Auch das zweite Heimspiel gewinnen

23.01.2026
Isabel Baumbach

In der Gruppenphase der EHF European League trifft der Thüringer HC am Samstag, den 24. Januar, um 20:00 Uhr  in der heimischen Salza-Halle auf den rumänischen Vertreter CS MINAUR Baia Mare. Mit zwei Siegen führt der Gegner die Gruppe derzeit an, der THC will mit einem Sieg die Spitze in der Gruppe A übernehmen.

Rückblick: In der Alsco HBF war der Mittwochabend, mit der vermeidbaren Niederlage gegen die HSG Blomberg-Lippe, eine Enttäuschung. Demgegenüber war der Sieg im zweiten Spiel der Gruppenphase in der European League gegen Larvik umgekehrt eine große Erleichterung. Mit einer Willensleistung konnte die Mannschaft den vermeintlichen Gruppenfavoriten Larvik HK besiegen. Herbert Müller hatte als Ziel ausgegeben: “Die Heimspiele müssen gewonnen werden, dazu sollte noch irgendwo ein Auswärtssieg gelingen, dann ist man im Viertelfinale dabei.” Nach der ärgerlichen Niederlage in Mosonmagyarovari war die Heimmannschaft also unter Druck, der Gegner aber auch, und so entwickelte sich ein packendes Handballmatch, mit 69 Toren und dem knappen, hoch verdienten THC-36:33-Sieg am Ende. In dieser, wie schon zuvor und auch in den nächsten englischen Wochen, jagt ein Handballspiel das Andere. Auf den Sieg folgt eine Niederlage und dann hoffentlich wieder ein Sieg. Mehrere Siege nacheinander wünscht sich nicht nur der Trainer. Sonst wird es schwierig. In der Bundesliga gerät Platz vier in Gefahr und in der Gruppe A der European League muss man am Ende mindestens Zweiter werden. Deshalb bleibt keine Zeit, den verlorenen Punkten nachzutrauern, “aufstehen und nach vorn schauen, den nächsten wichtigen Schritt tun”, ist das Motto von Herbert Müller. Auf keinen Fall gilt es “den Kopf in den Sand zu stecken”, vielmehr nun, “sich selbst zu befreien, positiv auf das Wochenende zu schauen.”

Zum Spiel: “Wenn wir in der Gruppe mitreden wollen, müssen wir am Samstag gewinnen”, sagt der Trainer und weiß, “mit Baia Mare kommt ein ganz schwerer Brocken in die Salza-Halle. Athletisch stark, international mit Top-Spielerinnen aufgestellt und erfahren.” Mit den zwei Siegen auf der Rechnung hat man das nötige Selbstvertrauen. In Larvik zu gewinnen, das kommt nicht von ungefähr.
In der rumänischen “Liga Nationale”  steht Minaur nach 11 Spielen auf Rang acht der Tabelle, bei 12 Teilnehmern. 5 Siegen stehen ein Unentschieden und 5 Niederlagen zu Buche. Aber am 14. Januar, im ersten Spiel des neuen Jahres, konnte die Mannschaft gegen den Tabellenführer und Champions League Teilnehmer CSM Bukarest ein beachtliches 27:27-Unentschieden erreichen. Die wiederum wollen die Champions League gewinnen, haben zuvor Odense Handbold in Dänemark klar bezwungen. Es war der erste Punktverlust des rumänischen Meisters. Das sagt noch mehr über die derzeitige Spielstärke aus, als der Superstart in die European League, mit zwei Siegen, auswärts in Larvik (28:26) und zuhause gegen Motherson Mosonmagyarovari (34:28). Baia Mare zeigt sich ganz besonders heimstark. Nach dem spielerischen Vermögen stehen sie auf Augenhöhe mit Rapid Bukarest, Ramnicu Valcea und HC Dunărea Brăila.
Im Kader von Minaur Baia Mare stehen eine Reihe bekannter Handballfrauen aus Rumänien, Dänemark, Spanien, Brasilien, Ukraine und Weißrussland. Im Tor ist die Erfahrenste, die rumänische Auswahl Keeperin Iulia Dumanska (72 Länderspiele). Aus der Bundesliga kennen wir sehr gut die Dänin Fie Woller (Linksaußen),  die gegen den THC schon mit dem FC Midtjylland und der SG BBM Bietigheim gespielt hat. Mit 21 Treffern im jetzigen Wettbewerb ist sie die beste Werferin von Baia Mare. Genau so viele Treffer hat aber auch schon die Spanierin am Kreis Alba Chiara Spugnini Santome geworfen. Wenn er an sie denkt, kommt Herbert Müller ins Schwärmen und weiß, dass sie uns vor große Probleme stellen wird. Aus der HBF ebenfalls bekannt, bei Neckarsulm, dem BVB oder Halle-Neustadt hat Emilia Galinska schon gespielt (Rückraum links). Torgefährlich im  linken Rückraum ist die aktuelle spanische Nationalspielerin Maria Gomes da Costa. Die 30-jährige weißrussische Nationalspielerin, Dzyana Ilyna, als Spielmacherin hat im jetzigen Wettbewerb bereits 17 Treffer erzielt. Ebenfalls erfolgreich spielt auf der Position Rückraum Mitte die Schwedin Amelia Lundbäck. Top Scorerin ist die brasilianische Auswahlspielerin Jessica Quintino Ribeiro auf Rechtsaußen. Genauso brandgefährlich agiert auf Linksaußen die ungarische Nationalspielerin Nikoletta Papp im Rückraum Rechts. (Bronze bei der EM 2024 mit Csenge Kuczora). Die Aufzählung internationaler Erfahrungen könnte beliebig ergänzt werden. Die Mannschaft spielt einen sehr schnellen Konter Handball. Nach dem Start hat Baia Mare schon 4:0 Punkte errungen und würde mit einem Auswärtssieg die Tür ins Viertelfinale weit aufstoßen. Der THC aber muss dieses Heimspiel gewinnen, um im Wettbewerb weiter die Chance zu wahren, den Titel zu verteidigen, Baia Mare kann bei noch zwei Heimspielen auch bei einer Niederlage das Viertelfinale noch erreichen. Der Druck liegt wieder einmal auf den Schultern von Herbert Müller und seinen Handball-Frauen. Das Spiel in Runde drei ist ein ganz wichtiges für uns, darin liegt viel Spannung und Hoffnung. Deshalb der wiederholte Appell von Herbert Müller an die Fans, “zahlreich die Halle zu füllen und die Mannschaft nach vorne zu pushen.”


Zum Kader: Der bestreitet das Spiel, wie zuletzt auch, Josefine Hanfland und Natsuki Aizawa fehlen weiter durch Verletzung.

Bericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen

Nächstes Spiel

Samstag, 24.01.2026
European League, 20:00 Uhr
Thüringer HC – CS Minaur Baia Mare
Salza-Halle, Hannoversche Str. 1, 99947 Bad Langensalza