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Mit Metzingen wartet eine hohe Hürde

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Mit Metzingen wartet eine hohe Hürde
H.-J. Steinbach

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, denn der Thüringer HC steckt schon wieder in den englischen Wochen. Es bleibt nach dem kräftezehrenden Pokalspiel vom Sonntag nur ein Tag Zeit zur Regeneration und Zeit für eine Trainingseinheit, dann ruft schon wieder die Pflicht. Das nächste Heimspiel alles andere als ein Pflichtspiel schlechthin. Am Mittwoch um 19.30 Uhr ist mit dem TuS Metzingen ein ernsthafter Anwärter auf den Meistertitel zu Gast.

Rückblick:

Herbert Müller ist überglücklich, dass mit dem Einzug ins OLYMP-FINAL4, am letzten Maiwochenende in der Porsche-Arena in Stuttgart das nächste Saisonziel erreicht ist. Neben den drei Bundesliga Spitzenklubs Thüringer HC, SG BBM Bietigheim und TuS Metzingen hat sich überraschend als krasser Außenseiter das bis dahin sieglose Tabellenschlusslicht SV Union Halle-Neustadt für dieses Mega-Event am Saisonende qualifiziert. Das allein unterstreicht einmal mehr, was im Pokalwettbewerb möglich ist. Die durch Verletzungen arg dezimierte THC-Mannschaft, in der zu allem Überfluss Alicia Stolle mit einer Zerrung ausfiel, fand über den Kampf zu ihrem Spiel und löste die Herkulesaufgabe gegen einen ehrgeizigen Gegner souverän. Neben den beiden ältesten Bundesligaspielerinnen überhaupt, Neuzugang Nina Müller, die ihr erstes Heimspiel bestritt und Lydia Jakubisova, ragte mit Josefine Huber noch eine der Jüngsten als „Kampfmaschine“ heraus, rackerte für den Sieg und übernahm die Verantwortung von der Strafwurflinie mit Bravour. Für Wechsel hatte Herbert Müller nur wenige Optionen auf der Bank. Nur die emsig fleißig rackernde, im Eins-gegen-Eins mutig spielende Kerstin Wohlbold, wechselte sich mit Nina Müller ab, die vorrangig in der Deckung zum Einsatz kam. Die Abwehr war auch das Glanzstück des Abends, in der Meike Schmelzer einen tollen Job machte und hinter der Ann-Cathrin Giegerich mit guten Paraden glänzte.

Zum Spiel:

Jetzt kommt mit der TuS Metzingen eine ganz andere Hausnummer in die Salzahalle. Nach der einzigen Saisonniederlage im Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim war die Mannschaft in 15 Spielen hintereinander, in der Bundesliga, im DHB-Pokal und im EHF-Cup erfolgreich. Mit hohen Siegen hat sich die Mannschaft die beste Tordifferenz in der Bundesliga herausgeworfen. Am Samstag gab es im EHF-Cup gegen den ungarischen Vertreter KC Siofok mit 26:33 eine bittere Heimniederlage. Für Herbert Müller ist „dieses Spiel an Wichtigkeit kaum noch zu überbieten.“ Das ist der bisher absolute Saisonhöhepunkt. „Mit Metzingen tritt ein ganz ernsthafter Meisterschaftsanwärter in der Salzahalle an, bevor es eine Woche später zum absoluten Showdown in Bietigheim kommt. „Metzingen ist die Mannschaft, die einen solchen Titel holen können“, sagt Herbert Müller und verteilt Komplimente an das Management und Trainergespann, die in kurzer Zeit mit Fleiß, Geschick und das richtige Gespür ein Spitzenteam geformt haben. Unter Andre Fuhr hat die Mannschaft noch einmal einen Schritt nach vorn gemacht.“ Dann kommt aber schon die Kampfansage: „Wir wollen auch gegen Metzingen unsere Vormachtstellung behaupten. Der Druck liegt dabei eher bei Metzingen, bei einer Niederlage hätten sie dann schon vier Minuspunkte und wären erst einmal aus dem Titelrennen. Zweimal hintereinander wollen die auch nicht verlieren.“

Andererseits, bei einem Sieg, und sie haben noch nie in der Salzahalle gewonnen, wären sie der neue Tabellenführer der HBF. Für Herbert Müller ist das Spiel somit „richtungsweisend, noch nicht saisonentscheidend, dafür ist es noch viel zu früh, aber megawichtig.“. 20 Pflichtspiele hat der THC absolviert, noch mindestens 23 sind zu spielen, es ist also noch nicht einmal Halbzeit. Metzingen hat in der Bundesliga den ausgeglichensten Kader, alle Positionen sind doppelt besetzt. Mit Julia Behnke, Marlene Zapf, Shenia Minevskaja, Maren Weigel, Isabelle Roch sind mehr deutsche Nationalspielerinnen als beim THC in ihren Reihen und mit Monika Kobilinska, Dorina Korsos und Marija Obradovic noch weitere international bewährte Spielerinnen auf der Platte.
Rein von der Kadersituation ist Metzingen hoch favorisiert und trotz der Niederlage gegen Siofok immer noch ein Anwärter auf die Finalspiele im EHF Cup. Der Thüringer HC zeigt sich dennoch kämpferisch, denn schließlich sind das die Spiele, die.die Spielerinnen lieben, Spiele, wo es um alles geht und die eine Meisterschaft entscheiden können.

Zum Kader:

Der THC muss weiterhin ohne Iveta Luzumova, Anne Hubinger, Beate Scheffknecht, Krisztina Triscsuk und Saskia Lang antreten. Bleibt die Hoffnung, dass Alicia Stolle zumindest zeitweise spielen kann. Eigentlich ist es unmöglich, mit einer solchen Hypothek Spiele zu gewinnen doch einmal mehr zeigt sich bisher: „wenn die Reihen stark gelichtet sind, ist der THC am gefährlichsten“, sagt Herbert Müller.

In den Medien:

Das Spiel wird als Liveticker in Kooperation mit dem MDR und auf der Videotextseite 264 übertragen.
Im Livestream ist das Spiel über unseren Medienpartner, der Mediengruppe Thüringen und auf sportdeutschland.tv zu sehen.