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Nur mit dem Livestream dabei - Emily Hagedorn und Lucy Gündel

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Roman Knabe

Die U17 Nationalmannschaft startet am 1.08.2019 in die Europameisterschaft. Emily Hagedorn und Lucy Gündel vom Thüringer HC können die Spiele nur im Livestream verfolgen. Wir sprachen mit den Erfurter Sportschülerinnen und fragten sie auch nach ihrer momentanen Gefühlslage.

Lucy Gündel hatte sich einen Platz im Team erkämpft, dann riss sie am 9.März im Spiel der 3.Liga gegen Markranstädt ein Kreuzbandriss aus ihren sportlichen Träumen. Ähnlich erging es Emily Hagedorn, die seit Februar durch eine komplizierte Sprunggelenksverletzung nicht trainieren kann?

Wie fühlt man sich, wenn man die EM in Slowenien von Erfurt aus erleben muss? 

Lucy: Seit der DHB-Sichtung 2018 stehe ich im Notizbuch des Bundestrainers. Die Chancen zur Teilnahme mit der U17 Jugendnationalmannschaft an der Europameisterschaft standen für mich nicht schlecht. Natürlich bin ich jetzt in erster Linie sehr traurig, dass ich aufgrund meiner Verletzung nicht an der kommenden EM teilnehmen kann, drücke aber den Mädels aus der Ferne die Daumen und werde mir jedes Spiel anschauen. 

Emily: Natürlich bin ich sehr traurig, dass ich aufgrund meiner Verletzung nicht an der EM teilnehmen kann. Schon als Kind habe ich davon geträumt, bei einem großen internationalen Turnier teilzunehmen und dies bleibt ein großes Ziel von mir. Aber ich freue mich für alle Mädels, die für Deutschland spielen können und fiebere vor dem Fernseher mit. Und wünsche ihnen natürlich ganz viel Erfolg für die kommenden Spiele und bin im Herzen bei ihnen. 

Wie wurde eigentlich Handball euer Lieblingssport?

Emily: Für mich war schnell klar, dass ich Handball spielen will. Meine ganze Familie spielt(e) Handball und Mama hat mich schon früh zu ihren Spielen mitgenommen. So hab ich 2006 bei der TSG Haßloch bei den Superminis angefangen.

Lucy: 2012 wurde erstmalig in der Vereinsgeschichte des TSV Niederndodeleben (mein Heimatort) eine Nachwuchsmannschaft gebildet und in den Spielbetrieb eingeführt. Ich nahm damals aus Interesse an einem Probetraining teil. Da es mir sehr viel Spaß machte, wurde ich schnell Teil dieser neuen E-Jugendmannschaft. Mit diesem Team waren wir schnell sehr erfolgreich. Das Größte für mich war der Gewinn der Landesmeisterschaft. Der Auswahltrainer des Handballverbands Sachsen-Anhalt, Hubert Lindner, wurde auf mich aufmerksam und lud mich zum wöchentlichen Training der Landesauswahl nach Magdeburg ein. 


Wer hat euch in den ersten Jahren als Trainer begleitet?

Lucy: Meine erste Trainerin war Carolin Marx. Sie war und ist rund um den TSV Niederndodeleben sehr engagiert. Sie begleitete mich in der E-Jugend als Haupttrainerin und legte sehr wichtige Grundlagen des Handball-ABC‘s. In der darauffolgenden Saison wurde ich schon frühzeitig fester Bestandteil der D-Jugendmannschaft. Kurz darauf trainierte ich unter Kai Braatz. Ich habe viel bei ihm gelernt, vor allem in Sachen Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und Willensstärke. 

Emily: Trainiert haben mich meine Eltern bis einschließlich D-Jugend und besonders mein Papa hat sehr viel mit mir gearbeitet. Wir sind sehr oft am Wochenende in eine naheliegende Halle gefahren und haben dort zusammen an meiner Entwicklung gearbeitet. 

 

Euer Weg führte euch ans Erfurter Sportgymnasium - wie kam es dazu?

Emily: Da es kaum hochklassige Mädchen- und Frauenvereine in meiner Heimat gibt, war es für mich schnell klar, dass ich in ein Internat gehen will. Zur DHB-Sichtung 2017 wurde ich für das All-Star-Team benannt und habe seitdem an allen DHB-Lehrgängen teilgenommen. Bei einem Turnier bekam ich vom BVB Dortmund ein Angebot. Dort blieb ich eineinhalb Jahre, fühlte mich aber dort zunehmend unwohler. So bin ich dann mit Greta Köster zur Saison 2018/19 zum Thüringer HC gewechselt und besuche seitdem das Sportgymnasium. An der Schule und im Internat fühle ich mich sehr wohl.

Lucy: Ab meinem  7. Schuljahr besuchte ich das Sportgymnasium in Magdeburg und erhielt ein Zweitspielrecht für den leistungsorientierten HSV Magdeburg. Unter den Fittichen von Trainer Jens Aebi habe ich bei der DHB-Sichtung den Sprung in das Allstar-Team geschafft. Durch meine Leistungen wurde der Thüringer HC aufmerksam und der Talentscout Mario Goetze nahm mit mir und meiner Familie Kontakt auf. Dann ging alles recht schnell. Die Probewoche und die Rahmenbedingungen haben mir sehr gut gefallen. So habe ich mich entschlossen, diesen Schritt zu gehen.


Wie gelingt es euch, die hohen Anforderungen von Schule und Vereinstrainig zu bewältigen?

Lucy: Mein Tag ist sehr gut durchorganisiert. Durch das viele Training muss ich eben mal die Zeit in der Straßenbahn zum Vokabeln lernen nutzen. Im Allgemeinen fällt es mir nicht schwer, mich in der Schule als auch im Training zu konzentrieren. 

Emily: Durch einen gut strukturierten Tagesablauf bei dem Schule, Frühtraining und das Vereinstraining aufeinander abgestimmt sind. Manchmal ist es zwar stressig, jedoch klappt es gut und diese Strukturen sind wichtig um das straffe Tagesprogramm bewältigen zu können. 

Welche Ziele verfolgte ihr mittel- und längerfristig?

Emily: Zunächst ist mein größtes Ziel wieder fit zu werden. Für die kommende Saison ist mir der Klassenerhalt der 3. Liga mit unserer zweiten Frauenmannschaft sehr wichtig. In der A-Jugend-Bundesliga wollen wir es mit dem Team schaffen, über die Gruppenphase hinauszukommen. Langfristig möchte ich den Sprung in die erste Bundesliga schaffen und Champions League spielen. Natürlich möchte ich im Kader des DHB bleiben und es in die Frauen Nationalmannschaft schaffen. 

Lucy: Mein erstes großes Ziel ist es, nach meiner Verletzung wieder 100% wettkampffähig zu werden, um die Mädels bald wieder unterstützen zu können. Schulisch strebe ich ein sehr gutes Abitur an. Längerfristig möchte ich gern wieder zur Jugendnationalmannschaft gehören und später in der 1. Bundesliga spielen.  


Wir wünschen euch beiden eine weiterhin gute und schnelle Genesung, dass sich eure Wünsche erfüllen und sich eure Ziele realisieren lassen.


Europameisterschaft der Frauen U17
In Celje, der fünftgrößten Stadt Sloweniens, sind die Vorrundengegner der Mannschaft von Bundesnachwuchstrainer Maik Nowak die Niederlande (1.8. - 13 Uhr), Portugal (2.8. - 13 Uhr) und Dänemark (4.8. - 13 Uhr).

Infos zu den Spielen gibt es hier ... 

website der EHF  EM U17w

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