Thüringer HC zieht nach Handball-Krimi ins Final Four ein
Der Thüringer HC hat sich in einem dramatischen Viertelfinal-Rückspiel der EHF European League gegen Nykøbing Falster Håndbold den Einzug ins Final Four 2026 gesichert. Trotz einer knappen 36:37 (18:22)-Niederlage vor heimischer Kulisse reichte der 31:27-Hinspiel Sieg zum Weiterkommen. Mit einem Gesamtergebnis von 67:64 behaupteten sich die Thüringerinnen in einem hochintensiven Duell.
Die Gastgeberinnen mussten früh auf eine veränderte Abwehrformation reagieren, nachdem Anika Niederwieser verletzungsbedingt ausfiel. Die daraus resultierenden Abstimmungsprobleme nutzten die Däninnen konsequent aus. Mit hohem Tempo, insbesondere über die schnelle Mitte und die taktische Variante „Sieben gegen Sechs“, setzte Nykøbing Falster Håndbold den THC unter Druck. Bereits in der 15. Minute hatten die Gäste den Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert (9:13). THC-Trainer Herbert Müller reagierte mit einer Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen. Dennoch blieb die Partie von Nervosität geprägt, auch im Abschluss fehlte zunächst die gewohnte Sicherheit. Ein Torhüterwechsel brachte Stabilität: Christina Lövgren Hallberg setzte wichtige Impulse und hielt ihr Team im Spiel. In der Offensive übernahmen Spielerinnen wie Natsuki Aizawa Verantwortung, sodass der Rückstand bis zur Pause auf 18:22 begrenzt werden konnte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der THC kämpfte sich Tor um Tor heran und in der 40. Minute fiel der viel umjubelte Ausgleich zum 26:26. Die Begegnung war nun völlig offen. In der Folge gelang es dem Thüringer HC, das Spiel zwischenzeitlich zu drehen. Nathalie Hendrikse erzielte die erste Führung (28:27), während Laura Kuske mit wichtigen Paraden im Tor überzeugte. Die Schlussphase entwickelte sich zu einem echten Krimi. Beide Teams agierten auf höchstem Niveau und gingen an ihre Grenzen. Besonders Johanna Reichert übernahm Verantwortung und war mit entscheidenden Treffern zur Stelle. In der 55. Minute verkürzte sie auf 32:33 und glich wenig später per Siebenmeter zum 34:34 aus. Trotz einer erneuten Führung der Gäste behielt der THC im Gesamtergebnis die Kontrolle. Auch die offensive Manndeckung der Däninnen in den letzten Minuten änderte nichts mehr am Ausgang des Duells. Am Ende stand zwar eine knappe 36:37-Niederlage, doch der Einzug ins Final Four war dem Thüringer HC nicht mehr zu nehmen. Maßgeblichen Anteil daran hatte einmal mehr Johanna Reichert, die mit 15 Treffern im Rückspiel und insgesamt 27 Toren in beiden Partien herausragte. Damit steht der Thüringer HC unter Trainer Herbert Müller verdient im Final Four der EHF European League 2026.
Statistik
Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg, Laura Kuske; Nathalie Hendrikse 3, Julie Holm, Giulia Guarieiro, Luca Farago 1, Jana Scheib 4, Rikke Hoffbeck Petersen 2, Natsuki Aizawa 6, Anna Szabo 3, Lydia Jakubisova 1, Johanna Reichert 15/5, Dilayla Alarslan, Josefine Hanfland 1, Csenge Kuczora, Kelly De Abreu Rosa
Nykobing Falster Handbold: Anne Christine Bossen, Cecilie Greve; Caroline Aar Jakobsen 2, Clara Ronde Haugaard Bang 9, Thea Kærholm Olsen, Cecilie Sofie Bjerre 3, Stine Eiberg Jørgensen, Mia Solberg Svele 6, Sofie Lundsgaard Jørgensen, Laura Elise Fendt Weirum Andersen, Maja Magnussen 4, Nanna Hinnerfeldt Andersen 1, Clara Lerby 11/6, Kristina Kristiansen 1
Strafwürfe: 5/6 – 6/8
Zeitstrafen: 3 – 3
Zuschauer: 1500
Schiedsrichter: Stefan Ivanovic (MNE), Bogdan Kaludjerovic (MNE)
EHF-Delegierte: Sigurd Thomassen (BEL)
Bericht: Falk Freytag & Lena Leißring
Fotos: Christian Heilwagen