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Jugendwartin Marion Hermann verabschiedet

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Roman Knabe/HaJo Steinbach

Marion Hermann beendet in diesem Jahr ihre Arbeit im Vereinsvorstand. Sie gehört zu den langjährig aktiven Ehrenamtlern, ihre Arbeit als Jugendwartin erfuhr mit der Berufung als Ehrenmitglied eine ganz besondere Würdigung.

Seit Vereinsgründung arbeiten Sie als Jugendwartin. Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe, was hat Sie an dieser so viele Jahre besonders gereizt?

Seit 1992 bin ich Vereinsmitglied. In den Verein bin ich über Frau Sabine Puttfarken gekommen. Sie unterrichtete meine Tochter im Sport und sichtete sie. So wurde Handball ein fester Bestandteil unseres Familienlebens. Unsere Tochter spielte, unser Papa war Fahrer und der Mann für alle Fälle, denn damals fuhren wir zu jeder Meisterschaft, egal wo sie stattfand, mit dem Privat-PKW ohne Fahrtkostenerstattung und unser Sohn wurde Zeitnehmer und Schiedsrichter und gehörte zu den ersten Mitarbeitern der Mediengruppe. Ich wurde so eine Art „Mannschafts-Mutti“, danach gleich auch Protokollantin im Vorstand, und Mit-Organisatorin und Helferin bei umfangreichen Events wie die Internationale Turnierwoche über mehrere Tage, die heute in dieser Form nicht mehr möglich sind. Irgendwann Ende der 90er Jahre, aber noch vor der Vereinsgründung, war ich plötzlich Jugendwartin. Es ergab sich so und mir persönlich hat dies viel Spaß gemacht. Natürlich waren die Probleme damals etwas anders gelagert und es gab nicht, wie heute, so viele psychisch belastete Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Da kommt man an einen Punkt, wo nur ein ausgebildeter erfahrener Pädagoge helfen kann. Dies kann keine Jugendwartin mehr bewältigen und ich persönlich würde davon auch abraten.

Das klingt nach viel Arbeit und auch nicht nach Freude pur?

Ich habe vier Vorstandsvorsitzende und Gesamtvorstände erlebt. Alle Umbenennungen, den Zusammenschluss, ganz viele Erfolge im Jugendbereich, alle Aufstiege im Frauenbereich und natürlich auch Rückschritte und Niederlagen. Es gibt im Leben nicht nur Erfolg, man muss nur wieder aufstehen und weiter machen. Ich habe erlebt, wie ein Vorstand plötzlich nur noch aus drei Personen bestand und die Gesamtarbeit bewältigt werden musste, weil alle weiteren Mitglieder plötzlich nicht mehr dabei sein wollten. Sicherlich war nicht immer alles richtig, aber wir sind alle nur Menschen und sind wir mal ehrlich – alles falsch kann auch nicht gewesen sein. Ich hatte und habe leider nur eben neben kleinen Fehlern einen ganz Großen – ich habe immer ganz deutlich und klar meine Meinung gesagt und dies wird leider nicht so gern gehört.

In der langen Zeit gab es sicher viele Eindrücke, besondere Erlebnisse?

Es gibt viele Erlebnisse und Höhepunkte, aber die schönsten sind die Fahrten des gesamten Vereins nach Holland zum großen Rasenturnier, die Austausche mit Kynzvart mal hier und mal dort und die damit verbundenen Freundschaften, auch ein ganz großer Handballtag mit unserem Männerverein zusammen, unsere Zweifelderballturniere und und und ......., aber am Beeindruckendsten waren die engen Freundschaften, welche entstanden sind, die Hilfe und das Verständnis untereinander und füreinander. Ich stehe für den Anderen ein und bin für ihn da! Dies geht heute leider viel zu schnell und viel zu oft verloren.

Wie wird man als Jugendwartin zum THC-Ehrenmitglied? 

Ich glaube, nachdem ich mehrere Ehrennadeln vom Thüringer Handballverband, Ehrungen vom Landessportbund und Einladungen zu Sportevents hatte, kam jemand auf die Idee, meine Arbeit in dieser Form zu würdigen. Und von da an war ich Ehrenmitglied. Ich sehe es als Anerkennung meines Engagements und habe mich gefreut, zu diesem ausgewählten Kreis zu gehören.

Die Jugendversammlung des Vereins hat vor wenigen Tagen mit Pauline Lorenz eine ehemalige Spielerin als Nachfolgerin für Sie gewählt. Kann die “Neue” auf Ihrem Erfahrungsschatz aufbauen?

Ich bin froh, dass es unsere „Pauli“ und sie möge mir verzeihen, für mich wird sie es immer bleiben, geworden ist. Ihr Aufgabenfeld ist durch Veränderungen in der neu beschlossenen Jugendordnung wesentlich kleiner geworden. Wir haben auch zwei Jugendsprecherinnen gewählt und so wird man vielleicht manche Dinge aufteilen können. Ich werde Pauline immer unterstützen, wenn sie es möchte, aber sie soll auch ihren Weg gehen, ihre Erfahrungen sammeln dürfen und vor allem ihr Studium immer an die erste Stelle setzen. Ich werde meine Erfahrungen immer gern weitergeben, aber es muss auch gewollt sein.

Was wünschen Sie dem Thüringer HC im 20. Jahr seines Bestehens?

Ich wünsche dem Verein einen Vorstand, welcher offen und ehrlich miteinander, den Trainerinnen und Trainer, den Eltern, allen Ehrenamtlichen und vor allem allen Spielerinnen und Spielern gegenüber arbeitet. Ich wünsche dem Verein, dass man Mut hat für Veränderungen, auch Toleranz anders Denkenden gegenüber und das Erkennen, wo die Stärken und die Schwächen liegen. Nicht nur den Erfolg zu sehen, sondern auch zu lernen, mit Rückschlägen umzugehen.

Welche Zukunftspläne hat Marion Hermann?

Ich freue mich auf die Dinge, die kommen - in meinem persönlichen Leben und werde immer einen Blick auch auf unsere Kinder und Jugendlichen haben. Es gibt genug Menschen, die wissen, dass sie mich immer um Hilfe bitten können, aber glauben Sie mir, meine Prioritäten liegen jetzt auch ein ganzes Stück in einem anderen Leben. Ich kann von mir sagen: Ich habe viel geleistet, viel erlebt, habe es immer gern getan und nun ist die Zeit gekommen, wo ich und lachen Sie nicht, dass „Älterwerden“ anders genießen und etwas was mehr Zeit haben möchte. Zum Schluss möchte ich allen danken, welche mich im Verein und auch außerhalb des Vereins unterstützt und begleitet haben, von denen ich lernen und profitieren durfte. Die Liste wäre zu lang - aus diesem Grund: Danke.