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THC bricht Eurosport-Fluch

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Bernd Hohnstein

Mit einer überzeugenden Leistung gewann der Thüringer HC mit 31:23 (13:10) gegen den TuS Metzingen. Nach einem schwachen Start mit Vorteilen bei den Gästen dreht der THC das Spiel und zeigte über 45 Minuten sehenswerten Handball in Angriff und Abwehr. Das hohe Tempo konnten die Gäste zeitweise nicht mitgehen. Beste Werferinnen waren Anika Niederwieser und Lamprini Tsakalou (THC) und Katarina Pandza (TuS) mit je fünf Toren.

Metzingen machte zu Beginn Druck und ging nach einer Minute in Führung. Auf der Gegenseite netzte Dominika Zachova von der Strafwurflinie zum 1:1 ein. Damit war das Abtasten eigentlich schon beendet. Der THC kassierte schon in der 3. Minute die zweite Verwarnung. Der erste Abspielfehler des THC wurde sofort zur erneuten Führung genutzt, Dagmara Nocun traf per Tempogegenstoß, genau das wollte Herbert Müller unterbinden. Die TusSies standen offensiv in der Abwehr, störten früh und griffen nicht gerade zimperlich zu. Daraus folgte die erste Zeitstrafe der Gäste, Dagmara Nocun musste auf die Bank. Die Gastgeberinnen konnten ihr Überzahlspiel nicht nutzen, im Gegenteil, Metzingen ging mit 2:4 in Führung und bauten diese bis zur 10. Minuten auf 5:3 aus. Die Schwäbinnen zeigte genau das schnelle Umschaltspiel, vor dem der THC-Trainer gewarnt hatte und sein Team tat sich sichtlich schwer damit. In der 16, Minute zeigte Marlene Kalf Nerven, als sie ihren ersten Siebenmeter für die Gäste verwarf. Es folgten im Doppelpack zwei THC-Tore zum 6:7. Rinka Duijndam lief inzwischen zur Höchstform auf und zeigte mehrere Paraden, mit denen sie ihre Mannschaft im Spiel hielt. Kerstin Kündig dankte es ihr und netzte zum 7:7 ein. Das reichte Edina Rott und sie rief ihr Team zehn Minuten vor dem Pausenpfiff an die Seitenlinie.
Der THC legte nun vor, Metzingen immer mehr unter Druck musste ausgleichen. Innerhalb von vier Minuten baute der THC die Führung auf drei Tore aus - 11:8. Anika Niederwieser zeigte eine tolle Leistung in der Abwehr und traf aus dem Rückraum. Knapp vier Minuten vor der Pause zog Herbert Müller die grüne Karte. In seiner Ansprache wirkte er nicht ganz unzufrieden. Den vergebenen Strafwurf von Dominika Zachova, kompensierten die starke Abwehr und der sehenswerte Treffer vom Kreis durch Annika Meyer zum 13:9. Zur Halbzeitpause lagen die Gastgeberinnen mit 13:10 vor.

Offensiv kam der Thüringer HC aus der Kabine und nutzte seine Chance, die Führung auf vier Tore auszubauen. In der Abwehr aggressiv agierend, kassierten erst Lydia Jakubisova, dann Anika Niederwieser je eine Zeitstrafe. In doppelter Unterzahl fiel der 15. THC-Treffer, zudem parierte Rinka Duijndam einen Tempogegenstoß der Gäste. Nach knapp sechs Minuten lag der THC mit 17:11 vorn. Die THC-Frauen, waren im Spiel. Die Würtembergerinnen hatte in dieser Phase wenig entgegenzusetzen. Edina Rott reagierte und nahm nach dem 18:11-Treffer von Miranda Schmidt-Robben in der 37. Minute ein Team Timeout. Dieses zeigte mit zwei Treffern in Folge zunächst Wirkung. Die Gastgeberinnen, nun noch mehr beflügelt hielten das Tempo hoch und so stand nach 40. Minuten ein 21:13 auf der Anzeigetafel. 
Weitere vier Minuten später traf Anika Niederwieser zum 23:13. Ein Zehntorevorsprung den vor dem Spiel sicher keiner erwartete. Mitte der zweiten Halbzeit nahm Herbert Müller beim Stand von 25:15 eine weitere Auszeit. Die österreichische Nationalspielerin in den Reihen der Schwäbinnen, Katarina Pandza, verwarf den zweiten Strafwurf für die Gäste. Das Spiel verlief für die Gastgeberinnen nach Maß. Mit zehn Toren Abstand in die Schlussphase zu gehen war eine komfortable Situation und dennoch kein Grund, sich auszuruhen. Die Gäste versuchten aus den wenigen Fehlern des THC den eigenen Torerfolg zu erringen. Schon jetzt konnte man sagen, dass der “Eurosport-Fluch” gebrochen war. Sechs Minuten vor dem Abpfiff erzielte Jennifer Rode von der Strafwurflinie das 29:19. Die Konzentration ließ nun doch beim THC nach und so kamen die Gäste zu vier weiteren Toren. Beim Stand vom 31:23 ertönte die Schlusssirene.
Mit dem Sieg zog der Thüringer HC in der Tabelle an Metzingen vorbei und sind vor dem Spiel gegen Blomberg, am nächsten Freitag wieder in der richtigen Spur.

Stimmen:
Edina Rott (TuS):
Bis zur 15. Minute haben wir guten Handball gespielt. Dann kam der Bruch. Wir haben den THC zu leichten Toren eingeladen. Wir haben gewusst, dass es keine Überraschung werden würde. Wir haben eine junge Mannschaft und brauchen noch Zeit. Was wir können, werden wir noch in anderen Spielen zeigen.

Herbert Müller (THC): In den ersten sechs bis sieben Minuten haben wir den Handball gespielt, denn ich nicht sehen wollte. Dann haben wir 48. Minuten den THC gesehen, den ich mir wünsche. Wir haben es geschafft, die Stärken von Metzingen zu unterbinden. Das war Handball mit Leidenschaft, Emotionen und Herzblut. Als wir plus 11 Tore hatten, wollte ich mehr, wir haben dann aber zu viel liegen lassen.

Pressegespräch nach dem Spiel

Statistik:
Thüringer HC: Laura Kuske, Petra Blazek, Rinka Duijndam; Annika Meyer 3, Yuki Tanabe, Dominika Zachova 3/2, Asli Iskit 1, Anika Niederwieser 5, Luca Szekerczes, Lamprini Tsakalou 5, Kerstin Kündig 4, Lydia Jakubisova 2, Jennifer Rode 2/2, Josefine Huber 2, Miranda Schmidt-Robben 4.

TuS Metzingen: Nicole Roth, Rebecca Nilsson; Marlene Kalf 4/3, Katarina Pandza 5/1, Lena Sophie Degenhardt, Anna Albek 2, Madeleine Östlund 1, Marte Juuhl Svenson 4, Margot Bergfeld, Maren Weigel, Britt van der Baan, Svenja Hübner 1, Silje Brons Petersen 2, Marija Obradovic, Dagmara Nocun 2.

Strafwürfe: 4/6 - 4/6.

Zeitstrafen: 4 - 4.

Zuschauer: 800.

Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff.

THC Talk mit Josefine Huber

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