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Auch die Handballwelt steht still

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Vereinsinfo 3. Liga/A-Jugend

Jeder muss sein Möglichstes tun, damit die „Krise“ bald vorbei ist.

Die Handballwelt steht still, das öffentliche Leben kommt immer mehr zum Erliegen. Der Spielbetrieb der 3. Liga ist offiziell nur ausgesetzt, nicht abgebrochen. Bis zum 19.04.2020 sind alle Spiele abgesagt, wie es danach weitergehen wird, steht in den Sternen.
Die Spielerinnen, die Trainer und Betreuer durchleben Phasen, die es so noch nie gegeben hat. Für uns alle eine neue Situation. Wir geben einen kleinen Einblick, wie die Spielerinnen und Trainer den Alltag gestalten und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Unser Trainer Goncalo Miranda verbringt die Handballzwangspause mit seiner Ehefrau, der THC-Bundesligaspielerin Mariana Lopes, zuhause in Portugal. Mit einem der letzten Flüge vor der Grenzschließung in der vergangenen Woche ging es ins portugiesische Aveiro.
"Mein Tag beginnt täglich um 8.30 Uhr mit einer Runde mit unserem Hund Loki. Nach dem Frühstück schaue ich ein paar Spiele unseres Drittligateams und mache mir Statistiken. Mir kommen dabei Ideen, was wir verbessern müssen. Ich habe außerdem für meine Frau und mich ein paar Fitnessgewichte gekauft, damit wir uns mit Workouts fit halten können.
Meinen Spielerinnen habe ich ein zweiwöchiges Trainingsprogramm erstellt, mit dem sie sich in der spiel- und trainingsfreien Zeit fit halten sollen.
Ich selber lese viel und mache einen kostenfreien Onlinekurs an der Harvard-Universität. Das wollte ich schon immer machen, nur hatte ich bisher nie Zeit.
Dass die Spiele der 3. Liga ausgesetzt sind, ist vollkommen richtig. Ich wünsche mir, dass ich die Mädchen bald wieder trainieren kann, um ihre positive Entwicklung weiterzuführen. In der nächsten Saison möchte ich mit dem Team der 3. Liga einen der ersten drei Plätze belegen und mit der A-Jugend um die Deutsche Meisterschaft spielen."

Anders die Situation bei Co-Trainer Nico Geyersbach. "Der Kindergarten hat geschlossen und ich passe auf meine Tochter auf. Sie hält mich auf Trab, was meine Frau natürlich auch tut. Das Training fehlt mir und der Kontakt mit meinem Lieblingssport 'Handball'. Erst in einer Zeit der Abstinenz fällt auf, wie sehr man diesen Sport liebt, wie sehr man die Gemeinschaft vermisst. Die freien Wochenenden nutze ich vor allem für die Familie, verbringe die Zeit mit meiner Tochter und meiner Frau. Im Großen und Ganzen finde ich die Situation schon sehr schade. Die Mädels haben sich in den die letzten Wochen eine gute Ausgangsposition für die restlichen Spiele erarbeitet. Mit wenig Wechselmöglichkeiten konnten wir zuletzt einen favorisierten Gegner deutlich schlagen. In der A-Jugendbundesliga haben wir es weit geschafft. Leider können sich die Mädels und Goncalo nicht für ihre harte Arbeit belohnen. Jedoch finde ich, dass man das Virus nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Der DHB hat richtig gehandelt, um eine rasantere Ausbreitung zu verhindern."

Außenspielerin Simone Karl hält sich aktuell mit dem Trainingsprogramm von Trainer Goncalo fit, getreu dem Motto: Sport am Morgen, Schule am Mittag. "Die Schule bereitet uns auf einer Lernplattform mit Aufgaben und einer Art Onlineunterricht auf Skype auf das bevorstehende Abitur vor. Dazu zählen Ausarbeitungen und mündliche Leistungskontrollen. Natürlich wünsche ich mir in Zukunft, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann und die Jugendbundesliga, somit der Deutsche A-Jugendmeister, ausgespielt wird. In erster Linie natürlich, dass wieder Normalität eintritt, indem das Virus besiegt wird und die Menschen wieder gesund werden."
Simone hat eine klare Botschaft: "Passt auf euch auf! Bleibt zuhause! Bleibt gesund!"

