Siegeswille und Spielfreude umsetzen
Am Samstag, den 31. Oktober geht es nach zwei Wochen Länderspielpause in der Alsco-HBF mit dem 7. Spieltag weiter. Der Thüringer HC empfängt in der heimischen Salza-Halle, um 18:00 Uhr, die “Wildcats” vom SV Union Halle-Neustadt.
Rückblick: Der THC macht seinen Fans gerade viel Freude. Nach einem gelungenen Saisonstart belegt die Mannschaft in der Bundesliga-Tabelle, punktgleich und in der Saison unbesiegt, hinter dem Deutschen Meister (der eine um 8 Tore bessere Tordifferenz aufweist) den zweiten Tabellenrang. Den gilt es nicht nur weiter zu verteidigen; bis zur Europameisterschafts-Pause sollen weitere Siege hinzukommen. Die Mannschaft hat dabei in zwei Spielen gegen den Deutschen Meister schon eine erstaunliche Kampfkraft und Spielfreude nachgewiesen. Dieses Niveau gilt es nunmehr in den nächsten Spielen zur Perfektion zu entwickeln. Herbert Müller sieht insbesondere Reserven im noch konsequenteren Wurfverhalten und einer weiter zu verbessernden Defensive. Im Training lag darauf der Schwerpunkt. Zuletzt gelang auswärts in Zwickau, die durch die Rückkehr von Silje Brons-Persen an Spielstärke zulegen konnten, ein überzeugender Auswärtssieg. Genau gegen denselben Gegner hat Halle-Neustadt ihren bisherigen einzigen Saisonsieg gefeiert.
Zum Spiel: Nach Sachsen Zwickau ist es das zweite Derby in Folge. Die Ansetzung bringt es mit sich, dass eine Woche später gegen den Bundesligaaufsteiger HC Leipzig ein weiteres Ost-Derby folgt. Für die Salza-Halle und die THC-Fans ist das eine durchaus interessante Konstellation, zumal der THC als Favorit in die Spiele geht und mit seinem Heimpublikum weiter ungeschlagen bleiben möchte. Der SV Union Halle-Neustadt indes gehört im Augenblick noch zu den “Kellerkindern” der Bundesliga-Tabelle. Dabei sind die Saale-Städterinnen am zweiten Spieltag mit einem sensationellen 33:33-Unentschieden beim hoch favorisierten Vorjahres-Vierten HSG Bensheim-Auerbach besonders aufgefallen. Sie mussten auch schon gegen die Top-Favoriten Borussia Dortmund und die HSG Blomberg-Lippe antreten, wo sie eigentlich nichts zu verlieren hatten. Die Rollen heute sind eindeutig verteilt: die Gäste kommen, um den THC herauszufordern und zu ärgern – der THC aber will seinen 2. Tabellenrang verteidigen und die Tordifferenz zu Blomberg weiter verkürzen. Auch bei den Wildcats gab es für diese Saison einen Umbruch – mit Clara Reuthal (HSG Bensheim/Auerbach), Lilli Röpcke (HSG Blomberg-Lippe und Lucy Strauchmann (Buxtehuder SV) gab es namhafte Abgänge, sieben Neuzugänge müssen weiter integriert werden. Mit Pether Krautmeyer steht ein neuer Chefcoach an der Seitenlinie. Für diese Saison möchte der Schwede die Wildcats endlich in ein ruhigeres Fahrwasser führen, um nicht bis in die Play Downs um den Abstieg fürchten zu müssen. Das wollen wir den sympathischen Gästen wünschen – schließlich ist die Fahrt nach Halle (115 km) die kürzeste Auswärtsfahrt für den THC. Dazu tritt man mit einem gegenüber der Vorsaison breiter aufgestellten 20-er Kader an. Von den Torhüterinnen hat sich Lena Schmid mit bisher 54 Paraden ins Spitzenfeld der Torhüterinnen der Liga gebracht. Unter den besten Werferinnen rangieren die Rechtsaußen Emma Hertha und Spielregisseurin Lea Gruber, für die 7-Meter trägt meist Fabienne Büch (Linksaußen) die Verantwortung. Mit Madeleine Ostlund organisiert eine profilierte Kreisläuferin die Abwehr und die Niederländerin Lynn Molenaar im rechten Rückraum avisiert als Schlüsselspielerin. Mit Lynn Holtman (Rückraum links), Lois van Vliet (Linksaußen) und Valerie Smits (Kreis) sind drei weitere Niederländerinnen neu im Kader. Diese niederländische Note wird den Frauen aus der Saalestadt gut tun. Im weiteren Saisonverlauf wird sich die Mannschaft steigern.
Zum Kader: Bis zur Länderspielpause waren alle THC-Spielerinnen wieder zurück, auch Giulia Garieiro hatte einen gelungenen Saisonauftakt in der THC-Zweiten. Es ist zu hoffen, dass die Nationalspielerinnen wieder gesund ins Team zurückkehren (Brasilien spielte in Schweden, Ungarn gegen Frankreich, Japan in Spanien und Island gegen Polen).