Entscheidung erst im Siebenmeterwerfen
Beim DHB-Pokal Frauen Final4 2026 in der Porsche-Arena Stuttgart musste sich der Thüringer HC im Halbfinale nach großem Kampf der HSG Bensheim/Auerbach erst im Siebenmeterwerfen geschlagen geben. Nach 60 intensiven Minuten stand es 31:31, ehe Bensheim das Shootout mit 36:34 für sich entschied und ins Finale einzog.
Beide Mannschaften begegneten sich mit großem Respekt – schließlich kennt man sich aus vielen Begegnungen der Handball-Bundesliga Frauen. Entsprechend entwickelte sich von Beginn an ein intensiver Schlagabtausch mit wechselnden Führungen. Die ersten Tore der Partie erzielten Meike Schmelzer für Bensheim und ein Doppelschlag von Josefine Hanfland für den THC. Nach zehn Minuten stand es folgerichtig 4:4. Beide Abwehrreihen arbeiteten konsequent, während die Torhüterinnen auf beiden Seiten mit starkem Stellungsspiel überzeugten. Durch einige technische Fehler der Thüringerinnen gelang es der HSG, sich zwischenzeitlich leicht abzusetzen. Zwei sicher verwandelte Siebenmeter von Nina Engel brachten Bensheim nach einer Viertelstunde mit 8:6 in Führung. Der THC reagierte mit taktischen Anpassungen. Csenge Kuczora kam unter anderem für die Strafwürfe ins Spiel. In der 22. Minute gelang Anna Szabó schließlich mit einem sehenswerten Heber der Ausgleich zum 11:11. Bensheims Trainerin Ilka Fickinger nahm daraufhin eine Auszeit. Bis zur Pause blieb die Partie hart umkämpft. Intensive Abwehrarbeit, mehrere Zeitstrafen und emotionale Szenen prägten die Schlussphase der ersten Halbzeit. Mit einer knappen 16:14-Führung für den Thüringer HC ging es schließlich in die Kabinen.
Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Thüringerinnen. Johanna Reichert traf unmittelbar nach Wiederanpfiff aus dem Rückraum. Doch Bensheim blieb dran und antwortete durch Mia Ziercke. THC-Torhüterin Laura Kuske zeigte nun mehrere starke Paraden, darunter auch einen gehaltenen Siebenmeter gegen Nina Engel. Dennoch gelang es dem Thüringer HC nicht, sich entscheidend abzusetzen. Vergebene Chancen im Angriff hielten Bensheim im Spiel – nach 40 Minuten stand es wieder ausgeglichen 20:20. Trainer Herbert Müller reagierte mit einer Auszeit, doch die HSG nutzte eine Schwächephase der Thüringerinnen zu einem Drei-Tore-Lauf und ging mit 24:21 in Führung. Ausschlaggebend waren dabei auch mehrere Paraden von HSG-Torhüterin Vanessa Fehr. Der Thüringer HC stellte in der Offensive auf Sieben gegen Sechs um und agierte mit zwei Kreisläuferinnen. Diese Maßnahme zeigte Wirkung: Csenge Kuczora verkürzte per Siebenmeter, kurz darauf glich Rikke Hoffbeck Petersen nach einer Parade von Laura Kuske im Tempogegenstoß zum 26:26 aus. Die Partie blieb bis in die Schlussminuten völlig offen. Wiederholte Unterzahlsituationen stellten den THC vor große Herausforderungen, doch der Innenblock um Anika Niederwieser und Josefine Hanfland hielt dem Druck stand. Nach 60 Minuten stand es 31:31 – die Entscheidung musste im Siebenmeterwerfen fallen. Im anschließenden Shootout behielt die HSG Bensheim/Auerbach die besseren Nerven und setzte sich letztlich mit 36:34 durch. Damit zog Bensheim ins Finale des DHB-Pokal Frauen Final4 2026 ein, während der Thüringer HC nach einer leidenschaftlichen Leistung knapp das Nachsehen hatte.
Trotz der Niederlage zeigte der Thüringer HC eine kämpferisch starke Vorstellung in einem hochklassigen und über weite Strecken völlig offenen Pokalhalbfinale.
Statistik
Statistik:
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske, Nathalie Hendrikse 2, Julie Holm, Giulia Guarieiro, Anika Niederwieser, Luca Farago 3, Jana Scheib 3, Rikke Hoffbeck Petersen 3, Natsuki Aizawa 2, Anna Szabo 2, Lydia Jakubisova, Johanna Reichert 5, Josefine Hanfland 3, Csenge Kuczora 8/6, Kelly de Abreu Rosa
HSG Bensheim: Vanessa Fehr, Helen van Beurden, Amelie Berger 4, Isabell Hurst 1, Nina Engel 8/5, Lena Sophia Degenhardt 4, Matilda Ehlert 1, Ndidi Silva- Argwunedu, Nele Wenzel, Meike Schmelzer 2, Neele Mara Orth, Lucie-Marie Kretzschmar 2, Mia Ziercke 3, Jule Polsz 6/5
Strafwürfe: 6/7 – 10/11
Zeitstrafen: 9 – 5
7-Meter-Schießen: 3/5 (Nathalie Hendrikse, Jana Scheib, Natsuki Aizawa) – 5/5 (Nina Engel, Lena Degenhardt, Lucie-Marie Kretzschmar, Matilda Ehlert, Amelie Berger)
Zuschauer:
Schiedsrichter: Marvin Cesnik, Jonas Konrad
Delegierter: Frank Wenz
Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring
Fotos: Heike Gerhardt-Leißring