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WM-Tagebuch

Silvia und Karl Wohlbold gehören zu den treuesten Fans des THC und legen bei ihren Besuchen der Spiele vom heimischen Bodensee wohl die bisher meisten "Wettkampfkilometer" zurück. Deshalb verwundert es auch kaum, dass sie in diesem Jahr dabei sein wollen, wenn ihre Tochter an ihrer ersten Weltmeisterschaft teilnimmt und das Ziel Olympia fest im Auge behalten will. Karl Wohlbold hat uns vor der Abreise nach Brasilien versprochen, in loser Folge Eindrücke vom Geschehen um die WM-Spiele herum zu übermitteln. Wir sind davon ausgegangen, dass unsere Fans nicht nur Kerstin und Nadja's wegen an diesem Highlight unserer Sportart Anteil nehmen. Und so mancher wäre sicher gern live dabei ...

Wir hoffen, dass die interessanten Zeilen, die uns Karl Wohlbold geschickt hat, ein wenig dazu gedient haben, Eindrücke aus einem entfernten Land mit einer spannenden Handballentwicklung bei den Damen zu vermitteln. Gerade auch deshalb, weil unsere Medien nach dem Ausscheiden unserer Damen nur noch sehr wenig Platz für die WM-Ereignisse hatten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich bei unserem "Mitarbeiter auf Zeit", Karl Wohlbold. Diese Arbeit hat Spaß gemacht. War es ja auch ein Test für die neuen Informationsmöglichkeiten, die sich trefflich bewährt haben.



Samstag, 3.12.2011

Hallo, was war das für ein Spiel. Zuerst der Rückstand und dann so ein tolles Ende. Wir können alle kaum noch richtig reden vor lauter schreien. Gegen die Übermacht aus Norwegen (ca. 250 Fans) mussten wir uns ganz schön anstrengen, was vielleicht auch im TV erkennbar war. Etwas Unterstützung hatten wir noch von einigen Deutschen, die beruflich zur Zeit in Brasilien sind und die Gelegenheit nutzten, um unserer Mannschaft den Rücken zu stärken. Kerstin hat nach dem Spiel noch mit ihnen geredet und erfahren, dass sie aus Stuttgart kommen.
Das Wetter hier in Santos spielt leider nicht so richtig mit, es ist seit wir hier sind, immer stark bewölkt und heute früh hat es auch geregnet. Zu Glück ist es aber immer sehr angenehm warm (um die 25 Grad). Auch am Abend und in der Nacht wird es nur unwesentlich kühler.

Viele Grüße nach Erfurt aus dem fernen Santos von neun Fans der deutschen Mannschaft.





Montag, 5.12.2011


Hallo, auch nach dem verlorenen Spiel gegen Montenegro ist unsere Ausgangsposition immer noch sehr gut. Die Mannschaft muss sich jetzt nur auf die restlichen Spiele konzentrieren. Heute hatten die Mädels über Mittag frei und wir waren sie besuchen. Alle sind optimistisch und guter Dinge. Auch heute Abend hat die Mannschaft frei und einige Spielerinnen (natürlich auch Nadja und Kerstin) gehen zusammen mit den Fans und Karsten Döring und Herbert Müller zum Essen. Wir alle freuen uns schon darauf.
Am Nachmittag war die Fangemeinde in der Altstadt von Santos. Wir haben das Kaffee-Museum und die Kathedrale besucht. Es gibt hier eine Unmenge interessanter Eindrücke zu verarbeiten.

Bis nach dem China-Spiel, viele Grüße aus Santos



Mittwoch, 7.12.2011


Hallo, nach Deutschland, auch uns fehlen die Worte. Nach den guten Spielen gegen Norwegen und Montenegro nun dies. Eine grundlos völlig verunsicherte Mannschaft mit extrem schlechter Chancenauswertung. Hätten wir unsere Chancen (vor allem von Aussen) genutzt, wäre mit Sicherheit ein anderer Spielverlauf gekommen. Die ganze Fanmannschaft hier ist um Jahre gealtert. Wir haben alles gegeben um die Mannschaft nach vorne zu treiben. Wenigstens hat es ja noch ein glückliches Ende genommen. Aber so ein Spiel möchten wir nicht nochmals erleben. Hoffen wir auf heute, dass alles besser wird. Diese Art Spiele sind natürlich auch für die Mannschaft extrem anstrengend und gehen unheimlich an die Substanz.




Für die Fans gab es gestern ein ganz neues Erlebnis in Santos. Zum ersten Mal haben wir den Weg zur Halle (ca. 12 km) nicht per Taxi sondern im Linienbus zurückgelegt. War ein richtiges Erlebnis. Ich bin noch niemals in einem Autobus in einem derartigen Tempo durch eine Stadt gedonnert!!!! Dabei hat der Fahrer während der Fahrt noch nebenbei das Fahrgeld von den Passagieren kassiert. Richtig abenteuerlich. Letztendlich sind sind wir aber wieder gut im Hotel angekommen.

Grüße aus Santos
an alle Fans in der Heimat


Donnerstag, d. 8.12.2011

Hallo und guten Morgen nach Deutschland, nachdem wir unserer Enkeltochter zum 1. Geburtstag gratulieren durften, fehlen uns heute einfach die Worte.
So ein Wechselbad der Gefühle. Die ganze Fanmannschaft ist völlig konsterniert. Mal sehen wie der Ruhetag heute genutzt werden kann um das Ganze wieder in die richtige Richtung zu bringen. Jetzt sind alle gefordert, die Mannschaft und der Trainer. Ich mache es heute kurz - die Situation ist alles andere als rosig.

Viele Grüße
aus dem immer noch bewölkten (zum Glück aber wenigstens warmen) Santos



























Freitag, d. 9.12.2011





Nachdem sich die Mannschaft am gestrigen, spielfreien Tag sehr intensiv auf das wichtige Spiel heute Nachmittag vorbereitet hat, stand für die Fans ein Besuch der Altstadt an. Erster Programmpunkt war eine Rundfahrt mit einer historischen Straßenbahn durch die historische Altstadt von Santos. Für umgerechnet etwa 2,50 EURO pro Person, gab es eine interessante Rundfahrt. Bis hin zum Hafen gab es eine ganze Reihe alter Gebäude zu bewundern. Immer wenn die Bahn an einem besonderen Gebäude vorbei kam, fuhr der Fahrer besonders langsam (noch langsamer als ohnehin) um uns die Gelegenheit zum Fotografieren zu geben. Ein ganz besonderer Service, wie ich meine.

Anschließend ging es mit einem Schrägaufzug auf den Hausberg von Santos, den Monte Serrat. Von hier aus hatten wir einen traumhaften Ausblick auf ganz Santos einschließlich des riesigen Hafens. Hier oben gibt es auch eine kleine Kapelle, die wir natürlich auch in Augenschein nahmen. Wir waren alle sehr beeindruckt.


Zurück in der Altstadt, stand eigentlich noch ein Einkaufsbummel auf dem Programm. Um in Richtung Strand zu kommen war, wieder eine Busfahrt angesagt. Beim Einstieg schien es dann aber doch zu einem kleinen Missverständnis gekommen zu sein, denn plötzlich ging die Fahrt in die genau entgegengesetzte Richtung hinaus aus der Stadt.

Frohen Mutes und in der Hoffnung über kurz oder lang doch das angestrebte Ziel zu erreichen, harrten wir der Dinge. Als nach ca. 1 Stunde der Busfahrer in einem Vorort aber seinen Bus am Straßenrand parkte und sogar den Motor abstellte, kam unter uns doch etwas Unruhe auf.

Nach kurzer Diskussion war dann allerdings klar, dass hier nur ein Fahrerwechsel stattfinden sollte. Der neue Busfahrer bedeutete uns dann auch, dass nach kurzem Aufenthalt die Fahrt auch in Richtung unseres Zieles fortgesetzt würde. Schließlich kamen wir dann auch dort hin wo wir wollten, allerdings mit so viel Verspätung, dass die Shoppingtour ausfallen musste. Für den günstigen Fahrpreis von umgerechnet ca. 3 EUR pro Person habe ich noch nie eine solch lange Busfahrt bekommen.
Mit einem gemeinsamen Abendessen hier in Sao Vicente (wo wir auch wohnen),fand dann dieser erlebnisreiche und anstrengende Tag seinen Abschluss.



Heute sind wir natürlich alle ziemlich nervös. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft heute unbedingt gewinnen will. Wir Fans werden ebenfalls alles dafür geben.

Beste Grüße aus Santos



Samstag, d. 10.12.2011

Hallo nach Deutschland, es ist kein guter Morgen,

Wie konnte das nur passieren? Wir alle (Mannschaft und Fans) sind zutiefst geschockt.
Mir fehlen die Worte. Ich kann auch heute früh noch keinen richtig klaren Gedanken finden.
Die Mädels können einem richtig leid tun. Dabei hat man vor dem Spiel deutlich gesehen, dass der Wille unbedingt zu gewinnen, schon da war. Auch war die Körpersprache recht positiv. Die Vorbereitung muss also doch gut gewesen sein. Doch als die ersten vier Angriffe ohne zählbaren Erfolg abgeschlossen wurden, kam die Verunsicherung wieder zurück. Den Rest kennen wir ja.

Heute werden wir zunächst die Mannschaft in Richtung Sao Paulo verabschieden. Danach wird möglicherweise der vorgestern ausgefallenen Einkaufsbummel nachgeholt. So richtig Lust, kann ich mir vorstellen, wird aber keiner haben. Für das Spiel morgen gegen Kasachstan in Sao Paulo haben wir versucht, einen Kleinbus (Van) zu organisieren. Dies ist aber gar nicht so einfach. Kaum jemand spricht hier ein auch nur annäherungsweise ordentliches Englisch, von deutsch überhaupt nicht zu reden. Mal sehen was letztendlich rauskommt. Wir werden die Mannschaft auf alle Fälle bis zum letzten Spiel mit aller Macht unterstützen.

Ach übrigens: Gestern, vor dem Spiel, waren wir noch beim FC Santos (Pele-Museum). Wir hatten dabei auch eine Führung durch das Stadion. Dabei konnten wir u.a. auch die Umkleideräume der Mannschaften besichtigen. Ich denke mal, hier würde sich kein Bundesligaspieler umziehen. Sogar ins Stadion und auf die Auswechselbänke wurden wir geführt. Hierzu noch ein Bild (da war die Welt noch in Ordnung).



P.S. Das Wetter hier in Santos ist mindestens genau so trüb wie unsere Stimmung. Gestern und heute Nacht hat es heftig geregnet. Inzwischen ist es wenigsten wieder trocken, aber immer noch stark bewölkt.






Montag, d. 12.12.2011

Hallo und einen schönen guten Morgen nach Erfurt,

nach den Siegen gegen Kasachstan und Tunesien hat das Turnier für unsere Mannschaft ja zum Schluss noch zwei Erfolge gebracht. Die Freude im Team hat sich allerdings in Grenzen gehalten. Erfreulich in beiden Spielen war dabei die Leistung der beiden THC-Mädchen. Gegen Tunesien erzielten die beiden zusammen immerhin 19 Treffer.

Unmittelbar nach Spielende wurde dann die Heimreise nach Deutschland angetreten und im Moment sitzt die Mannschaft im Flieger nach Deutschland. Ankunft in Frankfurt dürfte gegen 14 Uhr sein. Danach noch die Heimfahrt zu den einzelnen Wohnorten. Wie bereits gestern geschrieben, sind nun auch die Fans in Sao Paulo angekommen. Dabei gab es zu Beginn gleich eine kleine Aufregung. Im Hotel konnte zunächst keine Buchung für uns gefunden werden. Es mussten diverse Telefonate geführt werden. Nach ca. 30 Minuten hatte dann auch der Computer unsere Buchungen "gefunden". Zum Glück war unser Spiel auf 17 Uhr verschoben und so hatten wir genügend Zeit.

Die zweite Herausforderung war dann die Fahrt vom Hotel zur Halle. Sao Paulo ist ja riesig und die Entfernungen sind nicht mit unseren Städten zu vergleichen. Hinzu kommt natürlich wieder die sprachliche Verständigung. Zum Glück kann einer unserer Mitreisenden einigermaßen spanisch und so kommen wir dann doch halbwegs zurecht.

Die Fahrt vom Hotel zur Halle dauert ca. 45 Minuten mit Metro und einem ordentlichen Fußmarsch. Natürlich haben wir unsere Mannschaft in beiden Spielen in gewohnter Weise unterstützt und uns auch über die Siege gefreut. Für die restliche Zeit haben wir noch ein anstrengendes Programm vor uns. Es gibt eine Menge zu besichtigen in Sao Paulo. Auch haben wir einen Gönner gefunden der uns für die restlichen Spiele (bis einschl. Endspiel) mit VIP-Karten versorgt hat. Hierfür herzlichen Dank. Natürlich werden wir diese Begegnungen dann auch besuchen.

Wir grüßen und melden uns mit neuen Eindrücken wieder ...


Dienstag, d. 13.12.2011

Hallo und guten Morgen,

am gestrigen, spielfreien Tag haben wir uns auf Erkundung von Sao Paulo gemacht. Da unser Hotel sehr zentral liegt, machten wir uns zu Fuß auf den Weg. Die Kathedrale, einige weitere Kirchen und schöne Plätze standen auf dem Programm. Höhepunkt war allerdings die Fahrt auf einen Wolkenkratzer (natürlich eine Bank). Aus über 160 Meter hatte man einen traumhaften Ausblick auf die Stadt.



