Sieg im ersten Ostderby – Thüringer HC überzeugt in Zwickau
Der Thüringer HC hat das erste von drei aufeinanderfolgenden Ostderbys für sich entschieden. Am 6. Spieltag der Alsco HBF setzte sich die Mannschaft von Trainer Herbert Müller auswärts gegen den BSV Zwickau mit 33:23 (18:12) durch und unterstrich damit eindrucksvoll ihre Favoritenrolle. Der Thüringer HC reiste als ungeschlagene Mannschaft nach Zwickau. Neben den zwei Punkten hatte Trainer Herbert Müller ein weiteres Ziel: Möglichst allen Spielerinnen Einsatzzeiten zu ermöglichen und die Mannschaft für die kommenden Aufgaben zu stärken. Lediglich Giulia Guarieiro stand nicht zur Verfügung.
Die Partie begann zunächst mit starken Torhüterleistungen auf beiden Seiten. Zweimal scheiterten die Thüringerinnen an Zwickaus Torhüterin Katja Grewe, sodass der THC zunächst nicht ins Spiel fand. Kelly de Abreu Rosa und Jana Scheib sorgten anschließend für die ersten beiden Treffer der Gäste. Nina Ramusovic verkürzte für Zwickau, nachdem sie ihren eigenen verworfenen Siebenmeter im Nachwurf verwandeln konnte. Offensiv überraschte Herbert Müller mit einer variablen Rückraumkonstellation. Natsuki Aizawa wechselte zwischen der linken und rechten Rückraumposition. Die ungewohnte Abstimmung führte zwar vereinzelt zu Ballverlusten, doch die Thüringerinnen fanden zunehmend ihren Rhythmus. Zwickau nutzte Fehler konsequent und hielt die Begegnung zunächst offen. In der 10. Minute stand es 4:5 aus Sicht der Gastgeberinnen. Keine Mannschaft konnte sich in dieser Phase entscheidend absetzen. Der THC legte vor, Zwickau hielt dagegen und verkürzte den Rückstand immer wieder. Um im Angriff zusätzliche Durchschlagskraft zu entwickeln, stellte Herbert Müller auf das Spielsystem Sieben gegen Sechs um. Die Maßnahme zeigte Wirkung: Jolina Huhnstock traf vom Kreis und sorgte in der 20. Minute erstmals für eine Drei-Tore-Führung der Thüringerinnen. BSV-Trainer Normen Rentsch reagierte mit seiner ersten Auszeit. Zwickau versuchte anschließend, das schnelle Angriffsspiel des THC mit einer körperbetonten Abwehr zu unterbinden. Die daraus resultierenden Zeitstrafen eröffneten den Gästen zusätzliche Möglichkeiten. Auch Torhüterin Maie Gomaa setzte ein Ausrufezeichen: Sie nutzte das verwaiste Zwickauer Tor und trug sich selbst in die Torschützenliste ein. Levke Kretschmann bewies vom Siebenmeterstrich erneut ihre Nervenstärke und verwandelte ihre Strafwürfe sicher. Zwickau gab sich jedoch nicht auf und hielt den Abstand zunächst in Grenzen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit erhöhte der THC noch einmal das Tempo und legte einen beeindruckenden 4:0-Lauf hin. Mit einer verdienten 18:12-Führung ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Thüringerinnen konzentriert. Zwickau versuchte es nun selbst mit der taktischen Variante Sieben gegen Sechs. Doch der Plan ging nicht auf. Der THC nutzte die sich bietenden Chancen konsequent und erzielte zwei schnelle Treffer. Damit wuchs der Vorsprung bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 20:12. Im Tor übernahm nun Laura Kuske. Herbert Müller nutzte die komfortable Führung, um weiter durchzuwechseln und möglichst vielen Spielerinnen Einsatzmöglichkeiten zu geben. Die Mannschaft blieb dabei spielbestimmend und ließ den Gastgeberinnen nur wenig Raum, um noch einmal ernsthaft heranzukommen. Anna Szabo traf von der Linksaußenposition und erhöhte mit dem 24:15 den Vorsprung. Nach einem Gesichtstreffer gegen Laura Kuske musste Amelia Worozanska für zwei Minuten auf die Bank. Der THC nutzte die Überzahl und baute durch Jolina Huhnstock die Führung auf zehn Tore aus – 25:15. Zwickaus Trainer Normen Rentsch reagierte mit seiner zweiten Auszeit. Doch auch danach kontrollierten die Thüringerinnen das Geschehen. Levke Kretschmann blieb vom Siebenmeterpunkt zuverlässig, während Anna Szabo mit einem Doppelschlag in der 54. Minute auf 32:19 erhöhte. Der THC überzeugte weiterhin mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und ließ sich den klaren Vorsprung nicht mehr nehmen. THC Youngster Dilayla Alarslan setzte mit einem erfolgreichen Eins-gegen-Eins noch einen Akzent für die Gäste. Am Ende stand ein deutlicher und verdienter 33:23-Auswärtssieg für den Thüringer HC auf der Anzeigetafel.
Mit einer starken Schlussphase der ersten Halbzeit, einem konsequenten Start in den zweiten Durchgang und einer kontrollierten Spielgestaltung über die gesamte Partie hinweg wurde der Thüringer HC seiner Favoritenrolle gerecht. Besonders erfreulich war, dass Trainer Herbert Müller angesichts des komfortablen Vorsprungs zahlreiche Spielerinnen einsetzen konnte, ohne die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Damit sichert sich der THC die Punkte im Ostderby gegen den BSV Sachsen Zwickau und setzt seine Erfolgsserie fort. Gleichzeitig ist der Auswärtssieg ein gelungener Auftakt in die Serie von drei aufeinanderfolgenden Ostderbys.
Statistik
Statistik:
BSV Zwickau: Katja Grewe, Paulina Curth, Lilja Agustsdottir, Lili Balogh, Rita Campos 2, Kristina Dramac 4, Jagoda Tobolewska, Neele Reuter, Silje Brons Petersen 4/4, Liv Navne 2, Victoria Hasselbusch 3, Julia Niewiadomska, Amelia Worozanska, Zoe Stens 2, Nina Ramusovic 6, Rome Celine Steverink
Thüringer HC: Maie Gomaa 1, Laura Kuske, Luca Csikos 3, Alfa Bra Oddsdottir Hagalin, Lotta Heider 3, Levke Kretschmann 6/6, Sabrina Tröster , Jana Scheib 6, Teresa von Prittwitz 1, Natsuki Aizawa 1, Anna Szabo 4, Marcela Arounian 2, Dilayla Alarslan 1, Jolina Huhnstock 3, Kelly de Abreu Rosa 2
Siebenmeter: 4/5 – 6/6
Zeitstrafen: 4 – 2
Zuschauer: 868
Schiedsrichter: Niels Wienrich, Julian Fedtke
Bericht: Falk Freytag, Lena Leissring
Fotos: Heike Gerhardt-Leissring