Zum Siegen verdammt

23.10.2025
Isabel Baumbach

Am Samstag, den 25. Oktober, um 18:00 Uhr, empfängt der Thüringer HC in der Salza-Halle den VfL Oldenburg, der nach einem Viertel der Saison  auf Rang vier der Tabelle, drei Plätze vor dem THC platziert ist.  Der THC will mit einem Sieg die untere Hälfte der Tabelle verlassen, um den Anschluss an das Spitzentrio nicht zu verlieren.

Rückblick: Der Supercupsieger 2025 verstolperte den Start in die ALSCO-HBF Saison 2025/26 gründlich. Mit dem Unentschieden beim Buxtehuder SV und der ganz und gar unerwarteten Heimniederlage gegen die Sport-Union Neckarsulm wurden drei Punkte verloren. Die Mannschaft wurde durch zahlreiche Verletzungen, durch den Ausfall des etatmäßigen Mittelblocks, geschwächt und konnte trotz kämpferischer Einstellung dieses Manko nicht wettmachen. Es gehört zu den Handballweisheiten, dass die Spiele vor allem in der Abwehr gewonnen werden. Aber wenn dann zusätzlich im Angriff die besten Chancen vergeben werden, wenn das Torewerfen nicht gelingen will, wie im Spiel gegen Neckarsulm, dann wird es doppelt schwer. Dabei liegt die Last im Angriff auf dem Duo Natsuki Aizawa und Johanna Reichert, die trotz Sonderbewachung ihre Aufgaben immer wieder lösen. Sie brauchen aber mehr Unterstützung aus dem Rückraum und von den Flügeln. Mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Jana Scheib und Lotta Heider, dann auch noch Nathalie Hendrikse, ist die rechte Seite besonders geschwächt. Herbert Müller stellt die Mannschaft entsprechend um, bringt mit dem Sieben gegen Sechs die Gegner vor Probleme. In Göppingen ist dieser Matchplan aufgegangen.

 

Zum Spiel: Mit dem VfL Oldenburg kommt eine Mannschaft in die Salza-Halle, die seit dem Aufstieg des THC in die 1. Bundesliga zu den traditionellen Gegnern zählt.
In der Statistik hat der THC mit 31 zu 6 Siegen klar die Nase vorn, aber der Abstand ist kürzer geworden.
Der VfL OLDENBURG ist ein Mitbewerber um die begehrten vier ersten Tabellenplätze, die zur Teilnahme an den Play Offs um die Deutsche Meisterschaft berechtigen. Der Start in die Saison ist den Nordwestdeutschen schon mal gelungen, nach fünf Spieltagen rangieren sie mit 6:4 Punkten auf Rang vier. Zu Buche stehen dabei drei Siege, gegen den Buxtehuder SV und gegen die beiden Tabellenletzten Halle-Neustadt und Zwickau. Im Nord-Derby gewann Oldenburg souverän, auch dank einer guten Leistung von Madita Kohorst im Tor und einer treffsicheren Spielmacherin Laurentia Wolff – Neuzugang aus der Schweiz. Für den VfL wird das Auswärtsspiel beim Thüringer HC nun zu einem echten Saisonprüfstein. Der THC muss das Heimspiel gewinnen, um nicht weiter an Boden zu verlieren.
Der VfL Oldenburg bringt Qualität mit in die Salza-Halle: Marie Steffen und Jenny Behrend standen in der letzten Woche bei der EM-Qualifikation gegen Nord Mazedonien und Belgien im Kader der deutschen Nationalmannschaft, Madita Kohorst gehört seit Jahren zu den besten Torhüterinnen der Liga, Toni-Luisa Reinemann und Laurentia Wolff stehen für Torgefahr aus dem Rückraum wie auch Kreisläuferin Marie Steffen. Der VfL Oldenburg möchte gern an die Saison 2022/23 anknüpfen, wo man am Ende Vierter wurde.
Gerade zeichnet sich ab, dass die HSG Blomberg-Lippe, die HSG Bensheim/Auerbach und Borussia 09 Dortmund die besten Karten haben, um ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft in den Playoffs einzuziehen, um den noch freien vierten Platz dahinter gibt es mehrere Bewerber, der VfL Oldenburg gehört ebenso dazu wie auch der Thüringer HC.  Der THC hat das Zeug dazu, weiter zu punkten, um am Spitzentrio dran zu bleiben. Wir erwarten einen engagierten kämpferischen Gegner, der den THC auch im Auswärtsspiel herausfordern wird. Für die zuletzt etwas verunsicherte THC-Mannschaft wird es ein Kampfspiel um zwei ganz wichtige Punkte.
Zum Kader: Vom Verletzungspech geplagt, war der Kader des THC noch nicht einmal vollständig im Einsatz. In der Länderspielpause wurde kuriert und geheilt. Nathalie Hendrikse und Sharon Nooitmeer haben am Dienstag schon leicht trainiert. Herbert Müller hat die Hoffnung, dass sie am Samstag spielen können, Jana Scheib ist bekanntlich langzeitverletzt, und Lotta Heider hat im Training einen Schlag aufs Auge bekommen und wird wahrscheinlich nicht spielen können.
Helfried Müller wird nicht auf der Bank sitzen können, um seinen Bruder zu unterstützen. Am Dienstag hat er sich einer Hüft-OP unterzogen, und er hofft, dass er das Spiel, auf Krücken in die Halle humpelnd, von der Tribüne aus verfolgen kann.

 

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen

Nächstes Spiel

Samstag, 25.10.2025
Alsco-Handball Bundesliga Frauen, 18:00 Uhr
Thüringer HC – VfL Oldenburg
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza