OLYMP Final4 -Spiel um Platz 3-

Versöhnlicher Platz 3 im OLYMP Final4

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Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

Mit einem 30:27 (17:12)-Sieg sicherte sich der Thüringer HC den 3. Platz im OLYMP Final4 und ließ den Buxtehuder SV hinter sich. Dem THC gelang damit die Revanche für die Niederlage vom letzten Bundesligaspiel und der einzige Sieg gegen die Norddeutschen in dieser Saison. Mit viel Tempo und Spielübersicht bauten die Thüringerinnen die Führung vor dem Halbzeitpfiff aus und verteidigte den Vorsprung bis zum Schlusspfiff gegen ein offensiv und druckvoll aufspielendes BSV-Team. Toptorschützen waren Asli Iskit mit acht Treffern für Thüringen und Charlotte Kähr mit sechs Toren aufseiten des BSV.

Das Spiel um Platz 3 des OLYMP Final4 war eine Neuauflage des letzten Bundesligaspiels der Saison. Am vergangenen Dienstag absolvierten beide Mannschaften noch ein Nachholspiel, welches der BSV gewann. Der THC hatte die Möglichkeit, im kleinen Finale Revanche zu nehmen.
Der Anfang verlief jedoch nicht ganz so vielversprechend. Buxtehude legte 3:0 vor, die Thüringerinnen bis dahin ohne Torerfolg. Dirk Leun ließ seine Abwehr früh stören. Die 5-1-Abwehr gab Kerstin Kündig wenig Raum, der Erfolg gab ihm mit dieser Maßnahme recht. Bereits in der sechsten Minute rief Herbert Müller an die Seitenlinie, um die Taktik zu ändern.
Zu Beginn der 8. Minute netzte Isabelle Dölle zum 4:0 ein, eine Minute später gelang Annika Meier der erste THC-Treffer. Einen Ballverlust der Norddeutschen nutzte Yuki Tanabe für den schnellen Konter, Lamprini Tsakalou legte gleich noch einen drauf - 10. Minute 4:3, so schnell kann es gehen. Im Abschluss machten beide Mannschaften viele Fehler. Nach Foul durch Teresa von Prittwitz, die dafür zwei Minuten auf die Bank musste, verwandelte Asli Iskit ihren ersten Strafwurf gegen BSV-Torfrau Lea Rüther zum 4:4. Das Spiel war wieder offen. Lea Rüther machte es den Schützinnen des THC nicht einfach, mit einigen Paraden verhinderte sie die Führung. Ein Wechselfehler brachte den THC ins Unterzahlspiel, Irma Schjött rettete vorerst das Unentschieden, nach Ballgewinn konnte Meret Ossenkopp direkt ins leere THC-Tor zum 5:4 einwerfen. Keine Mannschaft konnte die Fehler des gegnerischen Teams nutzen, um sich abzusetzen, man spielte auf Augenhöhe. Beide boten eine starke Abwehr, waren im Angriff zu hektisch. Zum Ende der 19. Minute legten die Mitteldeutschen zum  6:7 vor, der Ausgleich per Strafwurf folgte sofort. So ging es in die letzten zehn Minuten der ersten Spielhälfte. Der THC zog das Tempo an, die Abstimmungen wurde genauer und die Würfe aufs Buxte-Tor variabler. Zwei Minuten später führte der THC mit 10:7. Trainerfuchs Dirk Leun erkannte die Schwächephase seines Teams und griff die grüne Karte zum Team Timeout. Die 5-1-Abwehr des BSV war ausgeguckt und so ergab sich mehr Raum auf anderen Spielpositionen. Die Thüringerinnen zündeten den Turbo. Ein wahres Tore-Feuerwerk ergoss sich innerhalb von fünf Minuten über den BSV, mit 9:16 ging es in die Schlussminuten. Glück für den BSV, dass der Schwung im Angriff des Thüringer HC etwas nachließ und nicht mehr alle Bälle so präzise saßen. Die Mannschaften gingen beim Stand von 12:17 zum Pausengespräch.

