THC stellt die Weichen nach der Pause

01.04.2026
Falk Freytag

Der Thüringer HC hat den Nachholspieltag der Frauenhandball-Bundesliga souverän genutzt und sich mit einem klaren 32:23-Erfolg gegen den BSV Zwickau weiter Selbstvertrauen für die anstehenden Play-offs geholt. Die Ausgangslage war bereits vor dem Anpfiff komfortabel: Durch den Punktabzug für den VfL Oldenburg stand der THC schon sicher in der Endrunde. Trainer Herbert Müller nutzte die Partie daher bewusst zur Rotation und gab Spielerinnen aus der zweiten Reihe mehr Verantwortung. Leistungsträgerinnen wie Johanna Reichert und Nathalie Hendrikse wurden geschont.

Auf dem Feld zeigte sich davon zunächst nichts: Der Thüringer HC startete hochkonzentriert und setzte mit einem 4:0-Lauf in den ersten fünf Minuten direkt ein klares Zeichen. Besonders auffällig war die offensive Variabilität, gepaart mit einer stabilen Defensive. Vom Siebenmeterpunkt übernahm Natsuki Aizawa Verantwortung und verwandelte alle Strafwürfe sicher. Bereits nach zehn Minuten lag der THC mit 8:2 in Führung, was Zwickaus Trainer Norman Rentsch zu einer frühen Auszeit zwang. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit gelang es den Gästen, sich zumindest phasenweise zu stabilisieren. Vor allem Laura Szabo sorgte mit sicheren Siebenmetern dafür, dass Zwickau den Anschluss nicht komplett verlor (9:5, 15. Minute). Doch der THC behielt zunächst die Kontrolle: Csenge Kuczora traf zuverlässig aus dem Rückraum, während Laura Kuske einen wichtigen Strafwurf parierte. Beim Stand von 13:7 nach 20 Minuten schien die Partie früh entschieden. Allerdings schlichen sich in der Schlussphase der ersten Hälfte Unkonzentriertheiten ein. Zeitstrafen und technische Fehler ermöglichten es Zwickau, den Rückstand zu verkürzen. Mit einem 16:14 ging es überraschend eng in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Zwickau, den Druck zu erhöhen, scheiterte jedoch häufig an der nun eingewechselten Torhüterin Christina Lövgren Hallberg. Sie avancierte schnell zu einem entscheidenden Faktor und brachte die Gäste mit mehreren Paraden zur Verzweiflung. Als Laura Szabo zudem einen weiteren Strafwurf nicht verwandeln konnte, kippte die Partie endgültig zugunsten der Gastgeberinnen. Der Thüringer HC erhöhte das Tempo und setzte sich bis zur 40. Minute wieder auf 21:17 ab. Ein zusätzlicher Rückschlag für Zwickau war die Rote Karte gegen Charlotte Kähr, die die personellen Optionen der Gäste weiter einschränkte. In der entscheidenden Phase übernahm vor allem Csenge Kuczora Verantwortung. Mit insgesamt neun Treffern war sie die prägende Offensivspielerin und trug maßgeblich dazu bei, dass der THC den Vorsprung kontinuierlich ausbaute. Auch Kelly de Abreu Rosa setzte mit einem sehenswerten Rückraumtreffer zum 24:18 (45. Minute) ein Ausrufezeichen. Defensiv blieb der Thüringer HC stabil, während im Angriff zwar nicht immer das Tempospiel funktionierte, die Tore jedoch geduldig im Positionsangriff herausgespielt wurden. Bemerkenswert: Beide Torhüterinnen des Thüringer HC konnten sich im Laufe der Partie sogar in die Torschützenliste eintragen – ein eher seltenes Highlight. In der Schlussphase ließ der Thüringer HC nichts mehr anbrennen. Trainer Herbert Müller nutzte die verbleibende Spielzeit, um weiter durchzuwechseln und taktische Varianten zu testen. Alle Spielerinnen erhielten Einsatzzeiten, ohne dass der Spielfluss darunter litt.

Am Ende stand ein verdienter und ungefährdeter 32:23-Erfolg, der die starke Form des Thüringer HC unterstrich. Mit Blick auf die Play-offs präsentierte sich das Team trotz Rotation stabil, variabel und defensiv gefestigt. Der Thüringer HC geht damit mit viel Selbstvertrauen in die entscheidende Saisonphase – und zeigte einmal mehr, dass auch die zweite Reihe den hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Statistik

Thüringer HC: Christina Lövgren Hallberg 1, Laura Kuske 1, Julie Holm 5, Giulia Guarieiro 3, Luca Farago 1, Jana Scheib, Rikke Hoffbeck Petersen 1, Natsuki Aizawa 4/3, Kim Ott 1, Anna Szabo 1, Dilayla Alarslan 2, Josefine Hanfland 1, Csenge Kuczora 9/2, Kelly de Abreu Rosa 2

 

BSV Sachsen Zwickau: Lilly Jansen, Paulina Curth, Laura Szabo 5/4, Jasmina Gierga, Charlotte Kähr, Silje Brons Petersen 9/1, Lea-Sophie Walkowiak, Victoria Hasselbusch, Julia Niewiadomska 1, Kaho Nakayama 2, Zoe Stens 2, Rome Celine Steverink 4

 

Strafwürfe: 5/6- 5/7

Zeitstrafen: 5 –  3

Disqualifikation: Charlotte Kähr (40.) nach 3 × 2 Minuten

Zuschauer: 1150

Schiedsrichter: Thomas Hörath, Timo Hofmann

 

Bericht: Lena Leißring, Falk Freytag

Foto: Christian Heilwagen



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