Die letzte Chance nutzen

14.02.2026
Isabel Baumbach

Am Sonntag, den 15. Februar, um 14:00 Uhr trifft der Thüringer HC im letzten Heimspiel der Gruppenphase in der EHF European League auf Motherson Mosonmagyarovar. Nur ein Sieg mit mindestens drei Plustoren bewahrt den Titelverteidiger vor dem Aus in der Gruppenphase.



Rückblick: In der Gruppe A liegt der Thüringer HC nach zwei Heimsiegen und zwei Auswärtsniederlagen vor dem Sonntagsspiel auf Rang drei der Tabelle. Mit einem Heimsieg gegen Mosonmagyarovar zieht der THC mit den zweitplatzierten Ungarinnen nach Punkten mit 6:4 gleich. Bei einem Sieg mit mindestens drei Plus-Toren würde der THC den direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit zählt, zu seinen Gunsten entscheiden. Die endgültige Entscheidung aber darüber, wer ins Viertelfinale einzieht, fällt am letzten Spieltag. Minaur Baia Mare ist weiter, wenn sie am Samstag ihr Heimspiel gegen die bisher punktlosen Norwegerinnen von Larvik HK gewinnen. Die entscheidenden Spiele von Larvik gegen den Thüringer HC und Motherson Mosonmagyarovar gegen Baia Mare finden am 21.Februar, zeitgleich , 16:00 Uhr statt. Da gibt es kein vorher ausrechnen und lancieren mehr. Der THC muss beide Spiele gewinnen.  Nach der desaströsen Auswärtsniederlage in der Liga und dem Verpassen einer Vorentscheidung für Platz Vier steht der THC auch dort immens unter Druck. Es läuft gerade in die falsche Richtung.

 

Zum Spiel: Bange machen gilt nicht, vor dem THC steht eine Mega-Aufgabe. Die Handballwelt Europas schaut am Sonntag nach Bad Langensalza, denn der Titelverteidiger aus der Saison 2024/25 hat wieder einen Namen in Europa. 

Mit Motherson Mosonmagyarovari KC empfängt der Thüringer HC den unmittelbaren Konkurrenten um Platz zwei und damit um den Einzug ins Viertelfinale der European League in der Salza-Halle. Motherson hat sich diesen Platz durch einen 36:34 Heimsieg am ersten Spieltag der Hinrunde erspielt. Nun ist der THC zu Hause gefordert. Will er noch ins Viertelfinale einziehen, muss ein Sieg mit plus drei Toren her. Damit hätte der THC im Falle von Punktgleichheit den direkten Vergleich zu seinen Gunsten entschieden.  Deshalb spricht Herbert Müller von einer “Woche der Wahrheit”. Nach der Bundesliga-Partie in Oldenburg, wo im Kampf um Platz vier der Punkterunde eine schmerzhafte Niederlage zu Buche steht, geht es nun ums Überleben in der EHF European League: siegen oder fliegen. Am letzten Gruppenspieltag muss der THC noch in Larvik ran, dort ist ein Sieg alles andere als sicher, was aber Mosonmagyarovar geschafft hat. Die Ungarinnen empfangen zum Schluss Baia Mare und können sogar noch am THC vorbeiziehen, wenn sie beide Spiele gewinnen. Diese Endspiele in Gruppe A versprechen noch jede Menge Spannung und entschieden ist gar nichts. Dennoch, wir haben es selbst in der Hand. Gewinnen wir die letzten beiden Spiele, sind wir im Viertelfinale dabei. Gegen wen, entscheidet sich in Gruppe B wohl auch diese Woche, zwischen MOL Esztergom (HUN) und Nykobing Falster (DEN) geht es im direkten Aufeinandertreffen um Platz eins und zwei.

In der bisherigen Gruppenphase dagegen ist Mosonmagyarovar die Überraschungsmannschaft der Gruppe A. Als Außenseiter gelistet, haben sie nach drei Siegen 6:2-Punkte auf dem Konto. Mosonmagyarovar hat eine interessante Mannschaft mit ganz großen Namen der internationalen Frauen Handball Bühne: die 39-jährige Brasilianerin Barbara Arenhardt, die sehr erfahrenen ungarischen Nationalspielerin, Naomi Hafra, die Nationalspielerin aus Montenegro, Katarina Dzaferonie. Bekannt aus der Bundesliga ist uns die deutsche Nationalspielerin auf Rückraum Mitte, Laetitia Quist, die im Hinspiel 8 Tore gegen den THC geworfen hat. Torgefährlich die Spielmacherin Anna Kukely (6 Tore gegen den THC). Viel Erfahrung bringt auch die ehemalige ungarische Nationalspielerin Gabriella Toth (Rückraum Mitte) ein, 15 Tore gegen Larvik in beiden Spielen,  und im Kader der Ungarn bei der letzten EM stand als Kreisläuferin Pipi Wolfs. Als Cheftrainer fungiert der dem THC gut bekannte Dragan Adzic,  der das Team wieder zu einer europäischen Mannschaft geformt hat. Für die Ungarinnen im THC-Trikot, Anna Szabo, Csenge Kuczora und Luca Farago wird es emotional, wenn es gegen einen ungarischen Klub geht, und für Luca Farago ist es ein ganz besonderes Spiel, ist sie doch von dort zum THC ausgeliehen. 

 Die Ausgangslage vor dem Spiel ist für Moson besser als für den THC. Wie schon im Hinspiel werden sie im Angriff und in der Abwehr um jedes Tor mit Leidenschaft kämpfen. Sie können in der Salza Halle alles erreichen. Bisher waren sie seit 2021/22 in jeder Saison in der Gruppenphase der EHF European League, nur in der Saison 2023/24 im Viertelfinale, wo sie an der CS Gloria 2018 Bistrita-Nasaud gescheitert sind.

Es wird spannend am Sonntag, es geht für die THC Frauen in Europa um Alles oder Nichts. Ein Endspiel mit Charakter, bei dem das treue Publikum der entscheidende Faktor sein kann.

Zum Kader: Keine Änderungen zum letztgenannten Aufgebot, Josefine Hanfland und Rikke Hoffbeck-Petersen fehlen immer noch.


Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen