Jetzt gleich Stärke demonstrieren

27.12.2025
Isabel Baumbach

Am Samstag den 27. Dezember, um 18:00 Uhr,  wird die Bundesligasaison nach der sechswöchigen WM-Pause mit dem 9. Spieltag fortgesetzt. Im letzten Spiel des Jahres trifft der Thüringer HC auswärts in einem mitteldeutschen Derby auf den BSV Sachsen Zwickau. Bei den ambitionierten Sächsinnen ist das ein schwieriges Auswärtsspiel. Trotzdem muss das Ziel heißen: beide Punkte aus der Stadthalle Zwickau zu entführen.

Rückblick: Die Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden hat für den Frauenhandball allgemein und für Deutschland neue Maßstäbe gesetzt. Mit dem Gewinn der Silbermedaille hat die DHB-Auswahl sich in die Phalanx der großen Frauenhandballnationen der Welt gespielt. Die Silbermedaille muss Ansporn sein, dieses Level zu stabilisieren. Für die Handball Clubs bedeutet das international, dass sich sowohl der BVB 09 Dortmund in der Champions League als auch die drei European League Clubs, HSG Blomberg-Lippe, VfL Oldenburg und unser Thüringer HC weiter nach vorn orientieren. Für den THC als European League Titelverteidiger ist das eine sehr schwere Hürde, zumal man in die schwerste Gruppe gelost worden ist. Bevor am 11. Januar des neuen Jahres die Gruppenspiele mit einem Auswärtsspiel beim ungarischen Teilnehmer Motherson Magyarovar beginnen, muss der THC die Hinrunde der Meisterschaft mit zwei schweren Auswärtsspielen abschließen.
In der Meisterschaft lief es zuletzt für den THC so gar nicht nach Plan und Wunsch. Die Heimniederlage gegen die Sport-Union Neckarsulm kam überraschend, und die Niederlage in Dortmund war unnötig. In beiden Spielen war mehr drin, wenn auch die Verletzung von Johanna Reichert das Spiel des THC aus dem eingespielten Konzept gebracht hat. So manches Mal tat sich die THC-Mannschaft beim Re-Start der Liga nach WM oder EM sehr schwer. Dafür ist jetzt überhaupt kein Raum. Ist der Auftakt in Zwickau schon schwer, wird das nachfolgende Spiel bei der HSG Bensheim/Auerbach eine schier unlösbare Mammutaufgabe. Die Liga zeigt sich gerade vier geteilt. An der Spitze ein souverän durch die Saison gehendes Trio, angeführt von der verlustpunktfreien HSG Blomberg-Lippe und gefolgt von Bensheim/Auerbach und dem BVB mit nur zwei Minuszählern. Dahinter klafft eine große Lücke zu den Verfolgern, angeführt vom THC mit 9:7 Punkten und gefolgt von den drei punktgleichen TuS Metzingen, VfL Oldenburg und Sport-Union Neckarsulm mit jeweils 8:8 Punkten. Der Kampf um Rang vier in der Tabelle, der zur Teilnahme an den Play Offs um die Deutsche Meisterschaft berechtigt, spitzt sich zu. Am Ende der Tabelle sind der Buxtehuder SV und die SV Union Halle-Neustadt noch ohne Sieg.

 

Zum Spiel: Mit zuletzt zwei Siegen gegen die beiden Tabellen Schlusslichter hat der BSV sich ein wenig Luft aus dem Tabellenkeller verschafft. Zwickau ist mit einem neuen, ambitionierten Team in die Saison gestartet. So wie beim THC Natsuki Aizawa, spielt bei Zwickau die Japanerin Kaho Nakayama eine auffällige Rolle, in dieser Saison als Schlüsselspielerin. Die enorm schnelle Linkshänderin gehört im Verein mit Spielmacherin Silje Brons Petersen zu den herausragenden Sooterinnen der Liga. Nach dem Abgang von 11 Spielerinnen bringen sieben Neuzugänge aus renommierten Klubs, wie Molde HK (NOR), HB Ludwigsburg, EH Aalborg (DEN) und Buxtehuder SV  jene Verstärkung, die den BSV vor dem Abstiegskampf bewahren soll. Der Zwickauer Kader ist klein aber “oho”, wie man sagt. Relativ knappe Niederlagen gegen Blomberg und Bensheim unterstreichen das. Und in der Stadthalle Zwickau unterstützt ein zahlenmäßig großes Heimpublikum mit durchschnittlich 1400 Zuschauern  den BSV. Das wird kein leichter Gang für den THC nach Weihnachten.
Zum Kader: Die THC-Frauen bei der Weltmeisterschaft, Natsuki Aizawa für Japan, Csenge Kuczora für Ungarn und Gulia Guariero für Brasilien haben dort einen guten Job gemacht. Mit der Brasielianerin Kelly de Abreu Rosa kommt überraschend eine weitere WM-Teilnehmerin direkt von der WM in den Kader des Thüringer HC. Die 21-jährige Rückraum Linke soll die Lücke um die verletzte Johanna Reichert schließen, und ist vielleicht eine Option in die Zukunft.
Bericht: HaJo Steinbach
Bild: Christian Heilwagen