Gute Ausgangsposition erreichen

20.03.2026
Isabel Baumbach

Am Sonntag, den 22. März, um 18:00 Uhr, in der Spar Nord BOXEN Nykobing, trifft der Thüringer HC als Gruppensieger von Gruppe A auf den Gruppenweiten von Gruppe B im Viertelfinale der EHF European League, auf den dänischen Vertreter Nykobing Falster Handbold. In dem Auswärtsspiel geht es für den THC um ein gutes Ergebnis, damit um eine gute Ausgangslage für das Rückspiel eine Woche später in der Salzhalle.

Rückblick: Einmal mehr hat der Thüringer HC eine gute Gruppenphase in der EHF European-League absolviert. Gefühlt, in der schwersten von vier Gruppen, hat die Mannschaft nach 4 Siegen und zwei Niederlagen den ersten Gruppenplatz erreicht, dabei die favorisierten Clubs CS Minaur Baia Mare (ROU) und Larvik HK (NOR) eliminiert, gegen Motherson Mosonmagyarovar (HUN) bei Punktgleichheit den direkten Vergleich gewonnen. Der THC steht somit erneut im Viertelfinale zusammen mit einer Reihe renommierter Frauen Handball Vereine, wie den vorjährigen Halbfinalisten und Bronzemedaillen-Gewinner JDA Bourgogne Dijon (FRA), ehemalige Champions League Klubs, wie Rapid Bukarest (ROU) oder Viborg HK (DEN) oder die beiden starken ungarischen Vertreter MOL Esztergom und Mosonmagyarovar. Der THC als Titelverteidiger will gern wieder ins FINAL4 einziehen, um seinen Titel zu verteidigen. Bisher hat es noch keine Mannschaft gegeben, der das gelungen ist.
Zum Rückblick FINAL4 um den DHB-Pokal zeigte sich Herbert Müller nicht so sehr enttäuscht über den (nur) vierten Platz. Wir waren insgesamt nahe dran, Kleinigkeiten haben gegen den Einzug ins Finale entschieden. Die Mannschaft hat eine gute kämpferische Einstellung gezeigt, die ihn optimistisch für die weiteren Endrunden der Saison nach vorne schauen lässt. Eine Anmerkung von mir: Der THC ist auch an 23 Strafwürfen und 14 Zeitstrafen gegen sich gescheitert. Keine andere von den drei weiteren Teilnehmern wurde im Turnier nur annähernd so gepfiffen.

 

Zum Spiel: Der Gruppensieger hat den Vorteil, zuerst auswärts anzutreten. Herbert Müller hat als Ziel formuliert: “Ein gutes Ergebnis, als gute Ausgangslage für das Rückspiel zu erreichen, um am nächsten Sonntag in einer hoffentlich bis zum Platzen gefüllten Salza-Halle den Einzug ins Final4 zu Hause zu sichern.” Nykobing gehört zum Kreis der großen Favoriten auf den Gewinn der European League. Als derzeitiger Tabellendritter in der starken dänischen Liga, hinter den beiden, auch in der Champions League überragend agierenden Clubs Team Esbjerg und Odense Handbold, aber auch mit deutlichem Punkte plus vor dem vorjährigen Europa-League Finalisten Ikast Handbold und vor Viborg HK. Am Mittwoch dieser Woche gab es in der Liga einen 33:27 – Sieg gegen den Tabellenvorletzten Skanderborg Handbold.
Nykobing ist ein Team mit geballter skandinavischer DNA, mit Spielerinnen aus Dänemark, sechs Norwegerinnen und einer Schwedin. Das allein birgt für Qualität. Herausragend in der bisherigen Gruppenphase, die Schwedin Clara Lerby auf Linksaußen, die Norwegerin Maja Magnussen auf Rechtsaußen, die Rückraum-Rechte Clara Ronde Haugaard Bang  oder auch die Kreisläuferin Nanna Hinnerfeldt Andersen. Es wird für den THC darauf ankommen, sich auf das typisch skandinavische Spiel einzustellen, selbst Tempo zu spielen und die eigene Spielregie dem Gegner aufzuzwingen, selbstbewusst als Titelverteidiger aufzutreten. Herbert Müller spricht von “einer Mammutaufgabe”, aber nichts ist unmöglich.


Zum Kader: Der THC reist am Samstag früh im Bus nach Dänemark mit der gesamten Kapelle, bis auf die noch verletzte Lotta Heider. Dafür ist “Nemo” wieder mit von der Partie.
Die Teamplanung für 2026/27 ist nun auch abgeschlossen. Der Thüringer HC wird die neue Saison mit einer halben neuen Mannschaft, mit acht Neuzugängen, bestreiten. Nummer acht, ist für Herbert Müller eine Abwehrspezialistin, eine junge Spielerin, die bei der Weltmeisterschaft das Interesse von Herbert Müller geweckt hat. Die 20-jährige isländische Alfa Bra Oddsdottir Hagalil wechselt vom Traditionsverein Fram Reykjavik, für den sie seit 2023 aktiv ist, nach Thüringen. Mit einer Körpergröße von 1,80 Metern und ihrer Position im linken Rückraum bringt sie ideale Voraussetzungen für das Abwehrzentrum mit. Auch sie selbst freut sich auf die neue Herausforderung in der deutschen Frauen-Bundesliga.

 

Vorbericht: HaJo Steinbach

Bild: Christian Heilwagen