In Ungarn mit einem Sieg starten

11.01.2026
Isabel Baumbach

Am Sonntag, den 11. Januar, um 16:00 Uhr startet der THüringer HC als Titelverteidiger in einem Auswärtsspiel beim ungarischen Vertreter Motherson Mosonmagyarovar in die Gruppenphase der EHF European League. Die Gruppe A ist wohl die schwerste in dieser Saison, mit dem norwegischen Vertreter Larvik HK ist ein Favorit für den Gewinn des Titels in der Gruppe und auch die Rumäninnen von CS Minaur Baia Mare besitzen internationales Format.

Rückblick: In der Vorsaison gewann der THC sensationell die EHF European League im Grazer Final4 mit Siegen über Bourgogne Dijon (FRA) im Halbfinale und das hochdotierte IKAST HANDBOLD (DEN) im Finale. Solche Siege und Titel machen natürlich Lust auf mehr. In  Gruppe A gibt es mit Larvik einen klaren Favoriten, die stehen in Norwegen an der Tabellenspitze vor den Champions League Klubs Storhamar Handball Elite und Sola HK. Die anderen drei sind wohl auf Augenhöhe. Als Titelverteidiger wird der THC natürlich in eine besondere Rolle gedrängt. Unser erster Gegner ist mutmaßlich der Außenseiter in der Gruppe. In der starken ungarischen Frauenliga liegen sie derzeit auf Rang sieben. Sie sind nach der Spielstärke ähnlich zu klassifizieren wie Vaci NKSE, die der THC in den Vorjahren immer sicher besiegt hat. Ein Sieg auswärts ist schon ein Muss, wenn man nicht den Start verpassen will und sich das Ziel Viertelfinale setzt. Herbert Müller sagt immer: “Die Heimspiele gewinnen und bei diesem oder jenem Gegner auch auswärts punkten, dann reicht das zu Platz zwei in der Gruppe, um ins Viertelfinale einzuziehen.” Die Mädels von Mosonmagyarovar waren in den Vorjahren schon stärker. In einem Pflichtspiel hat der THC noch nicht gegen sie gespielt. Die Generalprobe zum Auftakt haben sie am Mittwoch in der ungarischen Liga gegen den Tabellennachbarn Szombathelyi KKA mit 31:29 gewonnen und diese in der Tabelle überholt. Minaur Baia Mare liegt zwar in Rumänien auch nur auf Rang acht der Tabelle. Aber in Rumänien, mit den heißblütigen Fans, ist man auswärts immer ein wenig in Gottes Hand.

Zum Spiel: Der THC tut gut daran, dieses Auswärtsspiel sehr ernst zu nehmen. Ein wenig entscheidet sich da schon das Schicksal der diesjährigen Saison in Europa. Kommt man gut rein, stärkt man das eigene Selbstvertrauen, bringt man die Gegner unter Druck.
Mosonmagyarovar hat eine interessante Mannschaft mit ganz großen Namen der internationalen Frauenhandball Bühne. Im Tor steht u.a. die auch beim uns nicht unbekannte 39-jährige Brasilianerin Barbara Arenhardt, die in der Vorsaison noch bei Krim Ljubljana in der Champions League gespielt hat. Ganz toll besetzt ist der rechte Rückraum mit der sehr international erfahrenen ungarischen Nationalspielerin, Naomi Hafra, zuletzt noch im Kader bei der SG BBM Bietigheim /HB Ludwigsburg in der Champions League, aber auch schon im Kader von Ferencvaros Budapest, Györ, Buducnost oder Odense, assistiert von der Nationalspielerin aus Montenegro Katarina Dzaferonie. Bekannt aus der Bundesliga ist auch die deutsche Nationalspielerin im Rückraum Mitte, Laetitia Quist, die im Vorjahr noch im Kader von Blomberg-Lippe in der European League aktiv war. Viel Erfahrung bringt auch die ehemalige ungarische Nationalspielerin Gabriella Toth (Rückraum Mitte) ein und im Kader der Ungarn bei der letzten EM stand als Kreisläuferin Pipi Wolfs. Als Cheftrainer fungiert Dragan Adzic, der für uns aus den Champions League Spielen gegen ZRK Buducnost Podgorica ein “alter Bekannter” ist. Für die Ungarinnen im THC-Trikot, Anna Szabo, Csenge Kuczora und Luca Farago wird es emotional, wenn es gegen einen ungarischen Klub geht, und für Luca Farago ist es ein ganz besonderes Spiel, ist sie doch von dort zum THC ausgeliehen. Das Spiel wird ein Match auf Augenhöhe mit heißblütigen Fans auf ungarischer Seite. Da müssen die THC-Frauen Stehvermögen beweisen und möglichst eigene Fehler vermeiden.
Zum Kader: Johanna Reichert hat die ersten Einsatzminuten gegen Halle gehabt und gleich mal 7 Tore gemacht. Wir werden sie in Ungarn brauchen. Ansonsten fährt das gleiche Team nach Nordwest Ungarn.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Heike Leißring