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Jugendspielerinnen im FOKUS

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Roman Knabe

In diesen Tagen haben viele unserer Spielerinnen den verdienten Urlaub angetreten - unsere Jugendnationalspielerinnen schwitzen in Vorbereitungseinheiten oder nehmen an internationalen Wettkämpfen teil. Wir widmen ihnen in den nächsten Beiträgen besondere Aufmerksamkeit, freuen uns über ihre Entwicklung.

Tyra Bessert ist eine von den drei Spielerinnen des Thüringer HC, die vor kurzem die Einladung in den Kader der Jugendnationalmannschaft U17 erhielt und sich mit diesem Team auf die Europameisterschaft im August 2019 in Slowenien vorbereitet.

Wir trafen die 17jährige Sportschülerin am Wochenende, kurz nach dem gelungenen Aufstieg der Vereinsmannschaft in die A-Jugend-Bundesliga.

 

In den letzten zwei Jahren hat sich für Dich einiges verändert. Du hast nach vielen Jahren Zweigleisigkeit als erfolgreiche Leichtathletin und Handballerin beim Thüringer HC, Deine sportlichen Ziele neu geordnet.

Nach der Nationalmannschaftssichtung in Kienbaum vor gut zwei Jahren, habe ich mich dafür entschieden, nur noch Handball zu spielen. Im Nachhinein betrachte ich diese Entscheidung als gut und richtig, auch wenn ich gern an das Leichtathletiktraining und die  Wettkämpfe zurückdenke. Was ich vor allem in den letzten Jahren handballerisch dazu gelernt habe, dafür bin ich vor allem Wolfgang Mosebach und Andrej Minevski sehr dankbar.


Was schätzt Du an Deiner Zeit als Leichtathletin?

Sehr viel. Besonders dankbar bin ich meinen Trainern beim LAC Dagmar Gentzel, Richard Debuch und Alexander Fromm für die gute Ausbildung in den  Bereichen Stabilisation, Kraft- und Athletiktraining. Das hat mir bisher im Training und Wettkampf im Handball sehr geholfen. Ich denke, es hat mir auch geholfen, die gestiegenen Belastungen, speziell in den Spielen der 3. Liga Frauen gut zu verkraften. 

Vor dem Training liegt ja täglich ein ziemliches Pensum an schulischen Aufgaben am Erfurter Sportgymnasium Pierre-de-Coubertin” - wie kannst Du beide Seiten vereinbaren?

Für mich hat die Schule trotz all dem Training oberste Priorität. So nutze ich jede freie Zeit (Autofahrten, Zugfahrten usw.) zum Lernen. Mit ein wenig Ehrgeiz und Willen schafft man es, sowohl in der Schule, als auch im Sport seine bestmöglichen Leistungen zu bringen.

Du besuchst jetzt die 11.Klasse. Was sind Deine Lieblingsfächer? Was erwartest Du für einen Notendurchschnitt auf dem Zeugnis?
 

Ich habe jetzt das erste Jahr der Abiturstufe absolviert und mich schnell daran gewöhnt, dass die Zensuren jetzt von KMK-Punkten abgelöst wurden. An unserer Schule umfasst die Oberstufe ja drei Jahre -  wenn es normal läuft, werde ich in zwei Jahren das Abitur ablegen.
Meine Favoriten sind schon Biologie und Sport-Theorie. In diesem Jahr rechne ich mit einem Notendurchschnitt von 1,6 bis 1,8.

 

Das alles ist doch ohne die Unterstützung durch die Familie nicht zu leisten, oder?

 

Meine Mama  spielt da die wichtigste Rolle. Sie unterstützt mich und steht immer hinter mir. Ohne sie hätte ich vieles nicht geschafft. Aber auch der Rest der Familie interessiert sich für meine Leidenschaft, so kommen Oma, Tante, Cousin und Cousine oft zu Spielen, was mich natürlich zusätzlich motiviert.

 

Hast Du schon Pläne für Deine spätere berufliche Entwicklung?

Ich würde gern Medizin studieren und weiß, dass dazu super schulische Leistungen nötig sind. Ein Studium der Sportwissenschaft steht dann aber gleich an zweiter Stelle.


 

Auf welche sportlichen Ergebnisse bist Du besonders stolz?

