Thüringer HC behält im Ostderby die Nerven – 32:30-Heimsieg gegen die Wildcats

31.10.2026
Falk Freytag

Spannendes Ostderby in der Salza-Halle. Der Thüringer HC bezwang den SV Union Halle-Neustadt mit 32:30 (14:14). Die Wildcats erwiesen sich als hartnäckiger Gegner und machten es den Gastgeberinnen bis in die Schlussminuten schwer. Am 7. Spieltag der Alsco Handball Bundesliga Frauen stand das zweite Ostderby der Saison auf dem Programm. Der Thüringer HC empfing den SV Union Halle-Neustadt in der Salza-Halle. Die Favoritenrolle lag zwar bei den Gastgeberinnen, doch die Wildcats hatten angekündigt, den THC-Fans an Halloween das Fürchten zu lehren. Und tatsächlich entwickelte sich ein Duell, das den Zuschauerinnen und Zuschauern einiges an Spannung bot. Am Ende behielt der Thüringer HC jedoch die Oberhand und sicherte sich mit einem 32:30-Erfolg zwei wichtige Punkte.

Personell konnte der Thüringer HC nach der Nationalmannschaftspause nahezu aus dem Vollen schöpfen. Alle Spielerinnen waren gesund von ihren internationalen Einsätzen zurückgekehrt und standen für das Derby zur Verfügung.

Der THC erwischte den besseren Start. Nach einer erfolgreichen Abwehraktion nutzte Kelly de Abreu Rosa den Gegenstoß und erzielte den ersten Treffer der Partie. Halle antwortete mit einem verwandelten Siebenmeter. In der Anfangsphase tat sich die Thüringer Offensive allerdings schwer. Mehrfach scheiterten die Gastgeberinnen an der gut aufgelegten Lena Schmid im Tor der Wildcats oder ließen aussichtsreiche Chancen ungenutzt. Auf die eigene Defensive konnte sich der THC zunächst verlassen. Insbesondere der Innenblock arbeitete aufmerksam und erschwerte den Gästen den Weg zum Tor. Dennoch gelang es den Thüringerinnen nicht, sich entscheidend abzusetzen. Da auch Halle offensiv zunächst wenig Durchschlagskraft entwickelte, reagierte Gästetrainer Pether Krautmeyer bereits in der neunten Minute mit einer Auszeit. Nach zehn Minuten führte der THC mit 4:2. Doch die Wildcats blieben dran. Marie Polakova verkürzte mit einem sehenswerten Schlenzer in die rechte obere Ecke, kurz darauf stellte Tina Wagenlader den Ausgleich her. THC-Trainer Herbert Müller sah sich daraufhin ebenfalls zu einer Auszeit gezwungen. Auch im weiteren Verlauf blieb die Begegnung umkämpft. Nach 15 Minuten stand es 7:6 für die Gastgeberinnen. Der THC versuchte anschließend, mit der Sieben-gegen-Sechs-Variante zusätzliche Überzahlsituationen zu schaffen. Allerdings nutzte Lena Schmid einen Ballgewinn und traf aus dem eigenen Torraum ins verwaiste Thüringer Tor. Erst in der 22. Minute gelang dem THC durch einen verwandelten Siebenmeter von Levke Kretschmann wieder eine Zwei-Tore-Führung (11:9). Doch Halle ließ sich nicht abschütteln. Nach dem erneuten Anschlusstreffer übernahmen die Wildcats in der 25. Minute durch Lea Gruber sogar erstmals die Führung (11:12). Die Thüringerinnen erspielten sich zwar weiterhin gute Möglichkeiten, ließen jedoch die notwendige Konsequenz im Abschluss vermissen. So ging es nach einer intensiven und ausgeglichenen ersten Halbzeit mit einem 14:14-Unentschieden in die Kabinen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst offen. Der Thüringer HC startete mit einer Sieben-gegen-Fünf-Überzahl, konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen. Stattdessen gelang Halle sogar in Unterzahl die Führung. Im Thüringer Tor stand nun Maie Gomaa, die sich mit zwei starken Paraden eindrucksvoll einführte. Auf der Gegenseite blieb Levke Kretschmann vom Siebenmeterpunkt zunächst eine sichere Bank und erzielte in der 35. Minute den Ausgleich zum 15:15. Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich Maie Gomaa zu einem wichtigen Rückhalt ihrer Mannschaft. Ihre Paraden gaben dem THC Sicherheit und ermöglichten es den Gastgeberinnen, das Spiel wieder stärker zu kontrollieren. Kelly de Abreu Rosa brachte den Thüringer HC erneut in Führung. Nach 40 Minuten hatten sich die Thüringerinnen einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 18:16 erarbeitet. Doch auch diesmal war die Begegnung längst nicht entschieden. Nach einem Offensivfoul und einer Zeitstrafe gegen Lotta Heider nutzten die Wildcats ihre Chance. Nur wenig später erzielten sie per Empty Goal den erneuten Ausgleich zum 19:19. Der THC ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Natsuki Aizawa übernahm Verantwortung, setzte sich im Eins-gegen-Eins durch und brachte den Ball im Hallenser Tor unter. Mit einem anschließenden Drei-Tore-Lauf schienen sich die Gastgeberinnen erstmals etwas deutlicher absetzen zu können. Doch Halle kämpfte weiter und hielt den Anschluss. Ein vergebener Siebenmeter von Levke Kretschmann brachte die Thüringerinnen nicht aus dem Rhythmus. Nach 50 Minuten stand es 25:23. Die Schlussphase versprach Hochspannung. Die Wildcats stellten ebenfalls auf Sieben gegen Sechs um und versuchten, den Rückstand noch einmal aufzuholen. Der THC musste nun vor allem in der Defensive konzentriert arbeiten und seine Führung verteidigen. Halle blieb gefährlich und nutzte jede Gelegenheit, um den Abstand zu verkürzen. Doch die Thüringerinnen fanden in den entscheidenden Momenten die richtigen Antworten. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit, wichtigen Torhüterparaden und der nötigen Konsequenz im Angriff gelang es dem THC, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Nach 60 intensiven Minuten stand ein 32:30-Heimsieg auf der Anzeigetafel. Damit sicherte sich der Thüringer HC im zweiten Ostderby der Saison zwei weitere Punkte.

Die Wildcats hatten ihr Halloween-Versprechen durchaus eingelöst und dem Favoriten einen deutlich schwereren Abend bereitet als erwartet. Am Ende aber bewies der Thüringer HC die größere Nervenstärke und durfte gemeinsam mit den Fans in der Salza-Halle einen hart erkämpften Derbysieg feiern.

Statistik

Statistik:

 

Thüringer HC: Maie Gomaa, Laura Kuske, Luca Csikos 1, Alfa Bra Oddsdottir Hagalin, Lotta Heider, Giulia Guarieiro, Levke Kretschmann 9/3, Sabrina Tröster 4, Jana Scheib 1, Teresa von Prittwitz 2, Natsuki Aizawa 3, Anna Szabo 2, Marcela Arounian 3, Dilayla Alarslan, Jolina Huhnstock 1, Kelly de Abreu Rosa 6

 

SV Union Halle Neustadt: Marijana Ilic, Lena Schmid 1, Maksi Pallas, Valerie Smith, Gerda Kairyte, Viktoria Marksteiner, Tina Wagenlader 3, Fabienne Büch 5/3, Emma Hertha 5, Lea Gruber 3, Marie Polakova 4, Lynn Holtmann 5, Nele Wenzel 3, Lois van Vliet, Ilona Kieffer, Paulina Stapurewicz 1

 

Siebenmeter: 3/5 – 3/3

Zeitstrafen: 1 – 4

Zuschauer: 1170

Schiedsrichter: Pelin Odabas, Lynn van Os

 

Bericht: Falk Freytag, Lena Leissring 

Fotos: Christian Heilwagen

Nächstes Spiel

8. Spieltag

Thüringer HC : HC Leipzig

Salza Halle

08.11.2026   15:30 Uhr