EHF European League

Mit Sieg für die Mühen belohnt

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Sarah Lapp/Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

Der Thüringer HC entschied überraschend deutlich das zweite Spiel gegen die Storhamar Handball Elite mit 41:36 (18:15) zu seinen Gunsten. Was sich gestern schon eindrucksvoll angedeutet hatte, wurde heute für die Thüringerinnen wahr. Mit hohem Selbstvertrauen kippte der THC die schnelle Führung der Gäste und entschied so das für beide Mannschaften torreiche und mit hohem Tempo geführte Spiel für sich. Mit je zwölf Toren trugen Emma Ekenman Fernis und Arwen Rühl zum Erfolg des Thüringer HC bei. Beste Werferinnen der Skandinavierinnen waren Maja Jakobsen und Emilie Margarethe Hovden mit jeweils acht Treffern.

Nur 22 Stunden nach der ersten Begegnung in der Gruppe C der EHF European League trafen der Thüringer HC und Storhamar Handball Elite ein weiteres mal aufeinander. 
Direkt nach dem Anpfiff gelang den Gästen aus Norwegen der Führungstreffer - Maja Jakobsen netzte zum 1:0 ein. Nach ansehnlichen Paraden der Torfrauen auf beiden Seiten gelang Asli Iskit der Ausgleichstreffer. Der THC leistete sich in der Anfangsphase einige Unkonzentriertheiten im Angriff und so legte die Storhamar Handball Elite bereits nach fünf Minuten eine drei Tore vor. Von der Strafwurflinie verkürzte Emma Ekenman-Fernis in der achten Minute auf 3:5. Der THC blieb dran, tat sich in dieser Phase jedoch schwer, den notwendigen Zugriff in der Abwehr zu bekommen, um die Führung der Gäste zu eliminieren. Mit einer schönen Einzelaktion tankte sich Arwen Rühl in der 13. Minute durch die Gästeabwehr und traf zum 6:8. Guro Nestaker stellte postwendend den alten Abstand wieder her. Nach 15 Minuten nahm Herbert Müller die erste Auszeit, um die Strategie gegen die bisher übermächtigen Norwegerinnen zu ändern. Laura Kuske verhinderte mit tollen Paraden die deutlichere Führung der Storhamar HE und gestaltete das Spiel weiterhin offen. Die Ansprache von Herbert Müller schien Wirkung zu zeigen. Nach 18 Minuten war der THC dran, Arwen Rühl netzte zum 10:11 ein. Laura Kuske bewies, dass sie heute zu Recht das Tor der Thüringerinnen hüten durfte. Erfolgreich hielt sie ihrer Mannschaft den Rücken frei. Zum Lohn gab es den Ausgleichstreffer in der 21. Minute, Emma Ekenman-Fernis versenkte den Ball zum 12:12 und sie war es auch, die von der rechten Außenbahn die erste Führung erzielte. Fünf Minuten später baute Youngster Arwen Rühl die Führung auf zwei Tore aus und traf zum 15:13. Den Norwegerinnen gelang in der Schlussphase der ersten Halbzeit nicht mehr viel, die Frauen des THC hatten sich auf die Gäste eingestellt. Somit reagierte Fin Kenneth Gabrielsen und berief seine Mannschaft zur ersten Auszeit ein. Nina Neidhart erhöhte per Tempogegenstoß zwei Minuten vor dem Pausenpfiff auf 17:13. Das hätte man nach der schwachen Anfangsphase so nicht erwartet. Zur Pause ging es beim Halbzeitstand von 18:15, der einer starken Leistungssteigerung des THC in den zweiten 15 Minuten zu verdanken war.

Der THC begann die zweite Spielhälfte, wie sie beendet wurde - Mit viel Tempo und Druck auf die Norwegerinnen. Gleich zu Beginn markierte Josefine Huber das erste Tor und netzte zum 19:15 ein. Im nächsten Angriff gingen die Gastgeberinnen erstmals mit fünf Toren in Führung. Die Nordeuropäerinnen setzten auf die siebte Feldspielerin, um zu verhindern, dass der THC seine Führung weiter ausbaute. Zunächst erfolglos und so zogen die Gastgeberinnen auf 23:16 davon. Die Top-Torschützin der Norwegerinnen, Maja Jakobsen, kam wieder zum Einsatz, um ihre Mannschaft zurück in die Spur zu führen. Nach sechs Minuten in der zweiten Halbzeit verkürzte sie auf 24:18. Die schnelle Antwort kam prompt, Marketa Jerabkova traf und Fin Kenneth Gabrielsen musste ein weiteres Team-Timeout nehmen. Der Gästetrainer fand wohl die richtigen Worte. Maja Jakobsen setzte diese um und reduzierte den Rückstand auf fünf Tore. Die Thüringerinnen glaubten an ihre Chance, das heutige Spiel zu gewinnen. Nachdem Emilie Margrethe Hovden den Anschlusstreffer zum 28:24 erfolgreich verwandelte, holte Herbert Müller sein Team an die Seitenlinie. Er appellierte, weiter gegenzuhalten und die Lücken zu nutzen. Seine Damen wussten den Appell umzusetzen und stellten innerhalb von zwei Minuten eine Siebentoreführung her. Der bereits zehnte Treffer der 18-jährigen Arwen Rühl brachte Mitte der zweiten Spielhälfte den 32:25 Zwischenstand. Die Gäste kämpften verbissen gegen die drohende Niederlage und kämpften sich mit drei Toren in Folge auf 32:28 heran. Der THC ließ sich nicht nervös machen. Marketa Jerabkova verschaffte ihrer Mannschaft mit dem Tor zum 34:28 Luft zum Durchatmen. Storhamar wählte eine sehr offensive Deckungsvariante, um die Offensivkraft der Thüringerinnen in den Griff zu bekommen. Fünf Minuten vor dem Ende zog Fin Kenneth Gabrielsen das letzte Mal die grüne Karte, um seine Mannschaft auf die Schlussphase einzuschwören. Eine Minute später wurde Arwen Rühl ein Strafwurf zugesprochen, den Emma Ekenman-Fernis sicher verwandelte. Die Gäste blieben ihrer offensiv agierenden Abwehr treu, die sich ergebenden Lücken fand der THC. Den 40. Treffer, den so niemand erwartet hätte, erzielte Marketa Jerabkova und machten in der 58. Minute den überraschenden Heimsieg klar. Das letzte Team Timeout von Herbert Müller war nur noch Formsache, um sich eine bissigere Abwehr für die Restminuten zu wünschen. Petra Blazek, die mittlerweile das THC-Tor übernommen hatte, zeigte noch eine tolle Parade in der letzten Spielminute. Die Rote Karte für Beate Scheffknecht tat 20 Sekunden vor dem Abpfiff nicht mehr ganz so weh. Den letzten Strafwurf verwandelte Emilie Margrethe Hovden sicher und stellte den 41:36-Endstand her. Der THC gewinnt nach einer holprigen Anfangsphase das Rückspiel gegen die Storhamar HE und sammelt wichtige Punkte in der European Handball League.

Stimmen nach dem Spiel:
Herbert Müller (THC):
Wir hatten uns gestern schon entschieden, heute der Jugend eine Chance zu geben. Arwen Rühl war die Spieler des Tages. Sie hat in der Anfangsphase wichtige Tore geschossen. Was das 18-jährige Mädel über 60 Minuten geleistet hat, ist schon fantastisch. Und ich will gleich Laura Kuske hervorheben, die speziell in der ersten Hälfte für uns wichtige Bälle geholt hat. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie beide Spiele absolviert wurden, wenn man so was innerhalb eines Tages mit nur einer Besprechung schafft, die Nerven zu bewahren. Heute war Geduld gefragt und diese Geduld haben wir ausgespielt. 41 geworfene Tore sprechen eine deutliche Sprache. Es war ein gutes Wochenende und ein verdienter Sieg heute.

Statistik:
Thüringer HC (GER): Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 12, Beate Scheffknecht 4, Asli Iskit 2, Ina Großmann, Arwen Rühl 12, Kerstin Kündig , Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 3, Marketa Jerabkova 7, Josefine Huber 1.

Storhamar HE (NOR): Stine Liden, Tonje Haug Lerstad; Andrea Landas Gabrielsen, Susanne Liberg Amundsen, Lone Sandvik, Elise Skinnehaugen 1, Ellen Marie Folkvord 2, Maja Jakobsen 8, Selma Brodal, Tonje Enkerud 4, Cassandra Tollbring 3, Sara Ronningen 1, Moa Amanda Fredriksson, Ann Grete Norgaard 4, Emilie Margrethe Hovden 8, Guro Nestaker 5.

Strafwürfe: 7/6 - 4/4.

Zeitstrafen: 2 - 0.

Disqualifikation: Beate Scheffknecht (59:41).

Schiedsrichter: Malgorzata Lidacka/Urszula Lesiak (POL).

EHF-Delegierter: Beat Nagel (SUI).

Pressegespräch nach dem Spiel