Thüringer HC wahrt Viertelfinalchance mit klarem Heimsieg
Der Thüringer HC hat im letzten Heimspiel der Gruppenphase der European League ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den ungarischen Vertreter Motherson Mosonmagyarovari KC setzte sich der Bundesligist souverän mit 34:24 (15:12) durch und hielt damit die Tür zum Viertelfinale offen. Gefordert war ein Sieg mit mindestens drei Toren – am Ende wurde es ein deutlicher Erfolg mit zehn Treffern Differenz.
Die Gäste agierten von Beginn an mit einer offensiven 5:1 Abwehrformation, um THC-Torjägerin Johanna Reichert frühzeitig unter Druck zu setzen. Dennoch eröffnete sie die Partie mit dem ersten Treffer. Thüringen verteidigte kompakt und zwang Mosonmagyarovari immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Torhüterin Laura Kuske setzte mit mehreren frühen Paraden wichtige Impulse. Im Angriffsspiel fehlte den Gastgeberinnen zunächst die letzte Konsequenz, sodass sich kein klarer Vorsprung entwickelte (5:4/10.). Mit zunehmender Spieldauer gewann der THC jedoch an Stabilität. Nach rund 15 Minuten war der Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert, wenig später sorgte Anna Szabo erstmals für eine Drei-Tore-Führung. Ein nicht anerkanntes Eigentor der ungarischen Torhüterin Barbara Arenhart führte zu Diskussionen auf den Rängen, verlieh der Partie jedoch zusätzliche Energie. Thüringen nutzte die Dynamik, erhöhte zwischenzeitlich auf 12:8 (20.) und nahm eine 15:12-Führung mit in die Pause. Trainer Herbert Müller setzte in der Schlussphase der ersten Hälfte erfolgreich auf taktische Varianten wie das Sieben-gegen-Sechs sowie flexible Rückraumkonstellationen.
Der Beginn der zweiten Hälfte verzögerte sich, nachdem eine LED-Bande auf das Spielfeld gefallen war. Nach Wiederanpfiff blieb der THC fokussiert. Laura Kuske bestätigte ihre starke Leistung im Tor, während Natsuki Aizawa im Rückraum zunehmend Verantwortung übernahm und das Angriffsspiel strukturierte. Mosonmagyarovari versuchte, über die schnelle erste Welle Druck zu erzeugen, verkürzte den Rückstand jedoch nicht entscheidend. Beim Stand von 24:19 (45.) war die Partie weiterhin offen, doch Thüringen behielt die Kontrolle. Natsuki Aizawa setzte immer wieder spielentscheidende Akzente, Johanna Reichert verwandelte sicher – insgesamt erzielte sie 14 Treffer und war damit beste Werferin der Begegnung. Für die Gäste traf Gabriella Toth sechsmal. In der Crunchtime ließ der THC nichts mehr anbrennen. Die Defensive stand stabil, im Angriff wurden die Chancen konsequent genutzt. Mit einem deutlichen 34:24-Erfolg belohnte sich die Mannschaft für eine geschlossene Teamleistung. Mit diesem Heimsieg wahrt der Thüringer HC seine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale der European League und sendet ein klares Signal im internationalen Wettbewerb.
Bericht: Lena Leißring & Falk Freitag
Bild: Christian Heilwagen
Statistik
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Nathalie Hendrikse, Lotta Heider 2, Julie Holm, Anika Niederwieser 1, Luca Faragó 1, Jana Scheib 3, Natsuki Aizawa 4, Kim Ott, Anna Szabó 6, Johanna Reichert 14/2, Dilayla Alarslan 1, Csenge Kuczora 2, Kelly De Abreu Rosa
Motherson Mosonmagyarovari: Barbara Elisabeth Arenhart, Melanie Halter, Eszter Tóth 2, Laetitia Quist 3, Laura Falusi-Udvardi, Andrijana Tatar 1, Anna Kukely 2/1, Pipy Wolfs 2, Dorottya Molnár, Anita Kazai 2, Mari Plamenova Tomova 2, Noémi Háfra, Zsófia Zsuzsanna Stranigg 4, Gabriella Tóth 6/3
Strafwürfe: 2/3 – 4/5
Zeitstrafen: 2 – 2
Zuschauer: 1200
Schiedsrichter: Matija Brodic (CRO), Matija Hodzic (CRO)
EHF Delegate: Tadas Jansonas (LTU)