Handball Bundesliga Frauen

Keine Punkte gegen den deutschen Meister

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Andreas Hofmann/Bernd Hohnstein

Der Thüringer HC musste sich auswärts gegen den deutschen Meister SG BBM Bietigheim mit 25:28 (10:14) geschlagen geben. In der Schlussminute der ersten Halbzeit verlor der THC den Anschluss nach zwei Ballverlusten in Folge, die Vier-Tore-Führung der Gastgeberinnen kann der amtierende Vizemeister nicht kompensieren und läuft in der zweiten Spielhälfte der Bietigheimer Führung hinterher. Maura Visser erzielte mit 7/4 Toren die meisten Treffer für die SG BBM. Iveta Koresova war mit 10/5 Treffern erfolgreichste Schützin des Thüringer HC.

Die Anfangsphase war von vielen technischen Fehlern und Fehlwürfen beider Mannschaften geprägt. Emily Bölk schloss den ersten Angriff für den THC ab, traf jedoch nur den Querbalken. Auf der anderen Seite verspielte Karolina Kudlacz-Glock den Ball auf die leere Außenposition. Den ersten Treffer der Partie erzielte Maura Visser in der 5. Spielminute, auf der Gegenseite krachte der Ball von Emily Bölk an den Pfosten. Laura van der Heijden erhöhte zum 2:0 und erst in der 8. Minute netzte Iveta Koresova von der Strafwurflinie den ersten Treffer für den THC ein und konnte wenig später zum 2:2 ausgleichen. In der 11. Minute erkämpfte Iveta Koresova den Ball aus der Abwehr und bediente Lydia Jakubisova zum Tempogegenstoß. Die schloss erfolgreich ab und brachte den THC erstmals in Führung (2:3). Beide Teams zeigten eine deutliche Fehlerquote im Abschluss und der Passgenauigkeit. Mit zwei Toren in Folge stellte Maren Nyland Aardahl erneut die Führung für die SG BBM her. Angela Malestein traf in der 15. Minute zum Zwischenstand von 6:3. Herbert Müller, sichtlich unzufrieden, legte seine erste grüne Karte und bat zum Gespräch an den Spielfeldrand. In der 19. Minute traf Emily Bölk endlich das Tor zum 6:6 Ausgleich. Das Spiel nahm merklich Tempo auf und wurde teilweise recht aggressiv geführt. Die letzte Minute der ersten Halbzeit hatte es in sich - der deutsche Meister führte bereits mit 12:10. Dinah Eckerle bediente Antje Lauenroth, die sicher zum 13:10 verwandelte. Einen neuerlichen Ballverlust nutzten die Bietigheimerinnen, um durch Angela Malestein mit einem vier Toren Vorsprung - 14:10, in die Halbzeit zu gehen.

Zwei Minuten waren in der 2. Halbzeit gespielt, als Maura Visser von der Strafwurflinie zum 15:10 traf.. Meike Schmelzer setzte sich am Kreis durch und verkürzte zum 15:12. Bietigheim versuchte den Schwung aus der Schlussphase der ersten Halbzeit mitzunehmen und Maura Visser antwortete im Gegenangriff mit einem scharfen Schlagwurf ins Netz des tHC-Tores. Bietigheim bestrafte jede Unachtsamkeit der Thüringer Damen und hielt sie auf vier Toren Distanz. Trotz Torhüterwechsel, Marie Davidsen kam für Ann-Cathrin Giegerich zum Einsatz, verwandelte Maura Visser auch den nächsten Strafwurf. Angela Malestein musste nach dem Foul an Meike Schmelzer auf der Bank platz nehmen und die SG BBM agierte somit in Unterzahl. Martin Albertsen ersetzte die Torfrau im Angriff durch eine weitere Feldspielerin und Laura van der Heijden erhöhte in der 43. Spielminute zum 22:18. Lydia Jakubisova verkürzte, während Emily Bölk das leere Bietigheimer Tor knapp verfehlte. Mühsam verkürzten die Thüringerinnen und Lydia Jakubisova brachte ihre Mannschaft in der 46. Minute bis auf zwei Tore heran - 22:20. Martin Albertsen nahm erneut seine Timeoutkarte und ermahnte seine Damen ruhig und clever zu spielen. Nach ihrer Verletzungspause kam Jovana Sazdovska erstmals wieder zum Einsatz und traf zum 22:21 (47. Minute). Dinah Eckerle zeigte ihre Klasse und ließ so die Aufholjagd des THC ins Leere laufen. Beide Mannschaften kämpften mit offenem Visier und beide Abwehrreihen agierten offensiv. Knapp acht Minuten vor dem Ende nahm Herbert Müller ein erneutes Team Timeout und beschwor seine Damen. Dinah Eckerle, war es selbst vorbehalten sechs Minuten vor Spielende, nach gehaltenem Ball über das gesamte Spielfeld zum 24:22 einzunetzen. Laura van der Heijden erhöhte auf drei Tore vor, Iveta Koresova verkürzte per Strafwurf sicher. Wieder fischte sich Dinah Eckerle den Wurf auf ihr Tor von der Linie und verhinderte damit den Anschlusstreffer. Zwei Minuten vor der Schlusssirene nahm Herbert Müller sein letztes Team Timeout. Fie Woller erzielte den letzten Treffer im Topspiel der Handball Bundesliga und stellte den Endstand zum 28:25 her. Der Thüringer HC kassierte somit bereits die zweite Niederlage der Saison und wird sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben dürfen, auch wenn die Saison noch lang ist.

Stimmen nach dem Spiel:

Herbert Müller (THC): Wir haben Dinah Eckerle zur Meisterin geworfen. Beide Teams zeigten Schwächen im Angriff. Aufgrund des Verlaufs in der ersten Halbzeit hat die SG BBM zu Recht gewonnen.

Martin Albertsen (SG BBM): Ich hätte vor dem Spiel nicht erwartet, dass wir mit drei Toren gewinnen. Dinah hat super gehalten. Meine Mädels haben gezeigt, dass sie sich in der Abwehr verbessert haben.

Emily Bölk (THC): Wir waren zu unkonzentriert und haben einfache Treffer ins leere Tore kassiert. Wir haben heute eine schlechte Torausbeute gehabt und zu wenig Zug aufs Tor gezeigt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Die Saison ist noch lang und wir müssen noch an uns arbeiten. In der Summe hat Bietigheim zu Recht gewonnen.

Statistik:

SG BBM Bietigheim:
Dinah Eckerle 1, Valentyna Salamakha; Maura Visser 7/4, Antje Lauenroth 1, Maren Nyland Aardahl 3, Amelie Berger, Anna Loerper, Laura van der Heijden 5, Luisa Schulze, Karolina Kudlacz-Gloc 1, Kim Naidzinavicius 3, Daphne Gautschi, Leonie Patorra, Fie Woller 3, Angela Malestein 4, Kim Braun.

Thüringer HC: Maria Skurtveit Davidsen, Ann-Cathrin Giegerich; Mariana Ferreira Lopes, Beate Scheffknecht, Alexandra Mazzucco, Almudena Rodriguez, Jovana Sazdovska 1, Meike Schmelzer 4, Alicia Stolle 1, Iveta Koresova 10/5, Emily Bölk 5, Ina Großmann 1, Mia Biltoft, Mikaela Mässing, Lydia Jakubisova 3.

Strafwürfe: 4/4 - 6/5.

Zeitstrafen: 5 - 1.

Zuschauer: 1872.

Schiedsrichter: Tanja Kuttler/Maike März.

Pressegespräch mit den Trainern