1. Handball Bundesliga Frauen

Für eine Nacht Tabellenführer

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Andreas Hofmann/Bernd Hohnstein

Der Thüringer HC gewinnt das Auswärtsspiel gegen die Handballfrauen des BVB Dortmund mit 26:23 (14:13) und übernimmt vorübergehend die Tabellenführung. Dana Bleckmann erzielte mit fünf Toren die meisten Tore für den BVB. Mit acht Toren war Iveta Luzumova beste Werferin aufseiten des THC.

 

Der erste Treffer im Spiel gelang dem BVB bereits nach 49 Sekunden. Im Gegenzug netzte Iveta Luzumova von der Strafwurflinie ein. Beide Teams agierten von Beginn an auf Augenhöhe und gingen offensiv im Angriff und der Abwehr zu Werke. Die Gastgeberinnen kassierten bereits in den ersten Minuten alle drei Verwarnungen. In der sechsten Minute traf Meike Schmelzer zum Zwischenstand von 4:3 und Ann Cathrin Giegerich parierte den Wurf im Gegenangriff. Alicia Stolle traf in der achten Minute zum erneuten Ausgleich von mittlerweile 5:5. Emily Bölks Wurf blieb in der Deckung hängen, doch Alexandra Mazzuco holte sich den Abpraller und netzte zum 5:6 ein. Dana Bleckmann verschaffte sich mit einer Finte genügend Spielraum und brach durch die Abwehr. In dieser Phase des Spiels wirkte die Abwehr des amtierenden Deutschen Meisters unkonzentriert und hatte wenig Zugriff. Nach 13 Spielminuten erzielte der THC den Ausgleich zum 7:7. Caroline Müller netzte zum Zwischenstand von 8:8 ein, Herbert Müller nahm sein erstes Team Timeout und wechselte Jana Krause für Ann-Cathrin Giegerich zwischen die Pfosten des THC-Tores. Im Gegenangriff knickte Alicia Stolle um und musste am Sprunggelenk behandelt werden. In der 20. Minute gab es den ersten Strafwurf der Borussia, der sicher verwandelt wurde. Jetzt lief der Angriff der Thüringerinnen mehrfach ins Leere - dafür konnte Caroline Müller aus dem Rückraum, die erste Drei-Tore-Führung für die Gastgeberinnen erzielen (12:9 - 22. Minute). Dortmund nutzte seinen Heimvorteil und behauptete die Führung. Der Thüringer HC immer wieder mit leichten Fehlern, welche die Gastgeberinnen für sich nutzen konnten. Dann aber brachte Jana Krause mit guten Reaktionen Sicherheit ins Abwehrspiel und den Gästen gelang der 13:13 Ausgleich, was Gino Smits  zum Team Timeout veranlasste. Mit einem verwandelten Strafwurf brachte Iveta Luzumova den Thüringer HC knapp zwei Minuten vor der Pause mit 14:13 in Führung, die der THC bis zum Halbzeitpfiff nicht weiter ausbauen konnte.
 

Der Thüringer HC mit dem Anwurf zur zweiten Halbzeit. Clara Woltering parierte den ersten Wurf auf ihr Tor. Asuka Fujita verwandelte nach dem Vereiteln einer Torchance, den ersten Strafwurf der zweiten Halbzeit zum 14:14. Beide Teams legten nach und glichen jeweils aus, sodass es in der 34. Minute 15:15 stand. Die Gäste störten früh aus der Abwehr heraus und setzten im eigenen Angriff auf die siebte Feldspielerin. In der 37. Minute setzte sich Iveta Luzumova im Eins gegen Eins durch und netzte zur 16:15-THC-Führung ein, der BVB sofort mit der Antwort. Nach einem Foul an Lydia Jakubisova brachte Iveta Luzumova ihre Mannschaft mit einem Strafwurf erstmals zwei Tore in Front (18:16 - 41. Minute). Das Überzahlspiel konnte der THC nicht für sich nutzen. Dana Bleckmann verkürzte nach mehreren torlosen Minuten zum 17:19. Die Abwehr des amtierenden deutschen Meisters stand nun sicherer und so entwickelte sich das Spiel weiter zugunsten der Thüringerinnen. Lydia Jakubisova, heute auf der rechten Rückraumposition, zog aus der Hüfte ab und erzielte mit dem 21:17 aus Sicht der Gäste die erste Vier-Tore-Führung. Gino Smits nahm daraufhin ein weiteres Team Timeout für den BVB. Ina Großmann konnte sich in der 49. Minute in die Torschützenliste eintragen, sie netzte zum 22:17 für die Gäste ein. Der Thüringer HC war nun im Spiel und setzte sich deutlich ab, auch wenn Dana Bleckmann in der 51. Spielminute zum 18:23 verkürzen konnte. Nach dem 19. Treffer der Gastgeberinnen nahm Herbert Müller seine Auszeit, um das Team für die Schlussphase vorzubereiten. Iveta Luzumova tanzte sich durch die BVB-Abwehr, scheiterte jedoch an der stark reagierenden Clara Woltering. Johanna Stockschläder verkürzte nach schnellem Anspiel zum 20:25. Emily Bölk traf aus dem Rückraum und brachte ihr Team in der 58. Minute mit fünf Toren in Führung. Damit schien die Entscheidung gefallen zu sein, auch wenn Asuka Fujita von der Strafwurflinie noch einmal verkürzen konnte. Herbert Müller nahm in der letzten Spielminute die letzte Gäste-Auszeit. Emily Bölk versuchte sich im direkten Freiwurf, der im Abwehrblock der Dortmunderinnen hängen blieb. Der Thüringer HC gewinnt die schwierige Auswärtspartie mit 26:23.

Stimmen nach dem Spiel:

Herbert Müller (THC): “Ich denke, dass beide Fanlager ein sehr kampfbetontes und intensives Handballspiel gesehen haben. In den ersten 20 Minuten war ich mit meiner Abwehr überhaupt nicht zufrieden, wir haben keinen Zugriff bekommen und haben zu viele einfache Würfe zugelassen. Der entscheidende Moment war aus meiner Sicht ab der 20. Minute, da haben wir von 10:13 auf 14:13 vier Tore aufgeholt. Das war ganz wichtig. Mitte der zweiten Halbzeit konnten wir uns fünf-sechs-Tore absetzen, da hätte ich mir gewünscht, dass wir das halten können. Dortmund hat gefightet und keine Sekunde aufgegeben. Was wir von außen verworfen haben, hatte kein Bundesliganiveau.”

Gino Smits (BVB): “Die erste Halbzeit war sehr gut, dann hatten wir Probleme im Sieben gegen Sechs, da kam zuviel über den Rückraum. In der Halbzeit haben wir dann gesagt, wenn wir dass nicht hinkriegen, lassen wir eben die Außen werfen. Zwischen der 40. und 50. Minute war dann aber zuviel. Wir haben aber super gekämpft.”

Statistik:

BVB 09 Dortmund: Clara Woltering, YaraTen Holte; Saskia Weisheitel, Caroline Müller 4, Anne Müller 2, Leonie Kockel 3, Johanna Stockschläder 3, Harma van Kreij 2, Svenja Huber, Asuka Fujita 4/3, Mariel Wulf, Mira Emberovics, Lena Hausherr, Dana Bleckmann 5, Hannah Kriese, Marie Michalczik.

Thüringer HC: Jana Krause, Ann-Cathrin Giegerich; Saskia Lang, Jovana Sazdovska, Alexandra Mazzucco 4, Meike Schmelzer 2, Alicia Stolle 1, Iveta Luzumova 8/4, Emily Bölk 5, Ina Großmann 1, Nina Christin Müller, Lydia Jakubisova 1, Josefine Huber 4.

Strafwürfe: 3/3 - 4:4.

Zeitstrafen: 2 - 1.

Zuschauer: 460.

Schiedsrichter: Maike Merz/Tanja Schilha.