Thüringer HC feiert Viertelfinal- Einzug in Larvik
Der Thüringer HC hat das entscheidende Gruppenspiel der EHF European League mit Bravour gemeistert. Mit einem überzeugenden 34:28 (17:17)-Auswärtssieg bei Larvik HK sicherten sich die Thüringerinnen aus eigener Kraft das Ticket für das Viertelfinale. Nach dem 36:33-Erfolg im Hinspiel in der Salza-Halle hätte dem Bundesligisten bereits ein Unentschieden gereicht – doch der THC wollte keine Rechenspiele und setzte ein klares Zeichen.
Die Partie begann mit viel Tempo, aber auch mit sichtbarer Nervosität auf beiden Seiten. Luca Farago erzielte den ersten Treffer, Jana Scheib legte nach, während Larvik erst in der dritten Minute erfolgreich war. Beide Teams leisteten sich einfache technische Fehler, Tempogegenstöße blieben ungenutzt und selbst vom Siebenmeterpunkt fehlte zunächst die Präzision. Larvik profitierte in dieser Phase von Unkonzentriertheiten der Thüringerinnen und ging mehrfach in Führung. Doch der THC hielt dagegen. Nach zehn Minuten stand es 5:5, das Spiel war offen. Johanna Reichert übernahm die Verantwortung im Rückraum, während Torhüterin Christina Lövgren Hallberg in Unterzahl mit wichtigen Paraden glänzte. Mitte der ersten Halbzeit fand der THC zunehmend zu seinem Rhythmus. Durch konzentrierte Abschlüsse und eine stabilere Abwehr setzte sich die Mannschaft von Trainer Herbert Müller zwischenzeitlich auf vier Tore ab (10:14). Besonders Lotta Heider setzte Akzente im Angriffsspiel. Doch Larvik reagierte, erhöhte das Tempo und nutzte die Thüringer Nachlässigkeiten konsequent aus. Vom Siebenmeterpunkt verkürzten die Gastgeberinnen und kämpften sich Tor um Tor heran. Kurz vor der Pause war die Partie wieder völlig offen – mit einem leistungsgerechten 17:17 ging es in die Kabinen.
Den besseren Start in Durchgang zwei erwischte Larvik. Innerhalb weniger Minuten zog das norwegische Team auf 21:18 davon. Der THC agierte im Angriff zu überhastet, ließ klare Chancen liegen und offenbarte in der Defensive Lücken. Doch die Thüringerinnen bewiesen Moral. Lotta Heider verkürzte, Jana Scheib setzte sich im Eins-gegen-eins durch und brachte ihr Team zurück ins Spiel. Mit einer offensiveren Deckungsvariante störten die Gäste den Spielfluss Larviks zunehmend. Nach einem energischen Vier-Tore-Lauf war beim 23:23 (45.) alles wieder ausgeglichen. In der entscheidenden Phase bewies Herbert Müller ein glückliches Händchen. Er stellte auf die offensive Variante Sieben-gegen-Sechs um – eine Maßnahme, die das Spiel kippte. Mit zusätzlichem Druck im Angriff fand der THC nun immer wieder die Lücken in der norwegischen Defensive. Johanna Reichert traf zum 27:24, Jana Scheib legte nach und baute die Führung weiter aus. Auch defensiv steigerten sich die Thüringerinnen deutlich. Laura Kuske vernagelte phasenweise das Tor, während Larvik fast neun Minuten ohne eigenen Treffer blieb. Mit wachsender Sicherheit kontrollierte der THC das Spielgeschehen. Die Führung wuchs zwischenzeitlich auf sechs Tore an, Larvik fehlte in der Schlussphase die Kraft. Der Thüringer HC spielte die verbleibende Zeit souverän herunter und feierte am Ende einen verdienten 34:28-Erfolg. Mit diesem starken Auswärtssieg krönte der Thüringer HC eine intensive Gruppenphase und zog als Gruppensieger ins Viertelfinale der EHF European League ein. Die Mannschaft bewies Kampfgeist, taktische Disziplin, Nervenstärke und Qualitäten, die auch in der K.-o.-Runde gefragt sein werden.
Statistik
Statistik:
Larvik HK: Olivia Lykke Nygaard 1, Dina Frisendal, Charlotte Koffeld Iversen 1, Kine Hauge Kvalsund 2, Constance Hedenstad, Sara Berg 1, Martine Wolff, Julie Hulleberg 4, Frøydis Wiik Seierstad 4, Guro Ramberg 4/2, Tirill Alexandrine Solumsmoen Mørch 5, Tiril Birgitte Rosenberg, Maja Furu Sæteren 6
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Nathalie Hendrikse, Lotta Heider 7, Julie Holm, Anika Niederwieser, Luca Farago 4, Jana Scheib 5, Rikke Hoffbeck Petersen, Natsuki Aizawa 1, Anna Szabo 3, Johanna Reichert 10/4, Csenge Kuczora 4/1, Kelly De Abreu Rosa
Strafwürfe: 2/2 – 5/6
Zeitstrafen: 1 – 3
Zuschauer: 312
Schiedsrichter: Aleksandrs Radcenko (LAT), Ralfs Persis (LAT)
EHF Delegate: Kalev Ventsli (EST)
Bericht: Lena Leissring, Falk Freytag
Foto: Heike Gerhardt- Leissring