Thüringer HC setzt Ausrufezeichen in Oldenburg
Der Thüringer HC hat am zweiten Spieltag der Alsco Handball Bundesliga Frauen seinen ersten Auswärtssieg eingefahren. Beim VfL Oldenburg setzte sich die Mannschaft von Herbert Müller souverän mit 41:30 (19:16) durch. Nach dem Sieg zum Saisonauftakt gegen den Buxtehuder SV zeigte der THC vor allem in der zweiten Halbzeit eine konzentrierte und offensiv starke Leistung.
Die Partie begann mit hohem Tempo. Toni- Luisa Reinemann eröffnete den Torreigen für die Gastgeberinnen, doch der THC fand schnell die passende Antwort. Levke Kretschmann zeigte erneut ihre Sicherheit vom Siebenmeterpunkt, ehe Kapitänin Jana Scheib mit drei Treffern in Folge maßgeblich zur frühen 5:2-Führung beitrug. Auch Torhüterin Maie Gomaa setzte früh Akzente und entschärfte unter anderem einen Siebenmeter. Oldenburg hatte zunächst große Schwierigkeiten, gegen die kompakte THC-Abwehr zum Erfolg zu kommen. Nach zehn Minuten lagen die Thüringerinnen mit 8:3 vorn. Die Gastgeberinnen kämpften sich anschließend zurück in die Partie. Ein Hattrick brachte den VfL bis auf 7:8 heran, während der THC im Angriff einige Chancen zu überhastet abschloss. Nach fünf torlosen Minuten erlöste Luca Csikos ihre Mannschaft mit dem Treffer zum 9:7. Oldenburg gelang in der 20. Minute der Ausgleich, doch die Thüringerinnen behielten die Kontrolle und legten immer wieder vor. Jana Scheib sorgte mit einem sehenswerten Überzieher für das 15:12. Das hohe Tempo im Angriff und die Lücken in der Oldenburger Defensive boten der Kapitänin immer wieder beste Möglichkeiten. Neun Treffer standen für Jana Scheib bereits zur Halbzeit zu Buche. Mit einer 19:16-Führung ging der THC in die Pause.
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchte Oldenburg, die Thüringer Defensive mit einer taktischen Variante ohne Kreisspielerin vor neue Aufgaben zu stellen. Der Erfolg blieb jedoch überschaubar. Der THC nutzte seine Möglichkeiten zunehmend konsequenter. Natsuki Aizawa sorgte in der 37. Minute mit einer starken Einzelaktion für die erste Fünf-Tore-Führung zum 23:18. Kurz darauf war die Japanerin erneut frei und erhöhte weiter. Jana Scheib ließ sich ebenfalls nicht bremsen und erzielte mit dem 26:20 ihren zehnten Treffer des Tages. Rund 20 Minuten vor dem Ende betrug der Vorsprung bereits sieben Tore. Nun kamen auch die Außenpositionen immer stärker zum Zug. Lotta Heider erzielte einen Treffer, musste nach einem unglücklichen Sprungwurf allerdings verletzt vom Spielfeld. Der THC ließ sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen und baute die Führung weiter aus. In der 45. Minute stand es bereits 31:22. Sabrina Tröster nutzte eine Überzahlsituation zum zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Vorsprung. Zwar steckte Oldenburg nicht auf und konnte den Rückstand phasenweise wieder verkürzen, doch die Thüringerinnen fanden stets die passende Antwort. Anna Szabo stellte über die Außenposition den komfortablen Abstand wieder her. Auch in Unterzahl blieb der THC konzentriert, spielte seine Angriffe geduldig aus und kam dadurch weiterhin zu guten Abschlussmöglichkeiten. In der 51. Minute führte der THC mit 35:25. Herbert Müller nutzte die Schlussphase, um allen Spielerinnen Einsatzzeit zu geben. Gleichzeitig forderte der Trainer für die entscheidenden Minuten noch einmal höchste Konzentration. Levke Kretschmann setzte mit einem Treffer ins leere Oldenburger Tor einen weiteren Höhepunkt. In der Crunchtime verwaltete der THC seinen Vorsprung souverän und brachte den Auswärtssieg sicher über die Zeit.
Mit 41:30 gewann der Thüringer HC deutlich in der EWE Arena. Kapitänin Jana Scheib avancierte mit zehn Treffern zur erfolgreichsten Werferin der Partie. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft über weite Strecken eine hohe offensive Durchschlagskraft und bewies insbesondere in der zweiten Halbzeit ihre Qualität und mannschaftliche Geschlossenheit.
Statistik
Statistik:
VfL Oldenburg: Lilly Janßen, Madita Kohorst, Annika Ingenpaß, Lana Teiken 2, Toni-Luisa Reinemann 8, Julika Birnkammer 2, Lara Müller 2, Lina Janssen, Joanna Granicka 1, Mikkeline Oetjen, Laurentia Wolff 7/4, Lisa Munderloh, Paulina Golla 1, Jenny Behrend 6, Lisa-Marie Fragge 1
Thüringer HC: Maie Gomaa, Laura Kuske, Luca Csikos 4, Lotta Heider 5, Levke Kretschmann 4/1, Sabrina Tröster 2, Jana Scheib 10, Teresa von Prittwitz, Natsuki Aizawa 5, Anna Szabo 3, Marcela Arounian 6, Dilayla Alarslan 1, Jolina Huhnstock 1, Kelly de Abreu Rosa
Siebenmeter: 4/7 – 1/1
Zeitstrafen: 4 – 2
Zuschauer: 1957
Schiedsrichter: Joshua Köppen, Luka Preibsch
Bericht: Falk Freytag, Lena Leissring
Fotos: Heike Gerhardt-Leissring