In Stuttgart alles reinhauen
Am Wochenende 14. bis 15. März 1926 findet in Stuttgart das Finalturnier um den DHB-Pokal der Frauen als Haushahn FINAL4 mit den vier Teilnehmern Borussia 09 Dortmund , HSG Blomberg-Lippe, HSG Bensheim/Auerbach und unserem Thüringer HC statt. Der Thüringer HC trifft zunächst am Samstag, den 14. März, um 16:30 Uhr, im ersten Halbfinale auf die HSG Bensheim/Auerbach . Im zweiten Halbfinale spielen um 19:00 Uhr Borussia 09 Dortmund und die HSG Blomberg-Lippe gegeneinander. Das Spiel um Platz drei der beiden Halbfinal-Verlierer findet am Sonntag, um 14:00 Uhr statt. Das Finale wird zwischen den beiden Halbfinal-Siegern um 16:30 Uhr gespielt. Das FINAL4 wird im Free-TV bei Sport1 übertragen.
Rückblick: Der Thüringer HC ist 25 Jahre alt und hat 25 Mal am Wettbewerb DHB-Pokal teilgenommen. Achtmal davon erreichte die Mannschaft die Runde der letzten Vier. Drei mal, 2011, 2013 und 2019 war der THC am Ende DHB-Pokalsieger. Noch nie hat der THC ein Finale verloren, zweimal war man Dritter, einmal Vierter. Die anderen Male gab es kein Spiel um Platz drei und vier. Seit sieben Jahren warten die THC-Fans auf einen erneuten Pokalsieg ihrer Mannschaft. Noch nie war das Viererfeld so ausgeglichen, nehmen doch alle vier, auch in der Ligatabelle vorn platzierten, den Pokaltriumph ins Visier. Wenn es um die Titel geht, hat der THC um Längen die Nase vorn: Sieben Mal Deutscher Meister, dreimal Pokalsieger, lediglich der BVB kann jeweils einen Meistertitel und einen Pokalsieg vorweisen. Die beiden anderen sind noch ohne Titel. Um so größer ist ihr Heißhunger. “Sie werden alle hochmotiviert in Stuttgart auftreten, ist das Niveau doch so ausgeglichen, wie nie zuvor”, weiß Herbert Müller. “Jeder kann den Titel gewinnen, jeder von den Vier hat das Zeug dazu, Pokalsieger zu werden.” “Vielleicht ist der BVB 09 Dortmund vom Kader, von der Breite her, ein wenig favorisiert!”, sagt Herbert Müller, “Ich habe vor jedem Gegner Respekt, aber keine Angst, außer vor uns selbst”, ergänzt er. Dabei zielt seine Skepsis auf die Unkonstanz, die Fehler im Angriff und in der Wurfeffizienz, zuletzt in einigen Spielen. Doch, wenn es darauf ankam, war die Mannschaft da, in der European League gegen Mosonmagyarovar oder in Larvik, oder in München, beim Supercup, wo gar ein 3:14-Rückstand in einen Sieg gegen die HSG Blomberg-Lippe umgewandelt werden konnte. Mit dem THC muss man immer rechnen. “Wir müssen alles reinhauen”, sagt Müller, der Experte in Sachen Finale. Der THC hat eigentlich noch nie ein Finale verloren, einmal in Stuttgart, ein Supercup-Auftakt gegen die SG BBM Bietigheim.
Zum Turnier: Jeder der vier Teilnehmer fährt nach Stuttgart, um Pokalsieger zu werden. Herbert Müller ist durchaus zuversichtlich. Er weiß, “wenn wir alles richtig machen, können wir den Pokal gewinnen.” “Das wird eine spannende Geschichte.” Alle haben das gleiche Ziel, alle haben die gleiche Chance.” Der THC reist mit einem 18er Feld nach Stuttgart, nur Lotta Heider ist ausgebremst und fällt noch für ein paar Wochen aus. Dafür steht die THC-Geheimwaffe , “Nemo”-Lydia Jakubisova bereit – ein Titel Garant per excellence. Die 44-jährige kann noch immer, wenn sie gebraucht wird. Im Halbfinale gibt es weder einen Wunsch- noch einen leichten Gegner, die Chancen stehen bei Spielbeginn fifty fifty, und sie wollen die Revanche für die Heimniederlage im Ligaspiel.
Die Mannschaft freut sich auf das Turnier und auf die zahlreichen Fans, die mit nach Stuttgart reisen, um die Mannschaft begeistert nach vorn zu treiben. Der erste Liga Höhepunkt steht ins Haus – der THC ist bereit. Die Freude ist groß, der Optimismus grenzenlos, nun muss man es nur noch auf die Platte bringen.
Zum Kader: Der THC feilt weiter am Kader 2026/27 und Herbert Müller kommt mit einer Überraschung, was die neue Torhüterin betrifft. Maie Gomaa, 30 Jahre alt, die 1,89 m große Torhüterin kommt aus Ägypten. Nicht gerade das klassische Frauenhandball-Land. Die Nationalspielerin (bei der WM 2025 im Kader Ägyptens) kommt vom polnischen Klub Koszalin nach Bad Langensalza. Mit ihren zahllosen Paraden, mit ihren unglaublichen Reflexen, hat sie den fast Abstiegskandidaten bis auf Rang vier in der Tabelle verholfen. Der THC wird wieder einmal bunter, von Ägypten bis Dänemark, von Japan bis Brasilien: ein weltoffener Klub der Toleranz, für guten internationalen Sport, für Völkerverständigung und Frieden. Bei uns haben Hass und Rassismus keinen Platz, und wenn Maie künftig mit Kopftuch spielt, dann werden wir sie genauso freundlich willkommen heißen. Der THC steht für Vielfalt, Achtung und Respekt.
Bericht: HaJo Steinbach
Bild: THC Sport GmbH