THC ohne Durchschlagskraft

30.10.2025
Isabel Baumbach

Die Handballerinnen des Thüringer HC mussten sich in der Bundesliga-Partie bei Borussia Dortmund den Gastgeberinnen mit 36:31 (23:15) geschlagen geben. Ohne die verletzten Johanna Reichert und Laura Kuske fanden die Gäste nur schwer ins Spiel und gerieten früh in Rückstand. Beste Werferinnen ihrer Mannschaften waren Alina Grijseels und Csenge Kuczora mit jeweils 10 Toren.  

Bereits in den Anfangsminuten entwickelte sich eine torreiche Begegnung, in der beide Abwehrreihen zunächst kaum Zugriff fanden. Nach zehn Minuten führte der BVB mit 7:5. Während die Dortmunderinnen mit hohem Tempo und druckvollem Rückraumspiel überzeugten, leistete sich der THC im Angriff zu viele technische Fehler und ungenaue Abschlüsse. Diese nutzten die Gastgeberinnen konsequent aus und setzten sich über schnelle Gegenstöße bis auf 11:7 ab. THC-Trainer Herbert Müller reagierte in der 16. Minute mit seinem ersten Team-Timeout. Er forderte von seiner Mannschaft ein schnelleres Umschalten zwischen Angriff und Abwehr sowie mehr Bewegung im Positionsspiel. Die Umstellung auf eine Variante mit vier Rückraumspielerinnen brachte jedoch zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Die Dortmunderinnen blieben konsequent in der Defensive und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Bis zur Pause fanden die Thüringerinnen weder in der Abwehr noch im Angriff zu ihrer gewohnten Stabilität. Der BVB nutzte seine Chancen effizient und ging nach einem 4-Tore-Lauf mit einer klaren 23:15-Führung in die Halbzeitpause

 

Der Thüringer HC startete engagiert in die zweite Halbzeit und verkürzte durch zwei schnelle Treffer zunächst auf 24:17. Doch anstatt weiter aufzuschließen, vergab der THC zwei Siebenmeter und verpasste es damit, den Druck auf die Dortmunderinnen zu erhöhen. Der BVB nutzte diese Schwäche eiskalt aus, stellte den alten Abstand wieder her und kontrollierte in der Folge souverän das Spielgeschehen. Die Gäste leisteten sich weiterhin zu viele technische Fehler und agierten im Rückzugsverhalten oft zu zögerlich. Trainer Herbert Müller reagierte mit einem frühen Team-Timeout und brachte Kim Ott, die sich sofort in die Torschützenliste eintragen konnte. Auch der taktische Versuch, mit einer siebten Feldspielerin zu agieren, brachte keine entscheidende Wende. Zwar zeigte Torhüterin Christina Lövgren Hallberg mit mehreren sehenswerten Paraden eine starke Leistung, doch die Gastgeberinnen blieben stets gefährlich und trafen immer wieder ins verwaiste THC-Tor. Nach rund 45 Minuten lag der BVB bereits mit zehn Treffern in Führung – ein Rückstand, den die Thüringerinnen nicht mehr aufholen konnten. Dortmund fand auf nahezu jeden Angriff der Gäste eine passende Antwort und überzeugte mit kompakter Abwehrarbeit sowie variablem Tempospiel. In der Schlussphase gelang dem THC durch eine engagierte Leistung noch etwas Ergebniskosmetik, doch am verdienten 36:31-Erfolg der Dortmunderinnen änderte das nichts mehr. Besonders spürbar war das Fehlen von Johanna Reichert, deren Präsenz und Torgefahr dem THC im Positionsspiel merklich fehlten.

 

Bericht: Lena Leißring, Falk Freytag

Bild: Heike Leißring

Statistik

Borussia Dortmund: Teodora Roncevic, Melinda Szikora, Sarah Wachter; Alina Grijseels 10/3, Maraike Kusian 1, Lisa Antl 2, Kaja Kamp Nielsen 1, Deborah Lassource 2, Guro Husebo 1, Emma Olsson 1, Kelly Vollebregt 1, Guro Nestaker 6, Lara Egeling 3, Dana Bleckmann 8, Felina Menne

Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Lina Kirschner; Sharon Nooitmeer, Nathalie Hendrikse, Lotta Heider, Julie Holm 2, Giulia Guarieiro 4, Anika Niederwieser, Luca Farago 1, Rikke Hoffbeck Petersen 1, Natsuki Aizawa 5, Kim Ott 2, Anna Szabo 2, Dilayla Alarslan, Josefine Hanfland 4, Csenge Kuczora 10/3

Strafwürfe: 3/3 – 3/5
Zeitstrafen: 2 – 4
Zuschauer: 556
Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah, Suresh Thiyagarajahgf

Nächstes Spiel

Samstag, 15.11.2025
Alsco-Handball Bundesliga Frauen, 18:00 Uhr
Thüringer HC – TuS Metzingen
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza