Den ersten Schritt nach Stuttgart tun
Am Sonntag, den 28. September, um 16:00 Uhr, kommt es im Achtelfinale des DHB-Pokals in der Salza-Halle zur Paarung Thüringer HC – Buxtehuder SV. Ein Saisonziel des THC heißt, wieder ins Haushahn-FINAL4 in Stuttgart einzuziehen. Mit einem Heimsieg soll dazu ein wichtiger erster Schritt gelingen.
Rückblick: Dreimal war der THC DHB-Pokalsieger, zuletzt in der Saison 2018/19. Danach stand man 2022 und 2024 im Halbfinale und scheiterte dort an der SG BBM Bietigheim. In der Saison 2022/23 kam bereits im Achtelfinale das Saisonaus gegen Metzingen. Pokalspiele sind Ko-Spiele, sie haben nun mal einen anderen Charakter als normale Ligaspiele. In der Regel sind das Spiele, wo es von vornherein keinen Favoriten gibt, und in dieser Saison erst recht, wo die Liga durch das Aus der HB Ludwigsburg recht eng zusammengerückt ist.
Ein Heimspiel bringt nicht unbedingt einen Vorteil. Diese Enttäuschung hatte der THC in der Saison 2020/21 gegen TuS Metzingen, wo man im Viertelfinale mit 32:35 verlor. Mit der TG Nürtingen (Freilos), der HSG Bensheim/Auerbach, als Play-Off-Fünfter 2024/25 und Borussia 09 Dortmund stehen bereits drei Teams im Viertelfinale, fünf weitere Mannschaften wollen von Freitag bis Sonntag dahin, darunter unser THC.
Zum Spiel: Mit dem Heimspiel haben wir ein wenig Losglück gehabt, ob das auch auf den Buxtehuder SV zutrifft, wird sich zeigen. Das kürzliche Ligaspiel in Buxtehude hat gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit dem THC spielen können. Der Punktgewinn beim 29:29 – Unentschieden war für den THC glücklich.
In Pokalrunde zwei setzte sich der Buxtehuder SV gegen den TSV Nord Harrislee mit 39 :19 souverän durch. Der THC und Buxtehude, das ist eine unendliche Geschichte, längst ein Klassiker in der Bundesligageschichte. Ebenso im Pokal. So ein Ko-Spiel hat eigene Gesetze. Da entscheidet vor allem die Tagesform. Der Thüringer HC ist nach dem holprigen Ligaauftakt ein wenig verunsichert und er ist einerseits durch Verletzungsausfälle auf einigen Schlüsselpositionen im Rückraum und in der Abwehr und andererseits durch viele Krankheitsfälle entscheidend geschwächt. Herbert Müller hat diese Woche mit nur neun Spielerinnen und zwei Torhüterinnen trainiert.
Buxtehude ist eine Pokalmannschaft, den DHB-Pokal haben sie 2015 und 2017 gewonnen, in jüngster Zeit waren sie im Final4 2022 in Stuttgart, im Spiel um Platz drei, dem THC unterlegen.
Es gibt nach der augenblicklichen Lage im Frauenhandball wohl keinen eindeutigen Favoriten, auch nicht in diesem Spiel. Der THC will mit dem Heimvorteil als Sieger aus der Halle gehen.
Der Buxtehuder SV, 2021/22 noch Bronzemedaillen Gewinner in der Meisterschaft, war in der letzten Saison nur Tabellenzehnter. Das soll sich ändern. Ziel in der letzten Saison die Entscheidung gegen den Abstieg erst in den Play-Downs, sind sie in dieser Saison offenbar stärker. Mit acht Neuzugängen erneuerte man fast den halben Kader. Es sind viele Nachwuchsspielerinnen, die da integriert werden müssen. Da liegt bei den Routiniers viel Verantwortung: Im Tor hat Sophie Fasold im Ligaspiel noch die THC-Werferinnen zur Verzweiflung gebracht. Nun ist sie durch einen Kreuzbandriss schwer verletzt und fällt viele Wochen aus. Es muss abgewartet werden, wie “Buxte” das kompensieren will. Isabelle Dölle, die Linkshänderin, ist mit Abstand am längsten im Kader. Teresa von Prittwitz – eine der besten Linksaußen der Liga, Levke Kretschmann als Spielmacherin und Jolina Huhnstock, die deutsche Nationalspielerin am Kreis, die auch beim THC gespielt hat, verkörpern nationale und internationale Klasse. So wie der THC, setzt der BSV auf Teamgeist – die ganz großen Namen gibt es im Kader nicht und in die Play Down-Runde soll es zum Ende der Saison nicht gehen. Im Pokal möchte man gern eine Runde weiter kommen.
Der Buxtehuder SV kommt bestimmt selbstbewusst in die Salza-Halle Das wird wieder ein Kampfspiel, wie es für die Pokalspiele so typisch ist. Es wird sich zeigen, wer die Nationalmannschaftspause gut weggesteckt hat und schon wieder in Topform ist. Die Zuschauer können sich auf ein spannendes Spiel freuen.
Zum Kader: Durch den Ausfall von Josefine Hanfland und Sharon Nooitmeer ist die Abwehr geschwächt. Rechts fehlt Linkshänderin Jana Scheib, Julie Holm ist zurück. Es bleibt zu hoffen, dass von den zahlreichen Grippekranken einige rechtzeitig bis Sonntag wieder gesund werden.
Bericht: HaJo Steinbach
Bild: Christian Heilwagen