Mit einem Strafwurf startete der Thüringer HC in die zweite Halbzeit, doch Asli Iskit scheiterte an Katharina Filter im BSV-Tor. Dennoch ging das erste Tor auf das Konto des THC. Lydia Jakubisova, in ihrem Abschiedsspiel zum Karriereende, netzte nach drei Minuten zum 12:18 ein. Auch das 13:20 ging auf das Konto der routinierten Rechtsaußen, die sich auf jeden Fall mit einem Sieg verabschieden wollte.
Katharina Filter verhinderte mit starken Paraden, dass die Thüringerinnen ihre Führung schneller ausbauten. Konzentriert versuchte das Team, von Herbert Müller seine Abschlüsse vorzubereiten. Johanna Reichert tankte sich durch die Abwehr des BSV und erhöhte zum 17:23. Die offensiv gestellte und aggressive Abwehr der Norddeutschen forderte ihren Tribut, drei BSV-Spielerinnen saßen gleichzeitig auf der Bank. Annika Lott gelang in diesem schwierigen Unterzahlspiel der 18. BSV-Treffer und Katharina Filter vereitelte nicht nur einen weiteren Strafwurf des THC, sondern auch einen Wurf von der Außenbahn. Mitte der zweiten Halbzeit sah Herbert Müller Redebedarf mit seinem Team. Er forderte weiterhin das hohe Tempo seiner Damen ein. Die Niedersächsinnen gaben trotz des Rückstandes nicht auf, kämpften um jeden Ball und suchten jede noch so kleine Chance. Mit diesem Widerstand zwangen sie die Thüringerinnen zu Fehlern, die sich in ungenutzten Chancen widerspiegelten. Die Damen aus Erfurt/Bad Langensalza sicherten den Fünftorevorsprung geschickt. Man merkte beiden Teams schon die Strapazen der Woche an. Das Bundesligaspiel am Dienstag und das Halbfinale gestern, hatten Spuren hinterlassen. Nach dem Treffer zum 23:28 stellte Dirk Leun in der 55. Minute auf eine 4-2-Abwehr um. Regisseurin Kerstin Kündig und Johanna Reichert sollten isoliert werden. Coach Herbert Müller reagierte mit der letzten Auszeit, um die Mannschaft auf die veränderte Situation einzustellen. Das Spiel war fünf Minuten vor dem Schlusspfiff noch keinesfalls entschieden und Lisa Antl netzte völlig frei vorm Tor zum 24:28 ein, der Treffer zum 25:28 folgte prompt und schon war der Sechstorevorsprung des THC dahin. Irma Schjött parierte den nächsten Wurf, sie saß im Tor, ihr Arm mit dem Ball blieb außerhalb. Damit war das Spiel entschieden und die Revanche geglückt. THC-Flügelflitzerin Lydia Jakubisova beendete ihre aktive Karriere mit diesem Sieg und steuerte fünf Tore zum Erfolg bei. Der Thüringer HC gewann mit 30:27 und sicherte sich den dritten Platz im OLYMP Final4 um den DHB-Pokal, der Buxtehude SV kam auf den undankbaren Vierten.

Statistik:
Buxtehuder SV:
Lea Lea Rühter, Katharina Filter; Liv Charlotte Süchting 3, Johanna Heldmann, Luisa Marla Hinrichs, Lisa Antl 3, Maxi Mühlner 1, Isabelle Dölle 3/2, Mailee Winterberg 2, Maja Schönefeld, Meret Ossenkopp 3, Charlotte Kähr 6/4, Annika Lott 4, Teresa von Prittwitz 2, Mia Lakenmacher.

Thüringer HC: Laura Kuske, Irma Elisabet Schjött, Annika Meyer 4, Yuki Tanabe 4, Dominika Zachova, Asli Iskit 8/2, Anika Niederwieser, Lamprini Tsakalou 2, Kerstin Kündig 3, Lydia Jakubisova 5, Johanna Reichert 2, Kim Braun, Jennifer Rode 1, Miranda Schmidt-Robben 1.

Strafwürfe: 6/6 - 2/4.

Zeitstrafen: 5 - 4.

Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/Suresh Thiyagarajah.

Pressegespräch nach dem Spiel

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