Thüringer HC verpasst Finaleinzug – Deutliche Niederlage in Blomberg

09.05.2026
Falk Freytag

Der Thüringer HC hat den Einzug in die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft verpasst. Im entscheidenden dritten Halbfinalspiel unterlag die Mannschaft von Herbert Müller auswärts der HSG Blomberg-Lippe deutlich mit 35:24 (19:10). Damit spielt der THC nun um Platz drei, während Blomberg im Finale auf Borussia Dortmund trifft. Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Beide Mannschaften hatten jeweils ein Halbfinalspiel gewonnen, sodass das dritte Duell über den Finaleinzug entschied. 

Der Thüringer HC begann mutig und setzte früh auf die offensive Variante mit sieben Feldspielerinnen. Allerdings fehlte zunächst die Durchschlagskraft gegen die kompakte Defensive der Gastgeberinnen. Blomberg erwischte den besseren Start und nutzte Ballverluste sowie technische Fehler des THC konsequent aus. Bereits in den ersten Minuten geriet der Thüringer HC ins Hintertreffen. Während Johanna Reichert per Siebenmeter die ersten THC-Tore erzielte, fand die Mannschaft aus dem Spiel heraus nur schwer Lösungen. Besonders HSG-Torhüterin Melanie Veith brachte die Thüringer Offensive mehrfach zur Verzweiflung. Gleichzeitig zeigte sich Blomberg im Tempospiel äußerst effektiv und nutzte das verwaiste THC-Tor bei Überzahlangriffen immer wieder erfolgreich. Nach zehn Minuten lag der THC mit 3:5 zurück, kämpfte sich zwischenzeitlich jedoch immer wieder heran. Vor allem Anna Szabo und Natsuki Aizawa sorgten mit Einzelaktionen für offensive Akzente. Dennoch gelang es dem Thüringer HC nicht, die stabile HSG-Abwehr dauerhaft unter Druck zu setzen. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit übernahm Blomberg zunehmend die Kontrolle. Die Gastgeberinnen verteidigten aggressiv, verschoben konsequent und zwangen den THC immer wieder zu schwierigen Abschlüssen. Gleichzeitig blieb die HSG im Angriff effizient und setzte sich Tor um Tor ab. Eine Auszeit von Herbert Müller sollte neue Impulse bringen, doch die Fehlerquote im THC-Spiel blieb hoch. Besonders im Positionsangriff fehlte die nötige Präzision und Durchschlagskraft. Hinzu kamen vergebene Chancen vom Siebenmeterpunkt. Mit einem deutlichen 19:10-Rückstand ging der Thüringer HC in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel fand der THC kaum Mittel gegen die kompakte Blomberger Defensive. Die Gastgeberinnen erhöhten den Vorsprung früh auf zehn Tore und kontrollierten das Spielgeschehen weiterhin souverän. Zwar gelangen dem Thüringer HC vereinzelt erfolgreiche Aktionen über den Kreis und aus dem Rückraum, doch insgesamt fehlte die Konstanz im Offensivspiel. Technische Fehler, Fehlwürfe und mangelnde Konsequenz im Abschluss verhinderten eine mögliche Aufholjagd. Defensiv arbeitete der THC kämpferisch, konnte die hohe Effektivität der Gastgeberinnen jedoch nicht entscheidend stoppen. Blomberg nutzte nahezu jede Schwächephase konsequent aus und baute die Führung kontinuierlich aus. Spätestens Mitte der zweiten Halbzeit war die Partie entschieden. Der Thüringer HC konnte dem hohen Tempo und der Konsequenz der Gastgeberinnen nicht mehr ausreichend entgegenwirken. Die HSG setzte sich mit mehreren Treffern in Folge endgültig ab. Am Ende musste sich der Thüringer HC deutlich mit 35:24 geschlagen geben und den Traum vom Finaleinzug begraben.

Trotz der enttäuschenden Niederlage bleibt dem Thüringer HC noch die Chance auf einen versöhnlichen Saisonabschluss. Im Spiel um Platz 3 trifft die Mannschaft nun auf die HSG Bensheim/Auerbach.

Statistik

HSG Blomberg-Lippe: Melanie Veith, Lara-Sophie Lepschi, Nicole Roth; Laura Rüffieux 3, Andrea Jacobsen 3, Diana Dögg Magnusdottir 1, Nieke Kühne 5, Maxi Mühlner 1, Ona Vegue i Pena 7/6, Carolin Jaron, Judith Tietjen, Malin Sandberg, Alexia Hauf 6, Elin Rosa Magnusdottir 4, Farrelle Alicia Njinkeu 5

 

Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Nathalie Hendrikse 2, Lotta Heider 3, Julie Holm, Giulia Guarieiro, Anika Niederwieser, Luca Farago 1, Rikke Hoffbeck Petersen 1, Natsuki Aizawa 3, Anna Szabo 1, Johanna Reichert 6/4, Dilayla Alarslan 2, Josefine Hanfland 1, Csenge Kuczora 3, Kelly De Abreu Rosa 1

 

Strafwürfe: 6/7 – 4/5

Zeitstrafen: 3 – 2

Zuschauer: 1063

Schiedsrichter: Marcus Hurst, Mirko Krag

Delegierter: Frank Böllhoff

Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring

Fotos: Heike Gerhardt-Leißring