Platz vier fest im Visier

28.02.2026
Isabel Baumbach

Am Samstag, den 28. Februar, um 19:30 Uhr, in der Paul Horn-Arena Tübingen, trifft der Thüringer HC am 19. Spieltag der Alsco HBF auf Gastgeber TuS Metzingen. Das Spiel will der THC gewinnen, um Rang vier in der Tabelle zu festigen.

Rückblick: Die Niederlage gegen den BVB Dortmund am letzten Spieltag kam nicht so sehr unerwartet, aber das Wie, der Auftritt des Teams, vor allem in der zweiten Halbzeit war enttäuschend. Man kann gegen den Bundesliga Spitzenreiter auch zu Hause verlieren, keine Frage, der BVB war klarer Favorit. Aber warum die Mannschaft nach guter erster Halbzeit, dann so eingebrochen ist, wirft Fragen auf. Auch Herbert Müller war enttäuscht und nahm seine Mädels in die Pflicht. In Vorbereitung auf das entscheidende Gruppenspiel in der EHF European League in Larvik wurde akribisch gearbeitet. Die Aufgabenstellung hat eine Jede, hat das Team dann bravourös umgesetzt. “Es wäre schief gelaufen, wenn wir uns auf andere verlassen hätten”, sagt Herbert Müller und meint damit die Niederlage von Baia Mare in Mosonmagyarovar. “Wir können uns nur auf uns selbst verlassen” und deshalb verlangt der Trainer zum Schluss der Punkterunde noch drei Siege in der Bundesliga. Nach Metzingen empfängt der THC am 18. März noch Sachsen Zwickau und zum Abschluss, am 4. April, die HSG Bensheim/Auerbach in der Salza-Halle. Gewinnt der THC die Spiele, ist Platz vier sicher. Es gibt im Grunde mit dem VfL Oldenburg nur einen Widersacher, der hat aber sogar noch zwei Spiele mehr zu absolvieren, darunter zwei Auswärtsspiele bei Blomberg-Lippe und dem BVB. Das ist das deutlich schwerere Restprogramm.

 

Zum Spiel: Der Gegner TuS Metzingen platziert sich in der Tabelle im Niemandsland, Rang sieben in der Tabelle 13:19 Punkte. Die Tussies haben sowohl mit den Play-offs als auch mit den Playdowns nichts zu tun. Aber Rang sechs kann noch interessant sein für einen Europa League Platz. Den peilen der VfL Oldenburg, die Sport-Union Neckarsulm und eben die Tussies an. Zu Hause ist TuS Metzingen immer noch ein ernsthafter Herausforderer. Mit dem Wechsel nach Tübingen ist der Zuschauerzuspruch deutlich gestiegen. Zu Hause hat man den VfL Oldenburg und die Sport-Union Neckarsulm besiegt (beide 30:29). Aber die Heimspiele gegen die HSG Blomberg.Lippe und gegen Dortmund gingen beide klar verloren. In den letzten 10 Spielen gab es nur drei Siege. Metzingen ringt gerade so ein wenig mit dem eigenen Anspruch. Dabei haben sie in den letzten Jahren den Anschluss an die Bundesliga-Spitze verloren. 2017, 2019 und 2021 noch Bronze-Plätze, fielen sie zurück auf die Ränge fünf und sieben (2024/25). Es gab danach einen Umbruch, aber mit Marie Weiß im Tor, Svenja Hübner am Kreis und in der Abwehr, mit Spielmacherin Nele Franz, der Brasilianierin Gabriela Bitolo und Klara Schlegel auf Rückraum rechts oder Selina Lindemann (Linksaußen) sind sie sehr torgefährlich. Auch so, Sabrina Tröster auf Rechtsaußen, die in der kommenden Saison zum THC wechselt. Der THC hat nach Herbert Müller “zuletzt zu wechselhaft gespielt, von überragend bis jämmerlich”. Aber noch immer spielen seine Damen in drei Wettbewerben mit, haben als einzige HBF-Mannschaft den Sprung ins European League-Viertelfinale geschafft, stehen im Pokal-Final4, Mitte März in Stuttgart.
“Wir haben alles noch in eigenen Händen”, sagt der Trainer und geht optimistisch an das Ziel, Platz vier zu untermauern. “Wir müssen die Auswärtsaufgabe, so wie die in Larvik, annehmen”, sagt er. Die THC -Fans werden auch in Tübingen dabei sein. Es wird spannend, aber auch nicht unlösbar.


Zum Kader: Vielleicht stößt nach zuletzt Rikke Hoffbeck-Petersen nun auch Josefine Hanfland zurück in den Kader. Zugleich verkündete Herbert Müller mit der Brasilianerin Marcella Santos Arounian  einen weiteren Neuzugang für 2026/27. Die 26-jährige, 1,83 m große Kreisläuferin, Nationalspielerin Brasiliens,  kommt vom französischen Erstligisten Saint Amand (Tabellen-Vierter) zum THC. Sie ist Herbert Müller bei der letzten Weltmeisterschaft (Brasilien-Rang Sechs) besonders aufgefallen.

Vorbericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen