Gegen den Tabellenführer bestehen

17.02.2026
Isabel Baumbach

Am Mittwoch, den 18.02.26, um 19:30 Uhr trifft der Thüringer HC im Heimspiel auf den Tabellenführer und Champions League Klub Borussia 09 Dortmund. Es ist das Spitzenspiel des 18. Spieltages, und das Spiel hat jede Menge Brisanz. Verliert der THC, verliert er Platz vier, bei einem Sieg des VfL Oldenburg in Neckarsulm. Verliert der BVB, verliert er die Tabellenführung, bei einem Sieg von Blomberg-Lippe gegen Frisch Auf Göppingen. Mit Spannung geht es in die letzten vier Spiele der Punkterunde.

Rückblick: Die Niederlage in Oldenburg, beim direkten und einzigen ernsthaften Widersacher für Platz vier nach der Punkterunde, kam unerwartet. Trotz gutem Start, ergebnisorientierter erster Halbzeit, kam unerwartet ein Einbruch, die Mannschaft zerbrach in ihrem Eifer an Torhüterin Madita Kohorst. So wie sie ihren Kasten dicht machte, verlor der THC die Kontrolle in der eigenen Deckung und fing sich eine deftige Niederlage ein. Herbert Müller sprach letzte Woche von der “Woche der Wahrheit”, folgt nun die “Woche der Entscheidung”. In der Bundesliga mitnichten, da gibt es für den THC noch drei Spieltage, für den Verfolger Oldenburg noch fünf. Nur in der European League, da fällt am Samstag in Larvik die Entscheidung. Nach dem grandiosen, vor allem in jeder Hinsicht überzeugenden 10-Tore-Sieg steht der THC vor dem letzten Spieltag an der Tabellenspitze der Gruppe A und hat alles in eigener Hand. Bei einem Auswärtssieg von Minaur Baia Mare in Mosonmagyarovar würde der THC sogar bei einer Niederlage als Tabellenzweiter ins Viertelfinale einziehen, weil der direkte Vergleich gegen Mosonmagyarovar klar zu Gunsten des THC entschieden wurde. Das aber ist erst in sechs Tagen aktuell. Zuvor gibt es eine Hammer-Aufgabe gegen den Favoriten auf die Deutsche Meisterschaft, Borussia 09 Dortmund.

Zum Spiel: Tabellen-Vierter gegen den Spitzenreiter, da sind die Gäste Favorit, auch oder gerade, weil sie gegen das Tabellenschlusslicht Buxtehude einen Punkt verloren haben. Man kann auch sagen: European League gegen Champions League. Drei Wochen vor dem ersten Saisonhöhepunkt, dem Haushahn FINAL4 um den DHB-Pokal in Stuttgart, treffen schon mal zwei Anwärter auf den Pokal und zwei Mitbewerber um den Meistertitel 2026 aufeinander. Es ist sozusagen eine Generalprobe für Pokal und Meisterschaft – Mehr geht nicht.
Waren bisher auch die unmittelbaren Verfolger, HSG Blomberg-Lippe und HSG Bensheim Auerbach, chancenlos, zeigt uns Buxtehude in Dortmund , was gegen den Spitzenreiter möglich ist. Auch in der Champions League, da tut sich die Mannschaft  schwer, das ist nun noch einmal eine andere  Hausnummer. Zurzeit müssen sie mit ihren acht Punkten aus 12 Spielen um Rang sechs, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt, bangen. Storhamar Elite HB sitzt ihnen im Nacken, und die Norwegerinnen haben bei Punktgleichheit den direkten Vergleich für sich entschieden. Am letzten Gruppenspieltag muss Dortmund zu Györi AUDI ETO KC und Storhamar empfängt Gloria 2018 Bistrita-Nasaud.
Gegen den THC haben die Gäste im Hinspiel 36:31 gewonnen. Gibt es nun eine Revanche? Die Spannung vor dem Spiel ist entsprechend. “Das sind die Spiele, die wir lieben”, sagt Herbert Müller und ergänzt: “Leicht kann jeder”. Das charakterisiert die Aufgabe, schwerer geht es in der Liga nicht, und es ist ein Spiel von Brisanz. Verliert der THC das Spiel und gewinnt der VfL Oldenburg in Neckarsulm, rutschen wir erst einmal auf Platz fünf.
Was da am Mittwoch in die Salza-Halle kommt, ist zum Teil das “Who is Who” des Frauenhandballs in Deutschland: Kein Team ist vergleichbar international so stark aufgestellt, wie Borussia Dortmund: Im Tor die Vizeweltmeister und deutsche Nationalspielerin Sarah Wachter, assistiert von der bärenstarken ungarischen Nationaltorhüterin Melinda Szikora. Im Rückraum alles klangvolle Namen: Guru Nestaker von HB Ludwigsburg, Louis Abbingh und Alieke van Maurik , die erste norwegische, die beiden anderen niederländische Auswahlspielerinnen, Vizeweltmeisterin Alina Grijseels, Dana Bleckmann deutsche Nationalspielerinnen, Alicia Langer, Linkshänderin, die auch schon mal beim THC aktiv war. Auf den Außenbahnen: Lena Hausherr, Kelly Vollebregt (beide Niederlande) und Guro Husebö (Norwegen). Am Kreis: Vizeweltmeisterin Lisa Antl und Emma Olsson, schwedische Nationalspielerin. Alina Grijseels gehört zu den besten Werferinnen der Liga (99 Tore), torgefährlich ebenso Dana Bleckmann, Guro Nestaker, van Maurik und Kelly Vollebregt. Als Chefcoach, der Niederländer Henk Groener, der auch schon die deutsche Nationalmannschaft betreut hat.
Mehr internationale Erfahrung, mehr Power, mehr Länderspiele geht in der gesamten HBF nicht. Dortmund ist das Maß aller Dinge. Und sie haben es angesagt: Sie wollen Deutscher Meister werden, wie in der Saison 2020/21. Gegen den BVB hat der THC nichts zu verlieren,  aber gerade darin besteht die Chance.


Zum Kader: Josefine Hanfland ist wohl erst nächste Woche wieder soweit, um in die Mannschaft zurückzukehren . Auch Rikke Hoffbeck-Petersen fehlt weiterhin.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: THC Sport GmbH/ Christian Heilwagen

Nächstes Spiel

Mittwoch, 18.02.2026
1. Alsco-Handball-Bundesliga, 19:30 Uhr
Thüringer HC – BVB
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza