EHF European League

Knappe Niederlage am ersten Doppelspieltag

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Bernd Hohnstein/Andreas Hofmann

In einem spannenden EHF European League-Spiel musste sich der Thüringer HC nach langer Führung und großartigem Kampf der Storhamar Handball Elite mit 32:30 (14:14) geschlagen geben. Das Ziel, die Norwegerinnen unter Druck zu setzen und das Spiel nicht leichtfertig zu verschenken, war somit erfüllt. Beste Werferin aufseiten der Norwegerinnen war mit neun Treffern Maja Jakobsen. Für den THC waren Emma Ekenman-Fernis, Kerstin Kündig und Marketa Jerabkova mit je sieben Toren erfolgreich.

Am ersten von zwei Spieltagen in der EHF European League trafen am Samstag Storhamar Handball Elite und der Thüringer HC aufeinander. Storhamar gab Corona-Bedingt sein Heimrecht ab und beide Teams einigten sich darauf, an einem Wochenende Hin- und Rückspiel in der Salza-Halle auszutragen.

Storhamar ging leicht favorisiert in das Spiel. Schon in der Startphase ließen die Norwegerinnen keinen Zweifel daran, diese Rolle auszufüllen. Der Thüringer HC wollte sich kampfbetont zur Wehr setzen und es den Skandinavierinnen nicht zu leicht zu machen. In der fünften Minute hatte der THC sein Minimalziel erreicht und führte mit 3:4 als Gast in eigener Halle. Der Thüringer HC legte vor, Storhamar lief der Führung erst einmal hinterher. Einige technische Fehler gaben den norwegischen Frauen die Möglichkeit, die Führung zu übernehmen, jedoch vereitelte Marie Skurtveit Davidsen dies mit sehenswerten Paraden. Mit guten Aktionen in der Abwehr zeigten die Frauen um Coach Herbert Müller, dass sie sich intensiv auf den Gegner vorbereitet hatten. Pfostentreffer und zwei Ballverluste nutzten die Norwegerinnen, um die Führung zu übernehmen. Mitte der ersten Halbzeit führte Storhamar knapp mit 9:7. Herbert Müller nahm das erste Team Timeout, seine Ansprache zeigte Wirkung. Drei Minuten später stand nach einem Treffer von Josefine Huber ein 9:10 auf der Anzeigetafel, der THC lag wieder vorn. In die Schlussphase der ersten Spielhälfte ging der THC mit einer 11:9-Führung. Marie Skurtveit Davidsen hatte zu dem Zeitpunkt 50 % der Würfe auf ihr Tor abgewehrt. Knapp 30 Sekunden vor dem Pausenpfiff übernahm Storhamar mit 14:13 die Führung, aus dem Rückraum traf Marketa Jerabkova für den THC und so ging es mit einem gerechten 14:14 in die Spielpause.

Mit zwei schnellen Toren für beide Mannschaften ging es nach Wiederanpfiff in die zweite Halbzeit. Der Aufmerksamkeit der Thüringerinnen war es zu verdanken, dass sie bereits in der 34. Minute mit 16:19 führten. Zudem parierte Marie Skurtveit Davidsen einen Strafwurf von Ann Grete Norgaard. Der Beginn der zweiten Halbzeit hätte für den THC nicht besser laufen können. Das 21. Tor für die Thüringerinnen erzielte Marketa Jerabkova und zwang Fin Kenneth Gabrielsen zu einem frühen zweiten Team Timeout in der 38. Minute. Als Reaktion auf die Umstellung im norwegischen Team griff Herbert Müller eine Minute später zur grünen Karte. Der Thüringer HC zog sein eigenes Spiel mit hohem Tempo konsequent durch. Technische Fehler wurden durch Kampfgeist und Willen ausgeglichen. Storhamar musste den Druck erhöhen, um den Vorsprung der Thüringerinnen nicht anwachsen zu lassen -  mit zwischenzeitlichem Erfolg. Der THC hielt mutig dagegen und führte nach 45 gespielten Minuten mit 21:23. Noch zehn Minuten waren zu spielen, mit hohem Kraftaufwand verteidigte der THC seine knappe Führung - 25:26. Schwächen im Abschluss der Thüringerinnen bestraften die Norwegerinnen nun fast ohne eigene Fehler. In die letzten fünf Minuten ging es nach einem Strafwurftor von Emma Ekenman-Fernis mit 29:29. Auf der Gegenseite netzte Emilie Margrethe Hovden zum 30:29 ein. Storhamar verteidigte geschickt und fuhr so einen knappen 32:30-Sieg in der Salza-Halle ein. 

Statistik:

Storhamar HE (NOR): Stine Liden, Tonje Haug Lerstad; Andrea Landas Gabrielsen, Susanne Liberg Amundsen, Lone Sandvik, Elise Skinnehaugen, Ellen Marie Folkvord, Maja Jakobsen 9, Selma Brodal, Tonje Enkerud 7, Cassandra Tollbring 2, Sara Ronningen 1, Moa Amanda Fredriksson, Ann Grete Norgaard 3, Emilie Margrethe Hovden 5, Guro Nestaker 5.

Thüringer HC (GER): Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 7, Beate Scheffknecht 2, Asli Iskit 1, Ina Großmann, Arwen Rühl 1, Kerstin Kündig 7, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart 3, Marketa Jerabkova 7, Josefine Huber 2.

Strafwürfe: 3/1 - 3/3.

Zeitstrafen: 0 - 3.

Schiedsrichter: Malgorzata Lidacka/Urszula Lesiak (POL).

EHF-Delegierter: Beat Nagel (SUI).

Pressegespräch nach dem Spiel