So weit das Auge reicht nur Häuser und Straßen, nur kurz unterbrochen durch wenige grüne Streifen. Das Wetter spielte zum Glück auch mit, wir hatten Sonnenschein und rund 30 Grad. Heute Nacht hat es dann zu regnen begonnen und wir hoffen, dass es bald wieder aufhört, denn auf unserem Weg zur Halle haben wir ein schönes Stück zu Fuß zurückzulegen. Heute werden wir die Viertelfinalspiele besuchen.

Freuen uns auf gute und spannende Spiele.



Donnerstag, d. 15.12.2011

Ein toller, kompakter Handballtag liegt hinter uns. Eine kleine Überraschung gab es durch Frankreich. Die haben uns sehr gut gefallen. Eigentlich hatten wir alle Russland als Favorit gesehen. Dänemark hat sich gegen Angola lange schwer getan, am Ende aber doch durchgesetzt. Norwegen gegen Kroatien war nicht anders zu erwarten.Dann der krönende Abschluss mit der Begegnung Basilien - Spanien. Ein unglaubliches Spiel.
Super Tempo, geniale "Zweite Welle", eine unglaubliche Ballsicherheit und Emotionen pur. Die Stimmung in der Halle - einfach nicht zu beschreiben. Eine infernalische Geräuschkulisse. Und dabei war die Halle nur zu etwa einem Drittel gefüllt. (Kapazität 12.000) Unvorstellbar, wenn die Hütte voll ist. Heute wollen wir nun zum Mercado Municipale. Bin sehr gespannt was uns erwartet. Schon die Suche nach dem Weg dort hin, gestaltete sich nicht einfach. Alle technischen Hilfsmittel mussten in Anspruch genommen werden - "Google Maps sei Dank". Der Stadtplan, den wir vom Hotel bekommen haben, ist nur ein besseres Schema und beinhaltet nur die Hauptstrassen ...

Ich melde mich vom Halbfinale wieder


Freitag, d. 16.12.2011

Hallo und guten Morgen,

wie angekündigt, haben wir gestern den Mercado Municipale besucht. Schon der Weg dort hin, durch die Straßen von Sao Paulo, vorbei an zahllosen Geschäften, Bars und Restaurants war ein Erlebnis. Zum Glück hat sich das Wetter nach dem Regen in der Nacht wieder gebessert und so konnten wir zu Fuß gehen. Der Markt selbst war dann wieder ein richtiges Erlebnis. Ein unglaubliches Angebot an Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Gewürzen usw. Natürlich wurde die Gelegenheit zu verschieden Kostproben und dem einen oder anderen Einkauf wahrgenommen.

Auf dem Rückweg kamen wir dann durch verschiedene Strassen mit zahllosen kleineren oder größeren Geschäften und unzähligen Straßenhändlern. Ein unvorstellbares Angebot an den verschiedensten Waren. Wer soll das alles kaufen? Es ist auch nur schwer zu beschreiben, wie viele Menschen an diesem ganz normalen Werktag auf den Straßen unterwegs waren. Man kann nur gespannt sein, was hier am Wochenende los sein wird. Für heute Vormittag haben wir uns nochmals einige Besichtigungen in der Umgebung vorgenommen. Auch ein bisschen Shoppen steht auf dem Programm. Vom Hotelfenster aus kann man schon sehen, dass nebenan auf einem Platz ein kleiner Markt aufgebaut wird. Selbstverständlich werden wir auch dort hin gehen.

Am Nachmittag und Abend dann die Halbfinals. Wir sind richtig gespannt, wer sich für das Endspiel qualifizieren wird. Für Spannung dürfte auf jeden Fall gesorgt sein.

Noch einen schönen Tag aus Sao Paulo.


Samstag, d. 17.12.2011

Guten Morgen nach Erfurt,

heute kann ich es kurz machen, denn außer Handball gibt es nicht viel zu berichten. Die Endspielteilnehmer stehen nun fest. Die WM geht dem Ende entgegen. Mit Frankreich und Norwegen haben sich die nach der Vorrunde, aus meiner Sicht, besten Mannschaften durchgesetzt. Es darf ein spannenden Endspiel erwartet werden. Ein klarer Favorit ist nach dem bisherigen Verlauf allerdings nicht auszumachen. Lassen wir uns überraschen.

Ansonsten gibt es heute nicht viel zu berichten. Bummeln, ein bisschen Einkaufen, entspannen, dies oder jenes besichtigen waren die Aktivitäten des gestrigen Tages. Aufgrund der verschiedenen Interessen hat sich die Gruppe dann auch aufgeteilt. Für den heutigen Abend ist nochmals ein Abendessen vorgesehen. Neben den neun Fans wollen sich noch zwei Journalistinnen und Herbert Müller beteiligen. Ansonsten lassen wir uns einfach überraschen, was auf uns zukommt.

