Jetzt gegen Buxtehude wieder punkten

13.01.2026
Isabel Baumbach

Vor zwei Monaten gab es das letzte Heimspiel des Thüringer HC in der Salza-Halle. Mit dem 13. Spieltag wird die Rückrunde nun am Mittwoch, den 14. Januar, um 19:30 Uhr gegen das Tabellenschlusslicht Buxtehuder SV fortgesetzt. Der THC hat national eine Siegesserie von fünf Siegen in Folge hingelegt, auch gegen die Gäste aus Norddeutschland sollen die Punkte in Thüringen bleiben.

Rückblick: Nach dem wichtigen und grandios herausgespielten Auswärtssieg in Bensheim wurde auch das nächste Auswärtsspiel gegen die SV Union Halle-Neustadt Halle sicher mit 43:36 gewonnen. Die Mannschaft hat den für das Erreichen der Play Offs Deutsche Meisterschaft so wichtigen 4. Tabellenplatz sicherer gemacht. Zum Spitzentrio wurde der Abstand auf drei Punkte verkürzt, auf die Verfolger sind es ebenso drei Punkte Vorsprung. Doch mehr und mehr wird die Abwehrschwäche des THC zum Problem. Über 30 Gegentore gegen Göppingen (33), Dortmund (36), Metzingen (34), Zwickau (31), Halle (36) und am Sonntag bei der Auftaktniederlage gegen Mosonmagyarovar in Ungarn wieder 36 sind einfach zu viel. Herbert Müller sagt: “Mit 34 Toren auswärts gewinnt man normalerweise, nur nicht, wenn man 36 Gegentore kassiert.” Klar, dem THC fehlt seit längerem der etatmäßige Mittelblock durch die Verletzungen von Josefine Hanfland und Anika Niederwieser. Aber die Abwehr lässt sich umstellen, hat doch in Bensheim auch funktioniert. 31 Gegentore im Durchschnitt nach 11 Spieltagen, das sind drei bis vier Tore zu viel. Handball wird in der Abwehr gewonnen, diese Weisheit ist allzu sehr wahr. Das Deckungsverhalten und das Zusammenwirken mit den Torhüterinnen muss einfach besser werden. Darin lag am Ende auch die Ursache für die Niederlage in der EHF European League in Mosonmagyarovar. Auf der einen Seite machte THC-Torkanone Johanna Reichert mit 16 Treffern so weiter, wie sie in der Vorsaison in der European League als beste Werferin glänzte, die Deckung aber vor allem gegen die ehemalige deutsche Nationalspielerin Laetitia Quist (8 Tore) und die Spielmacherin Anna Kukly (6 Tore) sowie Pipi Wolfs am Kreis bekam keinen Zugriff. Die Torhüterinnen bekamen in der zweiten Halbzeit kaum einen Ball zu fassen.
Diese Niederlage schmerzt und die Enttäuschung sitzt beim Titelverteidiger erst einmal tief. Schon am Sonntag geht es im Heimspiel gegen einen Favoriten auf das Erreichen des Viertelfinales, den norwegischen Liga-Spitzenreiter Larvik HK. Die Norwegerinnen indes sind gegen Minaur Baia Mare mit einer Heimniederlage gestartet und kommen ganz bestimmt “angefressen” und hoch motiviert in die Salza-Halle.

 

Zum Spiel: Zurück zur Bundesliga. Der THC hat sich selbst aus dem holprigen Saisonauftakt befreit. Zu diesem Stolpern zählt auch das 29:29-Unentschieden im Hinspiel beim Buxtehuder SV. Danach konnte “Buxte” nur noch einen Punkt einfahren. Dem THC tut der verlorene Punkt noch heute weh. Der BSV, in die Saison mit der Option  “Alles besser machen als in der Vorsaison” sitzt tief in einer Krise, hat das Trainer Urgestein Dirk Leun entlassen und verliert weiter. Bis jetzt war die Verzweiflungstat ohne sichtbare Ergebnisse. Der THC ist im Heimspiel so klarer Favorit. Aber Vorsicht, das Traditionsduell hat eigene Gesetze, ein angeschlagener Gegner ist immer gefährlich und die Belastung mit den englischen Wochen ist für den THC weitaus größer.
Dabei ist durchaus Qualität im BSV-Team. Sophie Fasold im Tor, Johanna Andresen, Anika Hampel, Isabelle Dölle im Rückraum, Teresa von Prittwitz und Maj Nielsen auf Außen besitzen alle nationale Klasse. Die ehemalige THC-Spielerin Jolina Huhnstock am Kreis besitzt sogar internationales Format und gehört zur Vizeweltmeister-Mannschaft. Isabelle Dölle und Anika Hampel zählen zu den besten Werferinnen in der Liga überhaupt. Doch irgendwie bringen sie es gerade nicht auf die Platte. Der Buxtehuder SV gehört nicht an das Ende der Bundesligatabelle und er ist selbstredend keine Abstiegsmannschaft.
In der Salza-Halle muss der Thüringer HC als Favorit auftreten und die Punkte sollen in Thüringen bleiben. Alles andere wäre eine herbe Enttäuschung.


Zum Kader: Der Genesungsprozess von Josefine Hanfland und Anika Niederwieser dauert wohl noch bis Ende des Monats, bis dahin sind es aber auch noch fünf Pflichtspiele. Der kurzfristige Ausfall von Nathalie Hendrikse vergrößert die Sorgenfalten des Trainers. Englische Wochen lassen zumal weder Zeit zur Regeneration noch zu intensivem Training. Auch beim THC wird es enger.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen

Nächstes Spiel

Mittwoch, 14.01.2026
1. Alsco-Handballbundesliga, 19:30 Uhr
Thüringer HC – Buxtehuder SV
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza