Vereinsinfos

I. 2000 bis 2009: Von der Regionalliga ins Finale des EHF Challenge Cups

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Roman Knabe - Dank für alle Zuarbeiten

Die Vorgeschichte

Ein Jahr vor der Vereinsgründung berieten die Verantwortlichen des HC Erfurt Dr. Karsten Döring (Vereinsvorsitzender), Andreas Wünscher (Manager), Mike Möller (Marketingverantwortlicher)  und der Handballabteilung des SV Bad Langensalza Andreas Siebert (Vereinsvorsitzender) und Ingo Irovsky (Abt.Leiter Handball) über den besten Weg zur Spielgemeinschaft oder  zu einem Zusammenschluss. Ingo Irovsky erinnert sich: “Wir haben im Frühjahr 99 oft zusammengesessen und nach Lösungen für eine gemeinsame Zukunft gesucht, weil uns klar war, dass diese Idee einerseits großes Potential, aber auch aufgrund unterschiedlicher Strukturen und Ausrichtungen sowie der zwei Standorte durchaus Risiken in sich barg. So vereinbarten wir  eine „Verlobungszeit„ für die Saison 1999/2000, in der viele Aufgaben gemeinsam besprochen und Probleme lösungsorientiert bearbeitet wurden.

Beispielsweise fanden die Heimspiele der 1. Frauen des HC Erfurt in der Regionalliga gemeinsam mit denen der Männer des SV Empor Bad Langensalza in der Salza-Halle statt, so dass sich die Fans beider Vereine gegenseitig unterstützen und annähern konnten. Für den Nachwuchs gab es bereits Kadertraining in der Salzahalle. Die „Hochzeit beider Vereine“ zum Thüringer HC Erfurt-Bad Langensalza im Jahr 2000 war die zwangsläufig richtige Entscheidung. Es war eine Zeit, die von einem extrem hohen Engagement aller Beteiligten getragen war, mit dem Ziel etwas Außergewöhnliches in Handballthüringen zu schaffen.”

Die weitere Entwicklung des Vereins ist eng verbunden mit der Unterstützung durch den langjährigen Bürgermeister Bernhard Schönau und die  Geschäftsführer der ADIB Agrar-, Dienstleistungs-, Industrie- und Baugesellschaft mbH Herrn Dr. Klaus Kliem sowie der Firma Heyl-Mühlen, Herrn Alfred Heyl. Stellvertretend für alle Unterstützer gilt ihnen an dieser Stelle der besondere Dank der Sportler für ihr hohes Engagement.

Die Startphase des neuen Vereins

Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es im Verein drei Frauen-, zwei Männer- und ein Alt-Herren-Team. Die meisten spielten in den Ligen des Thüringer Handball Verbandes.

Der Weg in die Erstklassigkeit

Die erste Frauenmannschaft startete überregional in der Regionalliga Südwest. Im Jahr 2002 gelang unter Trainer Wolfgang Mosebach der Aufstieg in die 2.Bundesliga, in der das Team bis 2005 verblieb.

Dago Leukefeld wurde 2004 als Trainer der ersten Mannschaft verpflichtet und schaffte am Saisonende nach zwei denkwürdigen Relegationsspielen ( Entscheidung nach der Auswärtstorregel) im Juni 2005 gegen den SC Markranstädt den vielumjubelten Aufstieg in die erste Bundesliga. Mit dabei war sein (viel zu früh verstorbener) Co-Trainer Frank Puttfarken.

Erstmals auf europäischem Parkett

Die Thüringerinnen blieben unter der Führung des ehemaligen Bundestrainers Dago Leukefeld fünf Jahre lang erstklassig und erreichten in der Saison 2007/08 mit Platz 5 die beste Platzierung. In der Folge betrat der Verein erstmals europäisches Parkett und erreichte nach spannenden Spielen das Finale im Challenge Cup gegen das französische Team von Handball Cercle Nimes. Nach einer 22:26 Auswärtsniederlage hoffte man, in der Erfurter Messehalle das Blatt zu wenden. Die Gäste erwiesen sich als zu stark und holten sich  mit dem 30:25 Sieg den Pokal. Die Organisation war für die Ehrenamtler, an der Spitze Dr. Döring, Aufsichtsratschef Dr. Kliem und Marketingverantwortlicher Mike Möller, eine enorme Herausforderung - der 16. Mai 2009 wurde mit über 2000 Zuschauern in der Erfurter Messehalle das bis dahin größte Event im Frauenvereinshandball Thüringens.

Das THC-Aufgebot
Michaela Schanze, Katarina Bralo, Isabell Roch; Andrijana Atanasovska, Marielle Bohm, Nadja Bolze,  Christine Dangel, Lucie Fabikova, Lena Fischer, Lisa Friedrich,  Nadine Härdter, Sylvia Harlander, Julia Jurack, Martina Knytlova, Shenia Minevskaja, Daniela Noveska, Petra Starcek, Alexandra Uhlig - auf dem Foto freuen sich auch die Anschlusskader, Physiotherapeut Torsten Rocktäschel, Co-Trainer Frank Puttfarken und der damalige Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus.