Noch einen schönen Tag und viele Grüße aus Sao Paulo



Sonntag, d. 18.12.2011

Hallo und guten Morgen,

auch heute gibt es nichts Außergewöhnliches zu vermelden. Nach dem Frühstück trennte sich die Gruppe und jeder ging mehr oder weniger seinen eigenen Interessen nach. Besichtigungen (es gibt hier immer wieder etwas Neues zu entdecken) und Einkäufe waren die Hauptbeschäftigung. Tief beeindruckt sind wir alle immer wieder von den Menschenmassen, die sich hier täglich durch die Straßen der Innenstadt bewegen. Zusammen mit den Autos, LKW, Bussen und Motorrädern u.a. entsteht dabei ein Lärmpegel, der in Worten nur schwer zu beschreiben ist. So etwas kann man nur verstehen wenn man es selbst erlebt hat. Nicht übersehen werden darf aber auch der Schmutz, Müll und Unrat der täglich produziert wird und dann auf der Straße herumliegt. Die Müllabfuhr ist zwar bemüht, aber doch ziemlich überfordert. Auch die vielen Obdachlosen geben nicht unbedingt ein positives Bild der Stadt. Ich habe selten so viele Menschen gesehen, die auf der Straße leben und übernachten.



Heute, am letzten Tag der WM stehen die Endspiele an. Im Finale erwarten wir einen spannenden Titelkampf zwischen Norwegen und Frankreich. Norwegen wird allgemein als leichter Favorit angesehen, zumal Frankreich durch den Ausfall seiner Spielmacherin Allison Pineaut (Verdacht auf Kreuzbandriss) doch nicht unerheblich geschwächt ist. Freuen wir uns auf ein schönes Spiel und guten Sport.

Noch einen schönen 4. Adventsonntag aus Sao Paulo.

PS: Es wird heute wieder ein schöner und sehr warmer Tag werden. Bereits gestern hatten wir hier deutlich über 30 Grad und eine solche Temperatur ist auch für heute zu erwarten.


Montag, d. 19.12.2011 - unser Abreisetag

Hallo und einen schönen guten Morgen,

so, damit sind nun alle Entscheidungen bei dieser WM gefallen. Wir alle sind der Meinung, dass wir mit Norwegen einen verdienten Sieger haben, einen würdigen Weltmeister. Die Französinnen konnten, auch personell geschwächt, nicht mehr mithalten. Auch haben sie zu viele Chancen (Siebenmeter) vergeben.
Im Spiel um Platz 3 zwischen Dänemark und Spanien sahen wir zunächst eine ausgeglichene erste Hälfte. Dänemark ging zwischenzeitlich auch in Führung. Ein Spiel mit sehr vielen technischen Fehlern und vergebenen Großchancen auf beiden Seiten. Insgesamt kein gutes Spiel. Nach dem Wechsel fanden die Spanierinnen immer besser ins Spiel und kamen letzlich zu einem deutlichen Sieg. Mit viel Wehmut standen wir Fans bei der Siegerehrung auf der Tribüne. Hatten wir zu Beginn des Turnier doch so große Hoffnungen, dass unsere Mannschaft bei der Vergabe der vorderen Plätze ein gewichtiges Wort mitsprechen könnte.

An unserem letzten Tag werden wir uns nochmals in den Trubel von Sao Paulo stürzen. Wir genießen nochmals die Sonne und die Wärme Brasiliens, bevor es dann am Abend auf die lange Reise zurück ins kalte Deutschland geht. Zum Glück können wir (gegen Aufpreis) bis 19 Uhr in unseren Zimmern bleiben. So haben wir die Möglichkeit uns vor der Abfahrt nochmals etwas auszuruhen und frisch zu machen.

Wie schnell doch drei Wochen vergehen, aber wir haben sehr viel gesehen und viel erlebt. Auch werden wir viele bleibende Eindrücke aus Rio, Iguacu, Sanots und Sao Paulo mit nach Hause nehmen. Auch haben wir in dieser Zeit einige Deutsche kennen gelernt, die jetzt in Brasilien leben. Einige davon konnten wir sogar als Fans unserer Mannschaft gewinnen (vor allem in Santos).

Zum letzten Mal viele herzliche Grüße aus Sao Paulo.

Allen Freunden und Bekannten in Erfurt und Langensalza noch eine schöne Vorweihnachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest.






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