Für Torhüterin Laura Kuske ist es sehr wichtig, diese Maßnahmen durchzuziehen: "... da man die Menschen und sich selbst einfach schützen muss. Man sieht, welche Ausmaße dieses Virus mit sich bringt und gerade in dieser Situation ist es wichtig, dass alle mitziehen und zuhause bleiben. Dabei sind wir Sportler natürlich nicht ausgeschlossen. Ich finde es nötig, solche Seiten aufzuziehen, auch wenn es sehr schmerzt, den Handball für unbestimmte Zeit aus der Hand zu legen. 
Mein Tagesablauf sieht zurzeit so aus, dass ich gegen 9 Uhr aufstehe, mich fertig mache und erst etwas für die Schule tue. Wir haben von unserer Schule ein Lernprogramm, in welchem wir jeden Tag Aufgaben durch die Lehrer gestellt bekommen. Diese Aufgaben müssen bis zu einem festen Termin bearbeitet und abgegeben werden. Nach den Aufgaben für die Schule gibt es Mittagessen und ich verbringe meist etwas Zeit mit meiner Schwester. Wir gehen viel mit dem Hund der älteren Nachbarin spazieren oder erledigen Einkäufe für unsere Oma. Gegen Nachmittag gehe ich joggen und absolviere Übungen nach dem Kraft-Trainingsplan, den wir von unserem Trainer zusammengestellt bekommen haben. Nach dem Sportprogramm kommen meine Eltern von der Arbeit nach Hause und wir verbringen viel Zeit gemeinsam. Ich denke, in der Situation ist es wichtig als Familie zusammenzuhalten. Ich hoffe natürlich für die Zukunft, dass so wenig Menschen wie möglich durch dieses Virus betroffen sind, alle Angehörigen gesund bleiben und wir so bald wie möglich wieder zum Ball greifen und zur Schule gehen dürfen. Diese Zeit ist nicht leicht, aber wenn wir gegenseitig Rücksicht nehmen und so weit es geht zuhause bleiben, dann schaffen wir auch das. 
#Stayathome"

Jugendnationalspielerin Tyra Bessert findet es richtig, aber auch schade, dass der Spielbetrieb vorzeitig ruht. "Die Gesundheit aller Menschen geht in diesen Zeiten vor dem Sport! Corona trifft jeden auf eine bestimmte Art und Weise und jeder muss sein Möglichstes tun damit die 'Krise' bald vorbei ist. Deshalb verzichten wir Sportler momentan auf alle Wettkämpfe und Spiele, was die einzig richtige Entscheidung der Verantwortlichen war, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Es fällt uns allen schwer, aber es ist notwendig, damit wir hoffentlich so schnell wie möglich wieder auf der Platte stehen können. Ich wünsche mir, dass sich das Virus so langsam wie möglich ausbreitet und damit jeder Betroffene die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten kann. Ein bisschen habe ich noch die Hoffnung, dass die Jugendbundesliga nicht komplett abgebrochen wird, sondern zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden kann. Wir wollen den Traum vom Final4 weiterleben dürfen.
Ich trainiere nach dem Plan meines Trainers Goncalo, aber auch vom DHB habe ich ein umfassendes Programm für den Fitness-Bereich bekommen. Für das Krafttraining habe ich mir die nötigen Materialien und Gewichte besorgt, damit ich auch zuhause trainieren kann. Über die Lernplattform der Schule bekomme ich meine Aufgaben und lerne sehr viel. Aber auch unser Trainer versorgt uns Spielerinnen immer wieder mit Hausaufgaben, die wir aus der Ferne, aber als Team lösen müssen."