Die Entwicklung der zweiten Mannschaft

Mit den Trainern Frank Schmelzer, Ingo Irovsky, Thomas Zingler und Svetlana Minevskaja  wurde das Ziel verfolgt, den eigenen Nachwuchs aus dem Jugendbereich an das Leistungsniveau der Frauen heranzuführen. In der Regionalliga Mitte(2004/05) und danach Südwest spielte eine gute Mischung von ehemaligen Bundesligaspielerinnen und den leistungsstärksten A- und B-Jugendlichen. Platz 5 im zweiten Regionalligajahr war der verdiente Lohn für das Team und das Trainergespann Thomas Zingler und Erik Frömer.

Im Folgejahr verließ Erik Frömer seine Heimatstadt Erfurt, Svetlana Minevskaja kam als Trainerin und Frank Puttfarken als Torwarttrainer ins Trainerteam. Die Jugendlichen Julia Wenzl und Carolin Schmele verstärkten die Mannschaft - am Ende wurde der dritte Platz geschafft. “In dieser Phase profitierten die Trainer davon, dass Dago Leukefeld als Cheftrainer großen Wert auf die individuelle Ausbildung legte und mit vielen Tipps und Hinweisen stets im Nachwuchsbereich präsent war.”, erinnert sich Thomas Zingler.

In den nächsten Jahren spielte die zweite Mannschaft in der Mitteldeutschen Oberliga. 2018 gelang dann mit den Trainern  Andrej Minevsky und Nico Geyersbach der Aufstieg in die III.Liga.

Die Männer in einem "Frauenverein"

Die Entwicklung im Männer- und männlichen Nachwuchsbereich ist ohne Ingo Irovsky, der die Trainertätigkeit neben seiner Arbeit als Sportlehrer, später als Mitarbeiter im Kultusministerium und schließlich als Schulleiter mit hohem Engagement ausübte, undenkbar. Nach seinem Engagement im Frauenbereich führte er die erfolgreiche Arbeit mit dem Männerteam fort.

2002 gelang der Aufstieg in die Landesliga mit talentierten Nachwuchsspielern. Für die Spielzeiten 2003/2004 und 2004/2005 gab es einen Trainerwechsel zu Michael Metzler, da Ingo Irovsky die zweite Frauenmannschaft in der Regionalliga übernahm). 2005 konnte der Verein den Zugang des Olympiasiegers Andrej Minevski verzeichnen, der fortan das Team als Spieler verstärkte und Ingo Irovsky als Spielertrainer unterstützte.

Es folgte 2006 der Aufstieg in die Thüringer Oberliga und die Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem HSC Erfurt, die allerdings nur eine Saison Bestand hatte. Nach der Trennung erfolgte die  Übernahme des Spielrechts der 2. Mannschaft der SG Erfurt-Bad Langensalza in der Landesliga und es gelang der direkte Wiederaufstieg in die Thüringenliga 2007. Vier Jahre in Folge konnte die Klasse gehalten werden. Nach mehreren Spielerabgängen mussten die Männer 2011 bis in die Verbandsliga absteigen, eine Rückkehr in die Landesliga war dann aber nach zweimaligem Aufstieg in der Saison 2014/15 ein verdienter Erfolg. Man erreichte in den Spielzeiten 2016/17 und 2017/18 jeweils den Staffelsieg, verzichtete jedoch auf das Aufstiegsrecht in die Thüringenliga.
 

Weitere Saisonergebnisse:

  2017/18  Sieger im Thüringenpokal
  2018/19  2. Platz Landesliga
  2019/20  3. Platz Landesliga (beim Saisonabbruch durch die Corona-Pandemie)

 

Ein Wermutstropfen

Mai 2020: Nach Rückzug des Trainergespanns Minevski/Irovsky Auflösung der Mannschaft und Abmeldung aus dem Spielbetrieb. Damit endet die Ära des männlichen Handballs beim Thüringer HC.
 
Last but not least

Silvio Heinevetter (192facher Nationalspieler) kam als Jugendlicher zum neu gegründeten Verein  und setzte ein Jahr später, 17jährig,  im Herbst 2001 seinen Weg zum erfolgreichen Profihandballer bei MoGoNo Leipzig(A-Jugend) und Concordia Delitzsch Männer (zeitgleich) am Sportgymnasium Leipzig fort und debütierte am 10.06.2006 im Nationaltrikot gegen Spanien.

Schlussbemerkung

Die Darstellung kann nicht alle Ereignisse von zehn Jahren abbilden - das ist auch nicht der Anspruch. Wenn sich viele, die in diesen Jahren an der Entwicklung mitgewirkt haben, wiederfinden, ist das Ziel erreicht. Ich bedanke mich bei allen, für die hilfreichen Zuarbeiten - besonders genannt seien stellvertretend  Ingo Irovsky, Thomas Zingler und Christian Bucklitsch.