EHF European League

Mit Niederlage in die EHF European League gestartet

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Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

Zum Start in die EHF European League musste sich der Thüringer HC mit 32:35 (16:19) gegen Molde Elite (NOR) geschlagen geben. Mit einer katastrophalen Abwehr, die Trainer Herbert Müller auch nach dem Abpfiff nicht zufriedenstellte und den Gästen zu viel Raum im Angriff bietend, lief der THC der Führung der Norwegerinnen über die gesamte Spielzeit hinterher. Für das Rückspiel sieht der Trainer noch Chancen, wenn sein Team die von ihm geforderten Vorgaben umsetzt. Einen zwischenzeitlichen Siebentorevorsprung verkürzten die Gastgeberinnen mit einem finalen Sprint auf drei Tore. Beste Werferin des THC war Asli Iskit mit acht Treffern. Für die norwegischen Gäste netzte Mona Obaidli zwölf Mal ein.

Für Lydia Jakubisova war das EHF European League-Spiel gegen Molde Elite aus Norwegen das 300. Pflichtspiel für den Thüringer HC. Zu Recht wurde sie dafür vor dem Anpfiff geehrt.

Die Norwegerinnen störten von Beginn an früh den Spielaufbau des Thüringer HC. Den verlorenen Ball der Gastgeberinnen nutzte Julie Lygren und netzte nach schnellem Konter zur Führung der Gäste ein. Aus dem Rückraum traf Anika Niederwieser zum 1:1-Ausgleich ein. Konzentriert und ruhig versuchte der THC sein Spiel aufzubauen. Norwegen vertraute auf das schnelle Spiel und so stand es nach fünf Minuten 3:3 in der Salza-Halle. In der Abwehr zeigten die Gastgeberinnen Schwächen. Die sich öffnenden Lücken nutzten die Gäste zur erneuten Führung, die Thüringerinnen glichen immer wieder aus - 5:5 (8. Minute). Die Norwegerinnen zogen das Tempo weiter an, der THC erlaubte sich im Aufbauspiel einige technische Fehler und so lag Molde in der 10. Minute mit 8:5 in Führung. Herbert Müller musste eingreifen und zog die grüne Karte zum Team Timeout. Petra Blazek zeigte einigen Paraden und verhinderte so die deutlichere Führung der Skandinavierinnen. Mitte der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit lagen die Gäste mit zwei Toren vorn - 8:10. Durch einen verwandelten Strafwurf erhöhte Molde Elite die Führung auf drei Tore. Nach einem Lattentreffer von der Strafwurflinie, landete der Abpraller im THC-Tor und einem weiteren Rückraumtreffer führte Molde mit fünf Toren. Kerstin Kündig verkürzte auf 10:14. Molde-Coach Tor Odvar Moen rief seine Mannschaft an die Außenlinie. Clever provozierten die Norwegerinnen ihre Strafwürfe, aber auch ein Zweiter ging daneben und landete am Pfosten. Dominika Zachova machte es auf der Gegenseite besser und netzte zum 11:14 ein. Die Gäste verteidigten die drei Toreführung. Beim Stand von 16:19 ging es in die Pause.

Den besseren Start nach der Pause erwischten die Gäste, die ihren ersten Angriff mit einem Treffer beendeten. Lamprini Tsakalou tankte sich durch die gegnerische Abwehr und hielt den THC auf Schlagdistanz - 17:20. Rinka Duijndam parierte und bediente Miranda Schmidt-Robben, die den Tempogegenstoß erfolgreich abschloss. In der 36. Minute erzielten die Gäste aus Molde das 23:18 und bauten die Führung gegen den in Unterzahl spielenden THC auf fünf Tore aus. Nach Foul an Miranda Schmidt-Robben traf Dominika Zachova per Siebenmeter zum 18:23, Kerstin Kündig legte sofort noch einen drauf. In der 39. Minute kassierte Lamprini Tsakalou ihre dritte Zeitstrafe und somit die Rote Karte. Damit war das Spiel für sie beendet. Mit schnellem Spielaufbau versuchte der THC die Norwegerinnen von ihrer Linie abzubringen. Auf jeden Treffer der Thüringerinnen fanden die Gäste die passende Antwort und verteidigten ihre Führung. Vierzehn Minuten vor Spielende lagen die Norwegerinnen mit 29:26 vorn. Dominka Zachova scheiterte von der Strafwurflinie, bevor Molde Elite die zweite Auszeit nahm. Noch zehn Minuten waren zu spielen, Molde lag 31:26 in Führung. Der THC kämpfte verbissen, aber die Norwegerinnen verwaltete den Vorsprung clever und nutzte Abwehrschwächen der Gastgeberinnen, um den Vorsprung auszubauen - 27:34 (54. Minute). Knapp eine Minute später bat Herbert Müller sein Team zum Gespräch. Mit dem Umschaltspiel seiner Mannschaft war er nicht zufrieden. Für die Schlussphase musste die Taktik geändert werden, um eine Minimalchance für das Rückspiel zu haben. Laura Kuske parierte, Yuki Tanabe traf sicher von Außen zum 31:35. Molde vergab auf der Gegenseite und Asli Iskit verkürzte weiter. Knapp eine Minute war noch zu spielen, Molde Elite nahm noch ein letztes Team Timeout. Mit 32:35 musste sich der Thüringer HC gegen das norwegische Team geschlagen geben. Drei Tore Rückstand in der nächsten Woche aufzuholen, sollte auswärts möglich sein.

Statistik:
Thüringer HC (GER):
Laura Kuske, Petra Blazek, Rinka Duijndam; Annika Meyer 2, Yuki Tanabe 2, Dominika Zachova 5, Asli Iskit 8, Anika Niederwieser 5, Lamprini Tsakalou 2, Kerstin Kündig 4, Lydia Jakubisova 1, Josefine Huber 1, Miranda Schmidt-Robben 2.

Molde Elite (NOR): Catharina Fiskerstrand Broch, Kimberley Megan Bleivik Ewanovich; Mia Kristine Strand, Sofie Rakvåg Roald, Mona Obaidli 12, Julie Lygren 4, Thale Rushfeldt Deila 9, Sherin Obaidli 3, Elise Skinnehaugen 4, Torine Hjelme Dalen, Synne Fossheim, Elke Josselinne Karsten 1, Anastasija Marsenic 2.

Strafwürfe: 4/3 - 6/4.

Zeitstrafen: 6 - 5.

Zuschauer: 600.

Schiedsrichter: Alain Rauchs/Philippe Linster (LUX).

EHF-Delegierter: Tihomir Kasunic (CRO).

Trainergespräch nach dem Spiel