Die Tabellenführung zurückholen
Am Samstag, den 11. September, um 18:00 empfängt der Thüringer HC in der heimischen Salza-Halle Frisch Auf Göppingen. Nach den vorgezogenen Mittwoch-Spielen der beiden Champions-League-Teilnehmer Meister HSG Blomberg-Lippe und Pokalsieger Borussia 09 Dortmund will der THC mit einem Sieg die Tabellenführung zurückholen.
Rückblick: Mit einem in bestechender Manier mit Tempohandball herausgespielten 41:30-Sieg in Oldenburg haben sich die THC-Frauen an die Tabellenspitze gesetzt. Der Platz ganz oben soll am Samstag in der eigenen Halle verteidigt werden. Dazu braucht es einen Sieg mit mehr als drei Toren. Selbst Herbert Müller sah sich von seiner Mannschaft, von der Geschlossenheit des Auswärts-Auftrittes positiv überrascht. Das war schon ein Zeichen, ein gutes, aber auch noch nicht mehr, denn gegen ganz oben ging es ja noch nicht. Die beiden Favoriten haben indes ihre Hausaufgaben schon am Mittwoch souverän gelöst, beide bereits nach einer Halbzeit, dann konnten sie einen Gang runter schalten, um Kräfte für die Champions League zu sparen. Dort hängen die Trauben nach den Auftaktniederlagen noch sehr hoch. Der THC indes muss auf sich schauen und da heißt es , “im nächsten Heimspiel die Favoritenrolle anzunehmen, und die weiße Weste zu verteidigen”, sagt Herbert Müller im Pressegespräch. “Gern wieder so, wie in der zweiten Halbzeit in Oldenburg, wo die Mannschaft wie aus einem Guss gespielt hat.” Die Ausgeglichenheit im Team ist dabei gerade unser Plus, dafür stehen auch beide Torhüterinnen, hatte Laura Kuske einen Sahne-Tag gegen den Buxtehuder SV, parierte Maie Gomaa viele Würfe in Oldenburg und blieb so fast über die 60 Minuten im Kasten. Gut so, wenn sie sich ergänzen. Ähnlich hat Herbert Müller so die Qual der Wahl auch auf anderen Positionen. “So ‘komfortabel’ war der THC lange nicht aufgestellt”, weiß auch Herbert Müller; “vielleicht noch nie.” Doch er mahnt auch zur Vorsicht, denn das war erst der zweite Spieltag. Sein naheliegendes Ziel ist dennoch hoch geschraubt, er will mit 8:0-Punkten erst mal einen sehr guten Bundesligaauftakt hinlegen. Dazu wäre ein Sieg gegen die Frisch Auf Frauen von Göppingen der nächste Schritt.
Zum Spiel: Göppingen hat im ersten Spiel beim Meister Blomberg.Lippe eine super Leistung gezeigt und nur knapp verloren. Herausragend war in dem Spiel die U20-Weltmeisterin Aylin Bornhardt mit 9 Toren, davon 3 Siebenmetern. Im zweiten Spiel, zu Hause gegen Zwickau, hatten sie viel Mühe, haben aber beide Punkte behalten. Ihr Saisonziel ist ebenso anspruchsvoll,; sie wollen in den Play-off-Gruppe 5 – 8
Frisch Auf Göppingen ist nun bereits das dritte Jahr zurück in der 1. Bundesliga und sie haben sich einen festen Platz gesichert, ohne dass sie je in Abstiegsgefahr geraten sind. Dafür stehen Platz acht und neun in den beiden Jahren seit dem Wiederaufstieg. Sie starten 2026/27 mit fast der gleichen Mannschaft, sind nur im Tor mit der Polin Natalia Krupa-Chlebik und der Brasilianerin Mikaela Possatti neu besetzt. Dazu kommt aus der eigenen Jugend Sophia Marie Mohr auf Rechtsaußen. Schlüsselspielerin ist nach wie vor die ehemalige deutsche Nationalspielerin Luisa Schulze am Kreis. Die wegen ihrer 1.90 m alles überragende “Schmu” wird in der nächsten Woche 36 Jahre alt und repräsentiert als “Fels in der Brandung” immer noch internationale Klasse. An ihrer Seite steht mit Aylin Bornhardt eine U20-Weltmeisterin. Eine ebenso herausragende Rolle hat als Spielmacherin die Japanerin Haruno Sasaki, die im Vorjahr von Dortmund nach Göppingen gewechselt ist. Sie ist nicht nur eine umsichtige Spielregisseurin, sie ist ebenso eine der besten Werferinnen in der Liga. Mit 115 Toren lag sie in der letzten Saison auf Rang sieben in der Liga. Dabei zeichnete sie sich als treffsichere Vollstreckerin von der 7-Meter-Linie aus, da war keine andere Spielerin besser als sie. So treffen in diesem Match zwei japanische Nationalmannschafts-Kolleginnen aufeinander. Was einen ganz besonderen Reiz darstellt: “Natsuki gegen Haruno!”
Vielleicht hat Göppingen nicht gerade den Top-Kader, aber sie sind ausgeglichen besetzt und kommern über das Team.
Der THC tut gut daran, den Gegner sehr ernst zu nehmen und sollte nach Lage der Dinge in der Lage sein, das Heimspiel zu seinen Gunsten zu gestalten. Auf die Fans wartet ein spannendes Spiel, und die Zuschauer können dabei mit ihrer Begeisterung eine mittragende Rolle spielen.
Zum Kader: Weiterhin fehlen wird Giulia Guerieiro. Alfa Bra Hagalin hat am heutigen Donnerstag ihren Medizin-Check bestanden, und vielleicht kann sie am Samstag ihr erstes Pflichtspiel für den THC bestreiten. Leider steht ein großes Fragezeichen bei Lotta Heider, die sich in Oldenburg verletzt hat und bei Luca Csikos, die im Training so unglücklich auf einen Ball getreten ist, dass sie sich eine Bänderverletzung im Knöchel zugezogen hat. Unwahrscheinlich, dass sie am Samstag spielen werden, aber länger fallen sie wohl nicht aus.
Bericht: Hans Joachim Steinbach, Foto: Christian Heilwagen