In eigener Halle zählt nur ein Sieg
Am Sonntag, dem 3. Mai, zur ungewohnten Zeit von 19:00 Uhr, wegen der Übertragung im DF1-Fernsehen, trifft der Thüringer HC in der Salza-Halle, im 2. Spiel der Best of Three-Serie im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft erneut auf die HSG Blomberg-Lippe. Die HSG hat sozusagen “Matchball”, bei einem Auswärtssieg wäre man im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Für den THC gilt nach wie vor, wir müssen zweimal gewinnen, um weiter im Rennen zu bleiben.
Rückblick: Herbert Müller spricht nach der 25:31-Niederlage in Blomberg von einem “ernüchternden Resultat“. Dennoch ist die Ausgangslage für den THC vor dem zweiten Spiel die gleiche, wie vor einer Woche; wir müssen zwei Spiele gewinnen.” Damit trifft er den Nagel auf den Kopf und meint das Ganze schon als Kampfansage. Mit dem eigenen Publikum im Rücken hat die Mannschaft schon Berge versetzt, und es wäre nicht das erste Wunder, was die Salza-Halle fertiggebracht hat. Für Blomberg dagegen sieht die Sache anders aus, es ist der “Matchball”. “Den haben sie sich im ersten Spiel erarbeitet und erspielt”, lobt Herbert Müller den Gegner. In der Analyse des Hinspiels bemängelt der Trainer indes zu viele eigene Fehler, zu geringe Wurf-Effizienz. “Dafür sind wir gnadenlos bestraft worden.”
Die Mannschaft war gut ins Spiel gestartet, hat die ersten zwanzig Minuten auf Augenhöhe agiert, schon da hatte man aber zu viele klare Gelegenheiten verpasst. Melanie Veith hat mit einer Superleistung das Ihre dazu beigetragen. Auch die Deckung hat in Halbzeit eins funktioniert. Warum dann die gesamte zweite Spielhälfte nicht mehr viel gelang, lag vielleicht auch daran, dass nicht alle gleichermaßen fit und gesund waren und die Woche über nicht richtig trainieren konnten.
So hat die Mannschaft vor allem in der zweiten Halbzeit verdientermaßen verloren. Klar, alles spricht für Blomberg-Lippe, auch darin liegt die Chance für den THC. Eine Steigerung ist notwendig und möglich. Viel Neues kann man jetzt nicht probieren, man kennt sich über eine lange Zeit, hat in der Saison bereits fünf mal gegeneinander gespielt.
Zum Spiel: Das jetzt besser zu machen, ist die Aufgabe für Sonntag, konzentriert ins Spiel zu gehen, nicht fahrlässig mit den Chancen umzugehen oder Nike Kühne nicht so viel Raum zu lassen. Wir sind im Zugzwang, es gilt zu Hause noch einmal alles rauszuholen, noch ist die Saison nicht vorbei. Mit dem machbaren Ausgleich zum Eins zu Eins ist weiterhin alles möglich. Eine volle Halle, eine heiße Atmosphäre und ein Top-Spiel, Salza-Halle, was will man mehr? Wie gesagt, man kennt sich; kommt der THC noch einmal zurück? Es geht am Sonntag fast alles, zumindest in der Liga. Darin liegt viel Spannung, freuen wir uns auf einen heißen Tanz.
Die Woche lief erneut nicht gut an, Leistungsträgerinnen wie Johanna Reichert, Natsuki Aizawa, Fine Hanfland, Nathalie Hendrikse, Anika Niederwieser konnten noch nicht komplett trainieren, Jana Scheib fällt weiter aus. Eine gezielte Vorbereitung war so nicht möglich. Herbert Müller macht es eben über die mentale Schiene, führt Gespräche, packt die Mädels beim Ehrgeiz, will es über die Emotionalität erzwingen. Manchmal ist im Handball Mentalität alles, man muss den Erfolg wollen.
Zum Kader: Die Liste von Verletzten ist lang, Jana Scheib und Nathalie Hendrikse können definitiv nicht spielen, bei den anderen gibt es einen Funken Hoffnung, dass sie am Sonntag auf dem Feld stehen können. Ob zu 100 Prozent, steht auf einem anderen Blatt.