1. Handball Bundesliga Frauen

Wichtige Punkte im Topspiel erobert

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Andreas Hofmann/Bernd Hohnstein

Der Thüringer HC entschied das Topspiel des siebten Spieltages der Handball Bundesliga gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 34:32 (16:17) für sich. Damit kassierten die Blombergerinnen die erste Saisonniederlage. Beste Werferinnen waren Kamila Kordovska mit 12/3 Toren für die HSG Blomberg-Lippe und für den Thüringer HC, Iveta Koresova mit 13/4 Treffern.

Die HSG Blomberg-Lippe startete in die Partie und vergab den ersten Angriff. Im Gegenzug startet Ina Großmann zum Tempogegenstoß, wird von Emelyn van Wingerden von hinten geschoben - Rote Karte nach 57 Sekunden. Iveta Koresova markierte den ersten Treffer im Spiel von der Strafwurflinie. Nach knapp vier Minuten netzte Kamila Kordovska zum 2:2 Ausgleich ein. Nach sieben Minuten traf Jovana Sazdovska zum 4:6 und brachte die Gäste mit zwei Toren vor. Einen guten Tag gegen den amtierenden Vizemeister hatte die tschechische Nationalspielerin Kamila Kordovska - immer wieder gingen von ihr die nötigen Spielimpulse im Blomberger Spiel aus, um den Anschluss nicht zu verlieren. Sie verkürzte nach 13 Minuten zum 6:7. Im Gegenangriff verfehlte Emily Bölk zum zweiten Mal das Gehäuse des noch ungeschlagenen Tabellenzweiten. Silje Brons Petersen stellte den erneuten Ausgleich her. Der THC legte vor, die HSG blieb weiter dran. Mehr als zwei Tore ließen die Schützlinge von Steffen Birkner die Thüringerinnen nicht enteilen. Alicia Stolle setzte sich im Eins-gegen-Eins durch und erhöhte auf 7:9 für ihr Team (16. Spielminute), wieder lag der THC mit zwei Toren vorn. Die HSG bekam ihre Abwehr in dieser Phase besser geordnet und gewann den Ball. Nele Franz netzte von der Außenposition zum 8:9 ein. Laura Rüffieux glich neun Minuten vor der Halbzeitpause aus. Dies zwang Trainer Herbert Müller zum ersten Team Timeout. Nach Wiederanpfiff traf Meike Schmelzer vom Kreis zum 10:11. Der Thüringer HC hatte Mühe, die Abwehr zu stabilisieren. Die Belastung der letzten zwei Wochen zeigte beim EHF Cup-Teilnehmer Wirkung. Blombergs Trainer Steffen Birkner nahm in der 23. Minute sein erstes Timeout. Immer konnte der THC nur vorlegen, die HSG-Damen hielten mit. Kamila Kordovska stieg im Rückraum hoch und überwand Marie Davidsen zum 14:14, noch drei Minuten waren zu spielen. Ungehindert konnte Celine Rüffieux durch die Abwehrreihe der Thüringerinnen stoßen und zur 15:14-Führung einnetzen. Zwar gelang Iveta Koresova der Ausgleich (16:16), doch Tessa van Zijl traf in letzter Sekunde zum 17:16 für die Gastgeberinnen.

Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, versenkte Emily Bölk den ersten Wurf ins Tor von Anna Monz-Kühn. Alicia Stolle musste nach einem Foul zwei Minuten auf der Strafbank absitzen. Der THC ersetzte zum Ausgleich die Torfrau gegen eine weitere Feldspielerin. Nach Ballverlust reagierte Celine Michielsen am schnellsten und traf ins leere Tor der Gäste. Kaum zurück im Spiel, konnte Alicia Stolle zum 19:20 einnetzen. Iveta Koresova verwandelte den nächsten Strafwurf sicher zum 20:21. Alicia Stolle nutzte einen verworfenen Ball und erhöhte auf der Gegenseite zum 20:22. Emily Bölk kassierte in der 38. Spielminute eine Zeitstrafe, in Überzahl traf Tessa van Zijl nur den Block. Die Abwehr des Thüringer HC zeigte sich in dieser Phase des Spiels deutlich verbessert, im Angriff nahmen dagegen die Fehler zu. Kamila Kordovska fischte sich den Ball aus dem Aufbauspiel des THC, Celine Michielsen schloss ab. Die HSG Blomberg Lippe ließ keinen Zweifel daran, nicht noch eine weitere Pleite wie im DHB-Pokal hinzunehmen. Mitte der zweiten Spielhälfte fielen die Tore wie am Fließband, trotzdem zückte Steffen Birkner die nächste grüne Karte (45. Minute). Alicia Stolle setzte sich energisch durch und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden. Den Siebenmeter verwandelte Iveta Koresova sicher und erzielte ihren 12. Treffer im Spiel. In der 48. Spielminute folgte der 13. Treffer, wieder von der Strafwurflinie Kamila Kordovska netzte den ihren eine Minute später ebenso sicher. Insgesamt verwandelte sie vier Strafwürfe in der Begegnung. 49 Minuten waren gespielt und die Anzeigetafel zeigte ein 24:28. Die HSG Blomberg zeigte erste Schwächen, der THC nutze dies und baute die Führung erstmals auf vier und in der 52. Minute, nach einem Treffer durch Jovana Sazdovska, auf fünf Tore aus. Sieben Minuten vor zum Spielende, nahm Herbert Müller ein weiteres Team Timeout. Die HSG wehrte sich mit allem, was ihnen möglich war, dadurch produzierte die Mannschaft leichte Fehler. Die Thüringerinnen nutzten die sich ergebenden wenigen Chancen und setzten sich weiter durch. Nele Franz durchbrach die Torflaute aufseiten der Blombergerinnen (54. Minute). Zum 27:31 verkürzte Celine Michielsen und Tessa van Zijl legte zum 28:31 nach. Alicia Stolle war es zu verdanken, dass der THC weiter vorne blieb. Sie traf in dieser Phase gleich mehrfach und erwischte eine sensationelle zweite Halbzeit. Insgesamt konnte sie zehn Treffer auf ihr Torekonto gutschreiben. An der Strafwurflinie zeigte sich Kamila Kordovska weiter sicher und verkürzte auf 29:33. Auch das 34. Tor für den Thüringer Handball Club konnte Alicia Stolle erzielen. Noch drei Minuten waren zu spielen und Blomberg war wieder dran 31:34. Silje Brons Petersen traf nach Fehlpass ins leere Tor der Thüringerinnen und bei 22 verbleibenden Sekunden auf der Hallenuhr nahm Herbert Müller sein letztes Timeout. Die Frauen der gastgebenden Mannschaft erzielten noch einen weiteren Treffer und stellten so den 32:34-Endstand her. Für den Thüringer HC ein schwer erkämpfter Sieg, in einem bis zum Schluss spannenden Spiel. Die HSG Blomberg Lippe bleibt an der Tabellenspitze - nur durch wenige Tore vom punktgleichen Tabellenführer BVB getrennt.

Stimmen:

Herbert Müller (THC):
Kompliment an beide Mannschaften. Es war ein Spiel mit unfassbar viel Tempo und Dynamik. Wir hatten Glück, dass wir mitgehalten haben. Wir hatten kaum Zugriff erhalten. Ich habe meinen Mädels gesagt, dass sie ruhig bleiben müssen. Blomberg kann so ein Tempo unmöglich über die gesamte Zeit halten. Wir haben auf unsere Chance gewartet und wurden am Ende belohnt.

Steffen Birkner (HSG): Wir sind in der ersten Halbzeit ruhig geblieben. Konnten das in der 2. Halbzeit nicht halten. Meine Mannschaft hat überragend gearbeitet und wir haben es geschafft, dass der THC ins Schwitzen kommt.

Statistik:

HSG Blomberg-Lippe: Anna Monz-Kühn, Melanie Veith; Kira Schnack 1, Laura Rüffieux 3, Merle Heidergott, Munia Smits, Tessa van Zij 6l, Kamila Kordovskà 12/3, Celine Michielsen 5, Ndidi Agwunedu, Emelyn van Wingerden, Nele Franz 2, Silje Brons Petersen 3.

Thüringer HC: Marie Skurtveit Davidsen; Ann-Cathrin Giegerich; Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez, Jovana Sazdovska 4, Meike Schmelzer 4, Alicia Stolle 10, Iveta Koresova 13/4, Emily Bölk 2, Ina Großmann, Mia Biltoft, Mikaela Mässing, Lydia Jakubisova 1.

Strafwürfe: 3/4 - 4/4.

Zeitstrafen: 2 - 3.

Disqualifikation: Emelyn van Wingerden (0:57).

Zuschauer: 841.

Schiedsrichter: Colin Hartmann/Stefan Schneider.

Pressegespräch nach dem Spiel