Gegen die Tussies einen Sieg einfahren

17.09.2026
Falk Freytag

Nach dem guten Auftakt in die Saison 2026/27 mit drei Siegen, muss der Thüringer HC nun in einem schweren Auswärtsspiel am Samstag, den 19. September, um 19:30 Uhr in der Paul Horn-Arena in Tübingen, auch im zweiten Auswärtsspiel der Saison Standhaftigkeit und Siegeswillen präsentieren, um weiter eine Rolle im führenden Trio bei dieser Meisterschaft zu spielen.

Rückblick: Herbert Müller sucht kein Haar in der Suppe, aber trotz des ungefährdeten und durch eine gute Angriffsleistung mit Tempohandball erspielten 27:32-Sieges über Göppingen sieht der Trainer noch Defizite im Deckungsverhalten. Es kommt darauf an, den Gegner aggressiver zu stoppen, auch mehr vor zu verteidigen, den Angriffsfluss des Gegners früher zu unterbrechen. Auch für ihn sind 32 Gegentore zu viel. Im Training lag der Fokus deshalb diese Woche noch einmal auf dem Innenblock. Aber Herbert Müller lobt den Trainingsfleiß und die Einsatzbereitschaft seiner Mädels, schon da sich ganz einzubringen. Der Teamgeist ist stimmig. Es ist schließlich lange her, dass der THC mit drei Siegen in die Saison gestartet ist. Die Liga ist ausgeglichen, aber an der Spitze ist das Eis dünner. Deshalb weiß der Trainer gerade nicht, wo die Mannschaft im Vergleich zu den beiden Champions League Klubs Meister HSG Blomberg-Lippe und Pokalsieger Borussia 09 Dortmund steht. Viel Zeit ist für einen direkten Vergleich nicht mehr. Ende September/Anfang Oktober kommt der Meister sowohl im Achtelfinale des DHB-Pokals als auch am 5. Spieltag der Alsco-HBF in die Salza-Halle. Bis dahin ist noch etwas Zeit für harte Arbeit, auch in der Nationalmannschaftswoche, wo Natsuki Aizawa, Luca Csikos, Maie  Gomaa und Alfa Hagalin zu ihren Nationalteams reisen.

Zum Spiel: Die Messlatte liegt schon jetzt höher. “Metzingen ist da schon so etwas wie ein Maßstab”, sagt Herbert Müller. “In Metzingen ist es nie leicht zu spielen, das wird ein richtig schweres Auswärtsspiel”, weiß der Trainer. Mit der Rückkehr von Johanna Farkas auf Rückraum Mitte gewinnt das Spiel an Struktur und Dynamik. In Zwickau hat sie sich schon mal in das Blickfeld gespielt, ebenso die Rückraum-Linke Charlotte Choleva und Kreisläuferin Ida Petzold, die der Bundestrainer nächste Woche zu zwei Länderspielen gegen Spanien eingeladen hat. Wie auch Marie Weiß, die zu den Torhüter Hoffnungen in Deutschland zählt. Wenn wir an das letzte Spiel gegen die Tussies in der Vorsaison denken, ging große Torgefahr von Gabriela Bitolo  (Rückraum rechts) und Svenja Hübner (Kreis) aus. Auf den Kreis ist deshalb auch besonderes Augenmerk zu richten. 

Metzingen ist erst einmal mit zwei Siegen gegen Halle und Zwickau in die Saison gestartet, war indes beim 28:40 in Blomberg gegen den Tabellenführer chancenlos. Das eigene Ziel der Tussies heißt European League-Platz und das heißt, man will mindestens Rang fünf anpeilen. Die Mannschaft ist heiß drauf, international zu spielen. Demnächst steigen die Tussies in die Qualifikation zur European League 2026/27 ein. Allerdings liegt die Messlatte in Runde zwei mit Ramnicu Valcea aus Rumänien verdammt hoch. Emotional wird es für unsere Rechtsaußen Sabrina Tröster, die sich nun im neuen Dress bei den Tussies präsentiert. Ein wenig gilt das auch für Jana Scheib, denn es ist ja nur ein Jahr weiter zurück, dass sie von den Tussies zum THC wechselte. 

Zum Kader: Giulia Guarieiro ist auf einem guten Weg in ihrem Heilungsprozess. Alfa Hagalin fährt sogar schon zur isländischen Nationalmannschaft und Lotta Heider ist zurück im Training. Alle guten Wünsche begleiten Maria in ihrer Schwangerschaft und diese Woche hat sich eine neue junge Frau als Ersatz auf der Position der Physiotherapeutin vorgestellt.


Bericht: Hans Joachim Steinbach   Foto: Heike Gerhardt- Leissring