Vereinsentwicklung

Die Wurzeln des Thüringer Handball Clubs liegen in den 60er Jahren in der damaligen Betriebssportgemeinschaft Motor-Nord-Erfurt (später BSG Umformtechnik Erfurt (UT Erfurt)) und der Handballabteilung des SV Empor Bad Langensalza.

Als nach der Wende der Trägerbetrieb, das Kombinat Umformtechnik Erfurt, keinerlei Unterstützung einer leistungsorientierten Arbeit mehr leistete, schlossen sich die Handballerinnen in der Mehrzahl dem TSV Erfurt an und spielten bis 1994 mit ihrer Mannschaft in der ersten bzw. zweiten Bundesliga. Der TSV Erfurt war bis 1996 der größte Erfurter Sportverein. Es gab eine Vielzahl alter (Schwimmen, Leichtathletik, Radsport, Fußball) und neu gegründeter Abteilungen wie Handball, Wandern, Boxen u.v.a.

Auf Grund der Veränderungen nach der Wende war der Verein in seiner Größe wirtschaftlich kaum noch zu führen. Einzelne Abteilungen gründeten selbständige Vereine – so auch die Handballabteilung im Dezember 1996 – den Handball-Club Erfurt. Am 9. Juni 2000 erfolgte mit der Fusion des HC Erfurt mit der Handballabteilung des SV Empor Bad Langensalza die Gründung des „Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Bad Langensalza e.V. (Thüringer HC). Erster Präsident des Vereins wurde Dr. Karsten Döring, der bereits in den Jahren vorher den Handball Club Erfurt (HCE) als Vereinsvorsitzender  führte. Sein Verdienst ist es vorrangig, die beiden Bereiche Frauen- und Nachwuchsleistungsport mit hohem persönlichen Einsatz und im engen Verbund mit Bad Langensalzas Bürgermeister Bernhard Schönau und dem späteren Aufsichtsratschef Dr. Klaus Kliem entwickelt zu haben. Mit der Einführung von Sport-Leistungsstipendien setzte er  eine bisher nicht erreichte Leistungsentwicklung in Gang - Ausdruck dessen sind die Deutschen Meistertitel in der B-Jugend 2006, 2007 und 2009. Diese wurden unter der sportlichen Leitung von Trainer Wolfgang Mosebach ( Vereins- und Landestrainer Thüringen) erreicht. Mit den Sportschülerinnen des Erfurter Sportgymnasiums "Pierre de Coubertin" wurde der A-Lizenz-Trainer  fünf mal Bundessieger im Schulwettbewerb "Jugend trainiert für Olympia". (2006, 2007, 2009, 2010, 2015).

Leistungsentwicklung im Frauenbereich

Von 2001/02 bis 2004/05 spielte der THC in der 2. Bundesliga, eine Saison in der Staffel Nord, die nächsten drei in der Staffel Süd. Nach einem 4. Platz in der Saison 2004/05 erreichte die Mannschaft nach Play Off-Spielen gegen SV Union Halle-Neustadt und SC Markranstädt den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Seit 2004 wurde mit der Gründung der THC Sport GmbH die wirtschaftliche und juristische Basis unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Klaus Kliem und seinem Stellvertreter, Bürgermeister Bernhard Schönau, geschaffen.  In der 1. Bundesliga erreichte der THC in den ersten fünf Jahren als beste Platzierung in der Saison 2007/08 nach Play Off-Spielen einen 5. Platz. 
 
In der folgenden Saison spielte die Mannschaft erstmals international und erreichte die Finals im Challenge Cup.  Die Finalspiele gegen Circles Nimes wurden aber verloren. Mit dem Trainerwechsel 2010/11 von Dago Leukefeld zu Herbert Müller begann 2010/11 eine neue Ära des THC. Der Thüringer HC gewinnt von da an bis 2015/16 sechs Mal hintereinander die Deutsche Meisterschaft. Nach einem Jahr mit dem Vizerang (2016/17) sichert sich das THC-Team 2018 erneut die Meisterschaft. Zusätzlich gewinnt der Verein 2011 und 2013 den DHB-Pokal und 2015, 2016 und 2018 den Super Cup. 

International etablierte sich der THC seit 2011/12 ununterbrochen in der Champions League, erreichte dort in den letzten Jahren immer die Hauptrunde und in der Saison 2013/14 das Viertelfinale der besten Acht. 2012/13 zog der Verein  ins Halbfinale des Cup Winner’s Cups ein und unterlag dort knapp Hypo Niederösterreich. Der Deutsche Meister erkämpfte sich in den letzten Jahren mehrfach einen Platz unter den zehn besten Handball Clubs Europas - ist damit der erfolgreichste Frauenhandball Verein Deutschlands seit der Wiedervereinigung.

Vor der Saison 2016/17 stellte sich die THC-Sport GmbH neu auf. Mit der Autogruppe Peter und der Universal Bau Mühlhausen GmbH und den Unternehmern Helmut Peter und Robert Böhm übernahmen engagierte Handballfreunde die Hauptverantwortung bei der Förderung und Unterstützung des Vereins. Darüber hinaus ist das Sponsoring durch eine große Anzahl von Unterstützern in einer überwiegend ländlich strukturierten Region breit aufgestellt.