EHF Champions League

Thüringer HC verabschiedet sich aus der Königsklasse

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Sarah Lapp/Andreas Hofmann/Bernd Hohnstein

In einem bis zum Schlusspfiff spannenden Auswärtsspiel, holte der Thüringer HC nach einem 23:23-Unentschieden gegen CSM Bukarest, den ersten Punkt in der Hauptrunde der EHF Champions League.

 

Nach einer tollen Aufholjagd spielte der Thüringer HC den rumänischen Meister an den Rand einer Niederlage und verabschiedete sich mit erhobenem Haupt aus der Königsklasse des europäischen Frauenhandballs. Jovanka Radicevic war mit acht Toren erfolgreichste Werferin für CSM Bucuresti. Sechs Mal netzte Alicia Stolle für den THC ein.

Das erste Tor im Spiel erzielte Alicia Stolle für die Gäste aus dem Rückraum, Jovanka Radicevic glich im Gegenzug aus. Beide Mannschaften zeigten von Beginn an, dass sie in der Abwehr auf den Gegner eingestellt sind. Nach knapp vier Minuten netzte Iveta Luzumova von der Siebenmeterlinie zum 1:2 ein. Nach einem Foul auf der Gegenseite musste Jovana Sazdovska auf der Bank Platz nehmen und CSM verwandelte den darauffolgenden Strafwurf sicher. Elizabeth Omoregie brachte die Rumäninnen nach acht Spielminuten in Führung. In der zwölften Minute gelang Lydia Jakubisova der 4:3-Anschlusstreffer. Ann-Cathrin Giegerich in parierte in der 13. Spielminute sensationell den Tempogegenstoß von Iulia Vasilica Curea. Beim Spielstand von 5:3 nahm Herbert Müller seine erste Auszeit. Die Ansprache des Trainers schien zunächst zu fruchten und Emily Bölk schloss den Angriff mit dem vierten Treffer für die Gäste ab. Sekunden später griff die Torschützin in der Abwehr hart zu und die Unparteiischen zeigten eine Zeitstrafe gegen Emily Bölk an und für Bukarest auf die Strafwurflinie. Jovanka Radicevic verwandelte souverän für ihr Team. Die Gastgeberinnen waren in dieser Spielphase die dominierende Mannschaft und konnten in der 21. Minute auf 10:6 erhöhen. Die Gäste machten es sich selbst schwer und scheiterten nach ungenauen Würfen oftmals an Jelena Grubisic im Tor. Beim Stand von 11:6 nahm Herbert Müller die zweite Auszeit, um mit seinem Team die Strategie für die letzten Spielzüge der ersten Halbzeit zu besprechen. Der THC spielte erneut mit siebter Feldspielerin, hatten in dieser Phase aber kein Glück im Angriff. Bukarest zog auf 13:7 davon. Mit einem Tor von Alicia Stolle verabschiedeten sich die Teams bei einem Stand von 14:8 in die Kabinen.

Meike Schmelzer verkürzte zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 14:10 und hielt so den THC im Spiel. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff saß Emily Bölk ihre zweite Zeitstrafe ab. Die Abwehr des Thüringer HC griff früher und beherzter zu und so musste Josefine Huber beim Stand von 16:12 von der Bank zusehen. Die Thüringerinnen hielten trotz Unterzahl mutig dagegen und ließen nicht zu, dass sich CSM entscheidend absetzen konnte. Zurück auf dem Spielfeld warf Josefine Huber ihr Team auf 17:15 heran (38. Minute). Dragan Djukic, der Trainer der Gastgeberinnen hatte genug gesehen und nahm daraufhin sein Team-Timeout. Jovana Sazdovska netzte per Tempogegenstoß in der 44. Minute zum 18:17 ein. Der THC hatte nun einen Lauf und so gelang Josefine Huber der 18:18-Ausgleich von der Strafwurflinie. Der CSM Bucuresti wehrte sich verbissen gegen eine drohende Niederlage in eigener Halle und erkämpfte eine Zwei-Tore-Führung. Alicia Stolle übernahm Verantwortung und konnte mit zwei Toren in Folgen zum 20:20 ausgleichen. Die erste THC-Führung seit der fünften Spielminute ging auf das Konto von Jovana Sazdovska, acht Minuten vor dem Schlusspfiff traf sie zum 20:21. Beide Mannschaften schenkten sich in dieser Phase nichts. Die Gäste waren jetzt effektiver im Abschluss und Emily Bölk markierte aus dem Rückraum den Treffer zum 21:23. In der 58. Minute musste Josefine Huber zum zweiten Mal auf die Bank. Den gegebenen Strafwurf für die Gastgeberinnen versenkte Jovanka Radicevic im Tornetz. Nach einem erfolglosen Angriff des THC glich Bukarest zum 23:23 aus. Noch 17 Sekunden standen auf der Hallenuhr. Herbert Müller nahm sein drittes Team Timeout um den letzten Angriff zu besprechen. Lydia Jakubisova kam zum Zug, traf aber nur das Außennetz. Emily Bölk holte den Ball zurück und setze zum Wurf aus der eigenen Hälfte an. Die Schlusssirene ertönte, bevor Jelena Grubisic den Ball abwehrte. Der Thüringer HC konnte sich mit einer starken zweiten Halbzeit und einem Punktgewinn aus der Champions  League Saison verabschieden.

Statistik:

CSM Bucuresti: Madalina Ion, Paula Claudia Ungureanu, Jelena Grubisic; Aneta Udristou, Jovanka Radicevic 8/3, Iulia Vasilica Curea 2/1, Sabina Rosengren Jacobsen, Bianca-Maria Bazaliu 1, Barbara Lazovic 3, Elizabeth Omoregie 7, Bianca Sorina Marin, Maria Claudia Constantinescu 1, Oana Andreea Manea 1, Nathalie Hagman, Dragana Cvijic.

Thüringer HC: Kristy Zimmerman, Ann-Cathrin Giegerich; Jovana Sazdovska 3, Alexandra Mazzucco, Meike Schmelzer 2, Alicia Stolle 6, Iveta Luzumova 3/2, Emily Bölk 3, Ina Großmann, Nina Christin Müller 1, Lydia Jakubisova 1, Josefine Huber 4/3.

Strafwürfe: 4/4 - 6/5.

Zeitstrafen: 3 - 4.

Zuschauer: 3468.

Schiedsrichter: Karina Christiansen/Line Hesseldal Hansen (DEN).

EHF-Delegierter: Victor Poladenko (RUS).