Den finalen Pluspunkt setzen
Am Samstag, den 21. Februar, um 16:00 Uhr, trifft der Thüringer HC auswärts in der Jotron Arena in Larvik auf den norwegischen Teilnehmer Larvik HK. Alle Spiele der Gruppe A finden zur gleichen Zeit statt. In Ungarn kommt es zum anderen entscheidenden Match zwischen Motherson Mosonmagyarovar und Minaur Baia Mare. Die Sieger erreichen das Viertelfinale. Neben dem THC als Gruppenerster haben auch Minaur Baia Mare und Motherson Mosonmagyarovar sechs zu vier Punkte. Ein spannungsgeladener Finalspieltag in der Gruppenphase in Gruppe A.
Rückblick: Man möchte sagen: “Zwischen Traum und Trauma?” Am letzten Samstag gelang dem THC ein grandioser 34:24 Heimsieg über Mosonmagyarovar, mit dem die Mannschaft den direkten Vergleich für sich entschied (auswärts 34:36). Damit hätte der THC bei Punktgleichheit die Nase vorn. In der Liga gab es dann am Mittwoch ein böses Erwachen. Nach einer starken ersten Halbzeit mit einer sehenswerten (fast perfekten) Deckungsleistung, brach die Mannschaft in Hälfte zwei völlig ein und verlor in eigener Halle sang- und klanglos mit 22:33 gegen den Ligaspitzenreiter Borussia 09 Dortmund. Man kann gegen den Champions League Teilnehmer und Tabellenführer, den viel breiter und qualitativ mit enormer internationaler Erfahrung aufgestellten BVB verlieren, keine Frage, kein Vorwurf. Aber das Wie enttäuscht schon.
Sei’s drum, es geht weiter. Der Blick geht nach vorn und geht in den Oslofjord nach Larvik. Larvik zeigt gerade ein ähnliches Dilemma. In der Hinrunde überragend- Tabellenerster, vor den Champions League Teilnehmern Sola HK und Storhamar Elite, ungeschlagen, 10 Siege, ein Unentschieden, 21:1 Punkte. In der Rückrunde, der totale Einbruch, nur noch drei Siege, vier Niederlagen, am Mittwoch gegen den Tabellenzwölften Haslum Baerum, 20:22-auswärts. Gegenwärtig ist man auf Rang drei , hinter Sola und Storhamar mit 27 Punkten, vor dem anderen European League Teilnehmer Tertnes Bergen (24 Punkte).
In der European League zeigen die Norwegerinnen ein völlig anderes Gesicht, starteten mit vier Niederlagen, 0 zu 8-Punkte – chancenlos und gewannen am letzten Samstag bei Minaur Baia Mare mit 31:28. Für das Viertelfinale können sie sich nicht mehr qualifizieren, aber sie werden sich vor eigenem Publikum mit Anstand aus der EHF European League verabschieden wollen. Sie werden gegen den Titelverteidiger THC hoch motiviert in der eigenen Halle auftreten. Davon muss man ausgehen.
Zum Spiel: Mit einem Sieg wäre der THC im Viertelfinale, auch ein Unentschieden würde reichen. Wenn Minaur Baia Mare in Mosonmagyarovar gewinnen würde, wäre der THC sogar, dank des direkten Vergleichs, bei einer Niederlage weiter. Aber beide Partien sind zeitgleich, da gibt es kein taktieren. Nur ein Punktgewinn in Larvik bringt die sichere Entscheidung.
Der mehrfache norwegische Meister und Champions League Sieger 2010/11, Larvik HK – norwegisch “LARVIK HÅNDBALLKLUBB”, ist für den Thüringer HC kein Unbekannter. Nicht nur in der letzten Saison standen sich beide Teams schon in der Gruppenphase der European League gegenüber, in der EHF Champions League, zuletzt in der Saison 2017/18 trafen beide Mannschaften öfter aufeinander.
Die großen Namen der norwegischen Weltmeisterinnen von 2025 sind nicht im Kader von Larvik. Aber mit Amanda Kurtovic (6 Tore im Hinspiel gegen den THC) ist eine zweifache Weltmeisterin, Europameisterin und Olympiasiegerin im Team, die überaus international erfahren ist. 118 Mal spielte sie für Norwegen und war u.a. bei solch namhaften Vereinen im Kader, wie Györi AUDI ETO KC, Dunarea Braila, CSM Bukarest oder Viborg HK. Weitere international erfahrene Spielerinnen, die für norwegische Auswahlmannschaften bei der Europameisterschaft 2022 und 2024 und im Euro Cup 2022 bis 2026 sowie in Juniorenteams berufen waren, sind die Kreisläuferin Tirill Morch, die Linksaußen Sara Berg, die Rechtsaußen Goro Ramberg (5 Tore gegen den THC). Eine Schlüsselspielerin ist die Rückraumlinke Maja Furu Saetren – 43 Tore in der Gruppenphase/ 7 Tore gegen den THC im Hinspiel. Die ehemalige dänische Nationalspielerin Christina Petersen (6 Tore) fungiert als Spielregisseurin. Sara Berg mit 27 Toren und Guru Ramberg 26 Toren haben in der Gruppenphase ihre Torgefährlichkeit untermauert.
Der vermeintliche Gruppenfavorit in Gruppe A ist mit vier Niederlagen in der Gruppenphase gescheitert. Sie sind raus, aber noch immer in einem Heimspiel gut genug für einen abschließenden Sieg.
Der THC, der im Vorjahr ein starkes Heimspiel gegen Larvik gezeigt hat, wurde in Norwegen aber hoch besiegt (25:38). Den direkten Vergleich konnte Larvik damals zwar gewinnen, erreichte jedoch nicht das Viertelfinale. Der Druck in diesem Schlussspiel liegt eindeutig beim THC, Larvik hat nichts mehr zu verlieren.
Zum Kader: Zuletzt ohne vier, ohne Josefine Hanfland, ohne Giulia Guerreiro, Rikke Hoffbeck-Petersen und Dilayla Alarslan liegt die Verantwortung auf dem Rest des Teams. Wir drücken ihnen die Daumen.
Bericht: HaJo Steinbach
Bild: Christian Heilwagen