Bei der DHB-Sichtung in Kienbaum 2017 und mit der Landesauswahl beim Länderpokal 2018 konnten wir uns steigern und deutlich bessere Ergebnisse erzielen als in den Jahren zuvor. Besonders stolz bin ich aber auf die Silbermedaille mit der Schulmannschaft beim Bundesfinale “Jugend trainiert für Olympia”. Im letzten Jahr erreichten wir mit einem ganz kleinen und jungen Kader den Aufstieg in die 3. Liga - das war toll. Das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft mit der B-Jugend in diesem Jahr war ebenfalls ein schönes Erlebnis für mich.


Welche Ziele stellst Du Dir für die nächste Zeit?
Zusammen mit Greta Köster aus unserem Verein gehöre ich zum erweiterten Kader der U17-Auswahl. Emily Hagedorn hatte einen festen Platz im Team - durch eine Verletzung noch vor Saisonende ist für sie eine EM-Teilnahme nicht möglich. Natürlich möchte ich alles geben, um bei der EM in Slowenien dabei zu sein. Mit dem THC-Team der A-Jugend möchte ich gern bis ins Viertelfinale der A-Jugend-Bundesliga vordringen - mit der Frauenmannschaft einen Platz im oberen Mittelfeld der 3.Liga erreichen. Längerfristig ist mein Ziel, ein Teil unserer erfolgreichen Bundesligamannschaft zu werden - einen Wechsel ins Ausland (Frankreich) kann ich mir für später sehr gut vorstellen.

 

Für Dein umfangreiches Programm wünschen wir Dir alles Gute und vor allem, dass Du Deine Ziele mit bester Gesundheit verfolgen kannst.

Tyra Bessert erhält ein Förderstipendium

Herr Bernhard Bucklitsch hat sich entschieden ein Stipendium für ein Nachwuchstalent des Thüringer HC zu übernehmen. Für zwei Jahre ist seine Wahl auf Tyra Bessert gefallen. Über seine Beweggründe und die spezielle Wahl fragten wir den Unternehmer mit großem sportlichen Interesse.

Was hat Sie bewogen, für eine Nachwuchsspielerin unseres Vereins ein Stipendium zu übernehmen?


Für mich ist es wichtig, junge Menschen zu fördern, die Ziele haben und wissen, welchen Weg sie gehen wollen. Jugendlichen, die ihren Zielen alles unterordnen wie es Tyra macht, muss man Sicherheit und Perspektive geben. Leider geht das in unserer Gesellschaft viel zu oft verloren. Für mich steht dabei Regionalität und Nachhaltigkeit an erster Stelle. Der Verein sollte stolz sein, an seinen beiden Standorten Top Talente ausgebildet zu haben. In Erfurt kommt man da nur schwer an Tyra vorbei, für Bad Langensalza klopft Jolina Huhnstock deutlich an die Tür. Ich hoffe, wir sehen nach zuletzt Julia Redder und vor Jahren Julia Jurack, mit Tyra und Jolina auch wieder Thüringer Talente in der Bundesligamannschaft. 
 

Kennen Sie Tyra persönlich oder hat sie sich bei Ihnen vorgestellt?

Nein, bisher hat es sich noch nicht ergeben, Tyra persönlich kennen zu lernen. Das Interesse daran ist sehr groß, ein paar Handballfragen hätte ich schon an sie. Ich verfolge ihren Weg schon eine ganze Zeit, kenne ihren bisherigen Werdegang. Der Schritt einen erfolgreichen Weg in der Leichtathletik zu beenden und im Handball weiterzumachen, verdient den größtmöglichen Respekt.

Meine Interesse wurde vor ziemlich genau zwei Jahren geweckt. Mein Sohn Christian erzählte mir, dass er im Team ein gerade erst 15jähriges Mädchen hat, welches durch eine Ausnahmegenehmigung des DHB mit bei den Frauen spielen darf.

So bin  ich mit meiner Frau zum ersten Saisonspiel der 3. Liga gegangen und habe Tyra dort  das erste Mal spielen sehen. Ich bin regelmäßig bei den Spielen in der Salzahalle und die Entwicklung Tyra's  fasziniert mich und meine Frau sehr. Mich freut es sehr, dass der Deutsche Handball Bund für seine Jugendnationalmannschaft ein Auge auf Tyra hat. Ich wünsche mir für sie, dass sie bald auch im Erstliga-Team des Thüringer HC ihre Chance bekommt.