, Anika Niederwieser und Fine Hanfland zurück im Team. Neu in der Mannschaft zeigte sich die Brasilianerin Kelly Abreu Rosa, die sich schon mal auffällig in der Deckung und mit zwei Toren in Zwickau präsentiert hat. Die  letzte Auswärtsaufgabe im alten Jahr wurde gelöst, nun beginnt das neue Jahr gleich mit drei weiteren Auswärtsspielen, zunächst bei einem Meisterschaftsfavoriten, der HSG Bensheim/ Auerbach, dann folgen die Wildcats von Halle-Neustadt, und am 11. Januar beginnt im ungarischen Mosonmagyarovar die Gruppenphase der EHF European-League, wo der THC als Titelverteidiger antritt.

Zum Spiel: Es ist ein besonderer Spieltag, denn an der Tabellenspitze treffen der Tabellendritte auf den Tabellenführer. Der BVB 09 Dortmund kann mit einem Sieg seine Rolle als Meisterschaftsfavorit untermauern. Der Tabellenzweite Bensheim/Auerbach, auch Meisterschaftsanwärter, erwartet mit dem THC den Tabellenvierten. Der kann indes selbst bei einer Niederlage, den für das Ende der Hauptrunde bedeutsamen vierten Platz, erst einmal nicht verlieren. Die unmittelbaren Konkurrenten VfL Oldenburg, Sport-Union Neckarsulm und TuS Metzingen haben bereits die Halbserie abgeschlossen und liegen nach Minuspunkten drei Punkte hinter dem THC. Wie an der Tabellenspitze, so treffen auch im Tabellenkeller die unmittelbaren Kontrahenten im Abstiegskampf direkt aufeinander. Der Tabellenzehnte Buxtehuder SV muss zum bisher punktlosen Tabellenschlusslicht, Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt (den Gegner des THC am 7. Januar in Halle). Im anderen Spiel trifft Zwickau auf Göppingen, die sich erst einmal mit einem Heimsieg über die Tussies Metzingen vom Tabellenkeller weggespielt haben.
Ein spannender Spieltag, wo der THC auswärts krasser Außenseiter ist. Dafür sprechen der bisherige Saisonverlauf und die Verletztenmisere des THC. Aber in so einem Spiel, wo man nichts zu verlieren hat, kann man auch überraschen. Bensheim tritt mit einem wurfgewaltigen Rückraum an. Die Vizeweltmeisterin Nina Engel führt souverän die Liste der besten Werferinnen der Alsco HBF mit 80 Toren vor der verletzten Johanna Reichert (65) an. Lucie-Marie Kretzschmar gehört ebenso in diese Kategorie, wie auch Mareike Thomaier (ebenfalls Vizeweltmeisterin).  Vom Tor, u.a. mit Vanessa Fehr über den Rückraum mit zusätzlich zu den bereits Genannten Lena Degenhardt, Lisa Friedberger über den Kreis mit der ehemaligen THC-Spielerin Meike Schmelzer bis zu den Außen mit Amelie Berger oder  Nidi Di-Silvia Agwunedu ist die HSG Bensheim/Auerbach exzellent besetzt. Sie haben das Potential für einen Meistertitel.

Zum Kader: Für eine Rückkehr von den drei zuletzt Verletzten ist es wohl noch zu früh. Herbert Müller sprach davon,  erst den Genesungsprozess zu hundert Prozent abzuwarten, um kein Risiko einzugehen. So wird die Mannschaft wohl in Bensheim, so wie zuletzt in Zwickau gesehen, auflaufen.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen