Einzug ins Haushahn Final4
Mit dem Viertelfinale des DHB Pokals wollte der Thüringer HC mit einem Sieg über Waiblingen das Final4 in Stuttgart erreichen. Das letzte Aufeinandertreffen im Pokal endete mit einem denkbar knappen Sieg für die Gäste, damals ebenfalls mit einigen fehlenden Spielerinnen. Der Thüringer HC gewann diesmal souverän mit 26:37 (12:19) gegen den VfL Waiblingen. Die besten Werferinnen ihrer Mannschaften waren Maxime Luber mit 8 Treffern und Anna Szabo mit 6 Toren.
Bereits in den Anfangsminuten setzte der THC ein Ausrufezeichen: Nach einem schnellen Konterlauf über Giulia Guarieiro und Anna Szabó gingen die Gäste früh in Führung. Anders als noch in Dortmund zeigte sich der THC von Beginn an fokussiert und effizient. Nach zehn Minuten leuchtete eine 4:8-Führung auf der Anzeigetafel – Anlass genug für Waiblingens Trainer, ein frühes Team-Timeout zu nehmen. Doch auch danach bestimmten die Thüringerinnen das Geschehen. Die Abwehr stand kompakt, im Angriff sorgte das variable Tempospiel immer wieder für Lücken in der Tigers-Defensive. In der 17. Minute erhöhte Anna Szabó mit einem präzisen Wurf von außen auf 6:12. Waiblingen vergab zudem zwei Siebenmeter – ein Sinnbild für die Offensivprobleme der Gastgeberinnen. Trainer Herbert Müller nutzte die Partie, um allen Spielerinnen Einsatzzeiten zu geben und taktische Varianten zu testen. Das schnelle Umschaltspiel und die breiten Wechsel sorgten für frische Impulse, während die Gastgeberinnen mit der Dynamik des THC kaum zurechtkamen. Zwar schlichen sich kurz vor der Pause einige leichte Fehler ins Spiel der Gäste ein, doch mit dem taktischen Mittel des Sieben-gegen-sechs stellte der THC den alten Abstand wieder her und ging mit einer 12:19-Führung in die Halbzeit.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der Thüringer HC das klar bestimmende Team auf dem Spielfeld. Die Gäste knüpften nahtlos an ihre überzeugende Vorstellung aus der ersten Halbzeit an und bauten ihren Vorsprung konsequent weiter aus. Beim Stand von 15:23 in der 40. Minute war die Partie bereits deutlich in Thüringer Hand. Ein wesentlicher Faktor in dieser Phase war Laura Kuske, die nach der Pause das Tor des THC übernahm und mit starken Paraden glänzte. Immer wieder entschärfte sie Würfe der Waiblinger Angreiferinnen und leitete mit präzisen Pässen das schnelle Umschaltspiel ein. Das dynamische und variable Angriffsspiel der Thüringerinnen stellte die Tigers zunehmend vor unlösbare Probleme. Trainer Herbert Müller nutzte die komfortable Führung, um weitere taktische Varianten zu testen. Nach einem Team-Timeout stellte er auf vier Rückraumspielerinnen um – ein Schachzug, der sofort Wirkung zeigte. Rikke Hoffbeck Petersen traf zunächst vom Kreis zum 17:25, wenig später von außen zum 18:26 und setzte damit offensiv klare Akzente. Ein besonderes Highlight folgte in der 43. Minute: Dilayla Alarslan erzielte mit dem 18:27 ihr erstes Pflichtspieltor für die erste Mannschaft des THC. Nur kurz darauf legte sie mit einem weiteren Treffer nach, der zugleich eine Zeitstrafe für Waiblingen nach sich zog. Mit zunehmender Spielzeit unterstrich der THC seine körperliche und athletische Überlegenheit. Das Team blieb konzentriert, spielte seine Angriffe geduldig aus und überzeugte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Am Ende feierten die Thüringerinnen einen deutlichen 37:26-Erfolg und zogen damit hochverdient in das Haushahn Final4 ein.
Bericht: Lena Leißring, Falk Freytag
Bild: Heike Leißring
Statistik
VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Laura Hoke; Romy Allgaier, Isabel Tóth 1, Isabel Kattner 3, Samira Brand 2, Kimberly Gisa 4, Cosima Würdinger 1, Maxime Luber 8/5, Amelie Herzog 1, Laura Nagy 3, Maren Beatrix Keil 3, Lara Eckhardt
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske; Sharon Nooitmeer 1, Lotta Heider 5, Julie Holm 1, Giulia Guarieiro 5, Anika Niederwieser, Luca Farago 2, Jana Scheib, Rikke Hoffbeck Petersen 4, Natsuki Aizawa 4, Kim Ott 3, Anna Szabo 6, Dilayla Alarslan 2, Josefine Hanfland 2/1, Csenge Kuczora 2
Strafwürfe: 5/8 – 1/2
Zeitstrafen: 2 – 4
Zuschauer: 310
Schiedsrichter: Nicolas Jaros, Felix Funk