Schmerzhafte Niederlage in Oldenburg

12.02.2026
Isabel Baumbach

Der Thüringer HC musste im Rückspiel der Alsco Bundesliga der Frauen eine Niederlage hinnehmen. Trotz einer überzeugenden ersten Halbzeit und einer 19:17-Führung zur Pause unterlag das Team von Herbert Müller dem VfL Oldenburg mit 30:35. Die Thüringerinnen verpassten damit die Chance, sich frühzeitig eine bessere Ausgangsposition im Playoff-Rennen zu sichern. Beste Werferin des Spiels war Joanna Granicka mit 11 Toren auf Seiten der Gastgeberinnen und Anna Szabo mit 6 Toren für den THC.

Oldenburg überraschte zu Beginn mit einer offensiven Sieben‑gegen‑Sechs‑Taktik, um die Thüringer Abwehr zu fordern. Trotzdem fand der THC gut in die Partie und zeigte von Beginn an eine stabile Abwehrleistung. Laura Kuske setzte früh ein Ausrufezeichen, als sie den ersten Oldenburger Abschluss entschärfte. In der Offensive überzeugten vor allem Natsuki Aizawa und Linksaußen Anna Szabó, die immer wieder Lücken in der VfL-Deckung fanden. Eine Überzahlsituation nach einem Oldenburger Wechselfehler nutzte der THC clever aus: Zwei Treffer ins leere Tor brachten die verdiente 8:6-Führung nach 15 Minuten. In dieser Phase des Spiels fielen die Tore wie am Schnürchen. Oldenburg gelang wiederholt der Ausgleich. Sie nutzen dabei das Empty Goal. Toni Reinemann traf in das leere THC Tor zum 11:11. Beim Stand von 13:14 nach 22 Minuten nahm Herbert Müller seine erste Auszeit. Da Oldenburg Topscorerin Johanna Reichert bereits ab 12 Metern direkt deckte, gelang ihr erst in der 25. Minute ihr erstes Tor durch einen 7-Meter. Niels Bötel versuchte seine Mannschaft mit einem Timeout in den letzten zwei  Minuten der ersten Halbzeit noch einmal zu pushen. Durch konsequentes Spiel über Außen und den Kreis ging der THC mit einem 19:17-Vorsprung in die Kabine.

Der Start in die zweite Halbzeit verlief zunächst ausgeglichen. Anna Szabó traf im Nachwurf zum 17:20, doch zwei verwandelte Siebenmeter der Gastgeberinnen brachten Oldenburg wieder heran. Ein vergebener Strafwurf von Johanna Reichert in der 38. Minute leitete schließlich die Phase ein, die dem THC das Spiel kostete. Oldenburg nutzte jede Unsicherheit konsequent aus. Während die Thüringerinnen zehn Minuten lang ohne eigenen Treffer blieben, erzielte der VfL acht Tore in Serie. Torhüterin Madita Kohorst brachte den THC-Angriff mit zahlreichen Paraden zusätzlich ins Stocken. Erst Csenge Kuczora beendete in der 47. Minute die Torflaute. Doch zu diesem Zeitpunkt lag der THC bereits deutlich mit 30:23 zurück. Auch der erneute Versuch, mit Sieben-gegen-Sechs Druck aufzubauen, brachte nicht die erhoffte Wende. Nathalie Hendrikse verkürzte zwar mit einem Doppelschlag, doch Oldenburg ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Der Thüringer HC zeigte über weite Strecken eine starke Leistung, verlor das Spiel jedoch mit 35:30 in einer einzigen, aber entscheidenden Schwächephase. Die Mannschaft präsentierte sich kämpferisch, variabel und mit guten Lösungen im Angriff – doch fehlende Konsequenz im Abschluss und die starke Oldenburger Leistung ihrer Torhüterin verhinderten ein besseres Ergebnis. Für den THC gilt es nun, die positiven Elemente der ersten Halbzeit mitzunehmen und die Fehlerphase klar zu analysieren, um im Playoff‑Kampf wieder anzugreifen.

Statistik

Vfl Oldenburg: Madita Kohorst, Alexandra Humpert; Lisa Borutta 1, Lana Teiken 1, Toni-Luisa Reinemann 8, Jane Martens, Marie Steffen 9, Mikkeline Xavia Oetjen, Ariane Pfundstein 1, Joanna Granicka 11/5, Pam Korsten, Paulina Golla 1, Jenny Behrend 3, Lisa-Marie Fragge

Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske; Nathalie Hendrikse 4, Lotta Heider 1, Julie Holm 1, Anika Niederwieser 1, Luca Farago 5, Jana Scheib 3, Natsuki Aizawa 2, Kim Ott, Anna Szabo 6, Johanna Reichert 4/1, Dilayla Alarslan, Csenge Kuczora 2, Kelly De Abreu Rosa 1

Strafwürfe: 5/7 – 1/2
Zeitstrafen: 2 – 2
Zuschauer: 1364
Schiedsrichter: Matthias Klinke, Sebastian Klinke

Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring

Bild: Heike Gerhard-Leißring

Nächstes Spiel

Sonntag, 15.02.2026
European League, 14:00 Uhr
Thüringer HC – Motherson Mosonmagyarovari KC
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza